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Aus den Bezirken / Oberbayern
Dienstag, 29.9.2009 - 08:12 Uhr

Judo-Abteilung des TV Traunstein feierte 55-jähriges Jubiläum

Bewegte Geschichte

Den Fünfziger hatte man ausfallen lassen, bzw. in kleinem Rahmen gefeiert bei der Judoabteilung des TV Traunstein. Nun sollte der Fünfundfünfziger gebührend gefeiert werden. Dazu hatte man am Samstag Mittag alle ehemaligen aktiven Sportler der Abteilung und insbesondere die Abteilungsleiter der letzten gut fünf Jahrzehnte eingeladen.

Gekommen waren sowohl die „Männer der 1. Stunde“ wie z.B. Franz Atzinger oder der 1. Abteilungsleiter Hermann Engelhard, wie auch Verantwortliche, die während der großen Erfolge der Abteilung in den 70er Jahren aktiv waren. Es fehlten aber auch eine Reihe von Personen, deren Namen mit der Geschichte der Abteilung unzertrennlich verbunden sind. So mancher ehemaliger Judoka hatte vielleicht doch sein Interesse an dem Sport der „Weißkittel“ verloren oder wohnt einfach nicht mehr in der Region. Die Anwesenden nutzten das Treffen, um anhand der ausgestellten Presseberichte und eigenen Erfahrungen über die „guten alten Zeiten“ zu diskutieren und ihre eigenen Erlebnisse in dem Sport auszutauschen.

Der Münchner Hermann Engelhard, beruflich Richter am Amtsgericht, sportlich mit dem 1. Dan ausgezeichnet, gründete 1954 mit einer Reihe Traunsteiner Bürger die Judoabteilung des TV Traunstein. Sepp Reiter, Alfred Schroll, Otto Holzner, Schorsch Bachmeier, Zass, Seibold, Fritz Pollauf, Sepp Eibelmeier, Hans Zeiser, Franz Atzinger und Manfred Göschl waren die „Männer der 1. Stunde“, von denen auch in bayerischen Vergleichskämpfen ihr Können beweisen konnten.

Ist es in den vergangenen Jahren eher still um den Judosport in Traunstein geworden, konnte man gerade Ende der sechziger Jahre sowohl in Einzelturnieren wie auch im Mannschaftswettbewerben beträchtliche Erfolge einfahren: Der langjährige Abteilungsleiter Hubert Atzinger holte sich 1969 die Deutsche Polizeimeisterchaft und Vize-Europameisterschaft, bevor er sich ein Jahr später dann dem TSV Grosshadern anschloss. Die Judoerfolge waren in den sechziger und siebziger Jahren untrennbar mit den Namen der beiden Brüder Franz und Hubert Atzinger verbunden. In den Mannschaftskämpfen schaffte man es 1974, sich bis in die Bayernliga hochzukämpfen – damals immerhin die zweithöchste Klasse in Deutschland. Nachdem man sich dort nicht halten konnte, folgten Abstieg und Auflösung der Mannschaft. Einige Jahre später versuchte man wieder sich im Mannschaftskampf zu etablieren – mit Guido Viehauser hatte man hier einen erfolgreich kämpfenden Vorstand an der Spitze. Einem tiefen Fall in den neunziger Jahren folgte in den vergangenen Jahren ein langsamer Aufbau des Nachwuchses. Die jungen Judoka kämpften in diesem Jahr erstmals wieder im Rahmen einer Kampfgemeinschaft mit dem TuS Traunreut in der Jugendliga – der Durchbruch der jungen, durchaus talentierten und motivierten Judoka ließ indes noch auf sich warten.

An dem Nachmittag zeigten u.a. die beiden Judoka Christine und Lisa Frank eine Kata-Vorführung. Heute zeichnet für die Jugendarbeit wie auch für die Abteilungsleitung Franz Putzhammer verantwortlich. Derzeit hat die Judoabteilung 93 Mitglieder. „Interessierte Kinder können mit ihren Eltern jeden Montag ab 17.00 Uhr zum Probetraining kommen. Wir freuen uns auf jeden Interessierten“ wünscht sich Abteilungsleiter Putzhammer weiteren Judo-Nachwuchs.

Rudi Belser, 1. Vorstand des Turnverein freute sich über die gute Resonanz beim „Ehemaligen-Treffen“: Natürlich freue ich mich über das Jubiläum der Abteilung Judo im TV Traunstein. Wir sind im Verein breit aufgestellt und der Judosport hat hier seinen festen Platz. Wir wünschen der Abteilung gerade auch in der Nachwuchsarbeit für die nächsten Jahre weiter viel Erfolg.“



Diskutierten am vergangenen Samstag viel über die "guten alten Zeiten" im Judo des TV Traunstein. Ehemalige Abteilungsleiter, Trainer und Übungsleiter trafen sich mit dem jetzigen Abteilungsleiter Franz Putzhammer (vorne links) und dem 1. Vorstand des TV Traunstein Rudolf Belser (rechts) zum 55-jährigen Jubiläum.

Andreas Wittenzellner

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