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BayernJudo.de: „Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“
Aus- und Fortbildung
Donnerstag, 14.1.2010 - 23:20 Uhr

DJB-Jugendleiter-Seminar in Köln

„Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“

Rainer Hussong (DJB-Jugendsekretär) und Wolfgang Ehnes (stellv. DJB-Jugendleiter) empfingen vom 08.-10. Januar 2010 alle interessierten, in der Jugendleitung tätigen Judoka Deutschlands zum DJB-Jugendleiter-Seminar im Bundesleistungszentrum Köln. Neun verschiedene Referenten setzten dem breit gefächerten Publikum Impulse in einer Vielzahl an Themen.

Unter den 60 Teilnehmern, deren Alter sich zwischen 17 bis 77 Jahren bewegte, waren auch fünf Bayern: Otto Heyder, Horst Geiger (beide ASV Naisa-Ellerntal), Christina Schimann, Florian Lackner (SF Harteck München) und Kati Hübner (stellv. BJV-Jugendreferentin).

Direkt nach der Anreise wurden die Formalien und Finanzen bei der „guten Seele“ des DJB, Rainer Hussong, erledigt. Das Abendessen half, die Kräfte nach der langen Anreise für die „aktuelle Runde“ zu mobilisieren. Marco Markovic (Kreisjugendleiter Bergisch Land) stellte in dieser Einheit den „Kinderjudotest“, der gerade in Nordrhein-Westfalen (NRW) für die Sichtung von Kindern in Schulen, Vereinen und Stützpunkten erprobt wird, vor.

Hussong beendete den ersten Tag mit dem Bericht über die Entwicklung der Judo-Safari in den Vereinen und Verbänden seit 2008.

Am zweiten Tag eröffnete Heide Förster (Diplom-Sportwissenschaftlerin) den interaktiven Theorieteil „Entwicklungsschritte von Kindern wahrnehmen und verstehen“ mit den Worten „Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“. Schwerpunkte legte die Mitarbeiterin der Deutschen Sporthochschule zum einen auf den Zusammenhang zwischen geistiger, sozialer, Bewegungs- und Gefühlsentwicklung sowie Bewegung, Wahrnehmung und Sprache. Und zum anderen auf die Meilensteine der Entwicklung in Motorik, Wahrnehmung, im sozialen Verhalten sowie der emotionalen und geistigen Entwicklung. Im Anschluss konnten alle Teilnehmer unter dem Motto „Entdeckung des Möglichen in der Bewegungswelt Judo“ Umsetzungsstrategien selbst entwickeln und anwenden.

Nach der wohlverdienten Mittagspause berichtete Erik Goertz (NWJV-Jugendbildungsreferent) von der Ernennung, Entwicklung und Organisation so genannter „J-Teams“ (Jugend-Teams). J-Teams schließen sich aus mehreren Jugendlichen zusammen und stellen ein Sprachrohr der Heranwachsenden sowie die Schnittstelle zur Verbandsjugendleitung dar.

Als Highlight des Jugendleiter-Seminars kristallisierte sich die Judo-Praxiseinheit am Samstagnachmittag heraus. Diese wurde vom Olympiasieger Frank Wieneke abgehalten. Er demonstrierte unter dem Thema „Seoi-nage: Von der Basis zum Olympiasieger“ verschiedene Varianten des Schulterwurfes und plauderte dabei aus seinem Erfahrungspool.
Christa Engstenberg-Mannes (Kunsterziehungslehrerin) schloss mit ihren Ideen für den kreativen Teil der Judo-Safari mit praktischen Übungen den offiziellen Teil des Tages.

An dritten und letzten Tag des Seminars standen noch drei Vorträge an. Wolfgang Ehnes informierte die anwesenden Jugendleiter kurz über die Möglichkeiten Judo-Schulsport-Bodenturniere durchzuführen. Die Aussage, dass Ehnes seine Schulleitung davon überzeugen konnte, den Ballettraum mit 120 Judomatten auszulegen und 250 Judoanzüge zu beschaffen, die von den Schülern geliehen werden können, macht die Stellung des Judosports und die daraus folgenden Möglichkeiten in Nordrhein-Westfalen deutlich.

Nachdem Peter Schlatter (Europameister) die Bedeutung der Ernährung im Sport und die Vorteile eines Nahrungsergänzungsmittels darstellte, kam Anja Derksen (Trainerin für Gewaltprävention) zu Wort. Derksen griff das brisante Thema der Gewalt- und Missbrauchsprävention auf. Mit Fragen wie: „Was versteht man unter sexuellen Missbrauch?“, „Welche Reaktionen sollten auf exhibitionistische Handlungen folgen?“, „Welche Kinder werden von Tätern bevorzugt?“, „Wie sieht ein typischer Täter aus?“, „Wie viele Fälle sexuellen Missbrauchs werden jährlich aufgedeckt?“ wurden die Teilnehmer in dieser abschließenden, sehr interessanten Einheit konfrontiert.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die drei Tage in Köln eine große Bereicherung für alle Anwesenden waren. Von den Referenten wurden sehr viele gute Impulse gesetzt, die die Jugendleiter in ihrer weiteren Arbeit beschäftigen werden.



Die bayerischen Teilnehmer mit Frank Wieneke
Foto: Otto Heyder

Kati Hübner
stellv. Jugendreferentin w

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