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BayernJudo.de: Ludwig Fuchs erhält Bundesverdienstkreuz
Aus den Bezirken / Oberbayern
Sonntag, 29.11.2009 - 16:59 Uhr

Ehrung des Bundespräsidenten für Judo-Urgestein aus Oberbayern

Ludwig Fuchs erhält Bundesverdienstkreuz

Der Bundesverdienstorden ist die höchste Auszeichnung, mit der die Bundesrepublik Deutschland ihre Bürgerinnen und Bürger ehrt. Diese Ehrung des Bundespräsidenten Prof. Dr. Horst Köhler wurde dem aus Oberbayern stammenden Judoka Ludwig Fuchs aus Töging zuteil.

Der Landrat des Landkreises Altötting, Erwin Schneider, überreichte vor kurzem die Auszeichnung im Landratsamt Altötting. Zu der Feierstunde waren neben dem Hausherren folgende Ehrengäste gekommen:
- Bastian Höcketstaller (2. Bürgermeister Stadt Töging),
- Hans-Werner Bauer (Töginger Judoka und Sportreferent im Stadtrat von Töging),
- Denis Weisser (Vorsitzender des Bezirks Oberbayern im Bayerischen Judoverband),
- Uwe Henze (langjähriger Jugendleiter des Bezirks Oberbayern im BJV),
- Erwin Schmitzberger (früherer Stadtrat, Gründer der Töginger Judo-Abteilung),
- Werner Noske (1. Vorsitzender des TuS Töging)
und natürlich nicht zuletzt Judopionier Ludwig Fuchs und seine Gattin Sieglinde.



Nach der Zeremonie


Landrat Schneider bei der Laudatio
Landrat Schneider betonte in seiner Rede, dass dieser Orden der Dank unseres demokratischen Staates für herausragende persönliche Leistungen, die der Ausgezeichnete für das Gemeinwohl erbracht hat, sei. In der Tat kann Ludwig Fuchs auf ein langes und positives Wirken zurückblicken:

Bereits ein Jahr nach seinem Beitritt in die neu gegründete Judo-Abteilung des TuS Töging wurde er dort Judo-Trainer und blieb es 15 Jahre lang bis ins Jahr 1976. 1963 wurde er Kampfrichter auf Bezirksebene, später auch auf Kreis- und Landesebene. Erst im Jahr 1990, also mit fast 50 Jahren, beendete er die aktive Kampfrichtertätigkeit.




Ludwig Fuchs mit Han Ho San
1967 übernahm er die Position des zuständigen Prüfungsbeauftragten des Bayerischen Judo-Verbandes. Hier war er bis 1995 zuständig für die Gürtelprüfungen in ganz Ober- und Südbayern. 1966 initiierte er die oberbayerische Judo-Bezirksliga und wurde Judo-Gebietsbeauftragter für Südbayern, was er bis 1996 blieb. Ganze drei Jahrzehnte, von 1964 bis 1994, war Ludwig Fuchs Judo-Bezirksfachwart (heutige Bezeichnung: Bezirksvorsitzender) von Oberbayern.



Ohne seine kontinuierliche, qualitativ hochwertige Verbandsarbeit in dieser langen Zeitspanne wäre die heutige Stellung des Bezirks Oberbayern - mit derzeit rund über 100 Vereinen und über 7.000 Judoka größter Bezirk im BJV - nicht zu erreichen gewesen.

Ludwig Fuchs hatte immer ein offenes Ohr für die Jugend und hat seit jeher Jugendliche gefördert, trainiert und auch selbst zu Wettkämpfen gefahren und dort betreut.

Besondere Verdienste als Bezirksvorsitzender erwarb er sich bei der Durchführung zahlreicher „Sportaustausch-Reisen“ für den Jugendkader des Judo-Bezirks Oberbayern. Über viele Jahre hinweg entwickelte sich so ein reger Sportaustausch mit Vereinen und Verbänden aus ganz Deutschland, sowie aus Israel, Ungarn, der früheren Tschechoslowakei und anderen Ländern.

Zwischen 1966 und 1991 wurden allein vier Reisen in die frühere ČSSR und drei Reisen ins israelische Rehovot (und entsprechende Gegenbesuche) durchgeführt. Bei diesen Reisen standen nicht nur Trainings und Wettkämpfe mit ansässigen Vereinen und Auswahlmannschaften auf dem Programm, sondern es wurde auch versucht, „Land und Leute“ näher kennen zu lernen und so vielleicht vorhandene Vorurteile abzubauen.

Man kann die von Ludwig Fuchs organisierten Reisen durchaus als aktiven Beitrag zur Völkerverständigung bezeichnen, da hier der Horizont der in der Regel jungen Teilnehmer und das Verständnis für andere Länder und Mentalitäten beträchtlich erweitert wurden. Die neu geknüpften Kontakte wurden vielfach so vertieft, dass im Laufe der Zeit sogar grenzüberschreitende Freundschaften entstanden, die natürlich auch in entsprechenden Gegenbesuchen mündeten.

Ludwig Fuchs übernahm dabei nicht nur die komplette Organisation der Fahrten einschließlich dem Besorgen der notwendigen Visa, sondern kümmerte sich auch großteils um die Finanzierung und erwirkte die dringend notwendige Zuschüsse, um die Fahrten erschwinglich zu halten. Die Auslandsfahrten des oberbayerischen Bezirksjugendkaders - mittlerweile unter der Regie von Uwe Henze - wurden ein fester Bestandteil der erfolgreichen Bezirksjugendarbeit Oberbayerns.


Überreichung der Urkunde
Eine Aufzählung aller weiteren Verdienste und Erfolge von Ludwig Fuchs, erbracht in über drei Jahrzehnten, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Sichtlich gerührt und auch ein bisschen stolz nahm Ludwig Fuchs die Ehrung entgegen.














Die Bundesverdienstmedaille
Er bedankte sich bei seinen damaligen Mitstreitern und vor allem bei seiner Gattin Sieglinde, die ihn stets bei seinem ehrenamtlichen Engagement unterstützt hat und widmete ihr „mindestens die halbe Medaille“. Beim inoffiziellen Teil der Veranstaltung gab es noch ausreichend Gelegenheit, in Erinnerungen zu schwelgen, aber auch den Blick nach vorne zu richten. Noch heute ist Ludwig Fuchs dem bayerischen, vor allem oberbayerischen Judosport verbunden und hält Kontakt zu seinen Nachfolgern.



Ludwig Fuchs, Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Denis Weisser und Uwe Henze gratulierten anschließend Ludwig Fuchs im Namen des Bayerischen Judo-Verbandes und des Bezirks Oberbayern und bedankten sich bei ihm für sein jahrzehntelanges, herausragendes Engagement.



Oberbayern unter sich



Fotos: Denis Weisser, Archiv Ludwig Fuchs

Denis Weisser
Bezirksvorsitzender Oberbayern

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