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BayernJudo.de: Gravierende Änderungen, ausgiebig diskutiert
Kampfrichter
Sonntag, 29.11.2009 - 21:01 Uhr

Kampfrichter-Lehrgang in Oberhaching

Gravierende Änderungen, ausgiebig diskutiert

Das Jahr neigt sich allmählich dem Ende zu. Das bedeutet nicht nur Plätzchen backen und die letzten Weihnachtsgeschenke einkaufen, sondern auch, sich im Judo mit den Neuregelungen für das kommende Jahr 2010 auseinanderzusetzen. Die Kampfrichter des BJV taten dies am Wochenende in Oberhaching.

Bernd Röder, Hinnerk Hagenah und Ludwig Tradler eröffneten den Fortbildungslehrgang der C-, D- und D1-Kampfrichter vergangenes Wochenende mit einem Referat zum Thema „Persönlichkeit eines Kampfrichters“. Die Präsentation verdeutlichte, dass unter anderem auch Selbstbewusstsein eine wichtige Rolle in der Kampfrichterei spielt. Zu viel oder zu wenig Selbstbewusstsein – beides wird meist negativ von den Zuschauern aufgefasst und angemahnt. Hier gilt es den richtigen Mittelweg zu finden, erläutert Tradler anhand von Fallbeispielen.

Am Abend stand der gesellschaftliche Aspekt im Vordergrund. Die Teilnehmer fanden sich im „Stüberl“ ein, wo bis spät in die Nacht gute Gespräche geführt wurden und Erfahrungsaustausch stattfand.

Im zweiten Themenblock am Samstagmorgen wurden Kampfregeln aufgefrischt und die Neuerungen für das Wettkampfjahr 2010 vorgestellt. Besonders erwähnenswert ist die Änderung, dass direkte Angriffe mit einer oder beiden Händen unterhalb des Gürtels mit Shido geahndet werden. Im Wiederholungsfall droht in der U17/ U20 und im Erwachsenenbereich die Disqualifikation mit Hansokumake. Aber was wäre Judo, wenn es nicht zu (fast) jeder Regel eine Ausnahme gäbe. Demnach ist das Fassen unterhalb des Gürtels für Konteraktionen und bei Kombinationen wiederum erlaubt. Eine Finte zählt jedoch nicht als Auftakttechnik einer Kombination, da hier keine Wurfabsicht unterstellt wird.

Die zweite gravierende Änderung ergibt sich im Golden Score. Sollte ein Kampf nach der regulären Zeit nicht entschieden sein und in die Verlängerung gehen, so fließen alle bis dahin erzielten Wertungen, Strafen und Kinsas mit ein. Das heißt der Kampf kann unter Umständen mit dem nächsten ausgesprochenen Shido beendet sein. Weitere, eher kleinere Änderungen wurden von den Lehrgangsleitern ergänzt.



Im Seminarraum
Foto: Manfred Schmid



Nach der vielen Theorie ging es in Richtung Judohalle, wo die Änderungen im praktischen Teil verdeutlicht wurden. Auf den ersten Blick klangen die neuen Interpretationen einfach und verständlich. Bei der Umsetzung sorgte die Regelinterpretation jedoch für ausreichend Gesprächsstoff und führte teilweise zu langwierigen Diskussionen.



Praxisteil
Foto: Petra Bauer



Nachdem alle Fragen geklärt waren, prüften die Referenten das Wissen der teilnehmenden Kampfrichter in Form eines schriftlichen Tests. Nur mit Bestehen dieser Prüfung ist eine Lizenzverlängerung für das neue Jahr möglich. Alle Kampfrichter haben sich dafür gut vorbereitet und folglich bestanden.


Der Abend stand zur freien Verfügung. Viele nutzten die Möglichkeit eines Sauna- oder Schwimmbadbesuchs, bevor der Abend im Restaurant beim gemütlichen Beisammensein ausklang.



Der Eindruck täuscht: Beim Lehrgang waren alle Kampfrichter aufmerksam und hochkonzentriert. Nur abends wich die Anspannung... ;-)
Foto: Claudia Plötz



Am Sonntag fand als Abschluss des Lehrgangs eine Videoanalyse statt. Die Szenen auf dem Video sorgten des Öfteren für Diskussionsbedarf, da auch erfahrene Kampfrichter nicht immer einer Meinung sind.


An dieser Stelle gilt ein herzlicher Dank unseren KR-Obmännern Herbert Eberlein, Ludwig Tradler, Bernd Röder und Hinnerk Hagenah für die gute Organisation des Lehrganges sowie für die aufschlussreichen Erklärungen und unzähligen Diskussionen.

Claudia Plötz
BJV-Presseteam

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