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BayernJudo.de: Regeländerungen im Fokus
Kampfrichter
Donnerstag, 21.1.2010 - 22:55 Uhr

Gruppen-Kampfrichterlehrgang in Oberhaching

Regeländerungen im Fokus

Vom Kampfrichter-Lehrgang der DJB-Gruppe Süd in Oberhaching berichtet Jens Jakob.

„Die IJF möchte die fundamentalen Judowerte erhalten. [Â…] Auf der anderen Seite möchte die IJF die Kampfregeln während der Olympiaqualifikationsperiode ändern. Aus diesem Grund hat die IJF viele Experimente durchgeführt und neue Regeln für die Zeit-Spanne vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012 beschlossen.“ (International Judo Federation)

Diese Regeländerungen werden auf allen Ebenen des Judosports wirksam und müssen daher allen Beteiligten bekannt sein. Die notwendigen jährlichen Fortbildungsmaßnahmen für alle Kampfrichter fanden mit den ersten Lehrgängen für Bundeskampfrichter bereits ab November statt. Zu dieser Zeit war die Anpassung der Regeln noch nicht vollständig beendet. Am Wochenende vom 8. bis 10. Januar 2010 fand nun in Oberhaching der Lehrgang für alle Bundeskampfrichter der Gruppe Süd statt.

Wesentlicher Teil der Regeländerungen ab dem Sportjahr 2010 ist das Verbot des Greifens und Blockens der Beine bzw. unterhalb der Gürtellinie. Als Sanktion auf diese Techniken wird in Zukunft eine Bestrafung mit Hansokumake, also der sofortige Verlust des Kampfes, erfolgen. Ausgenommen von diesem Verbot ist lediglich das Greifen der Beine in einer Kombination von Techniken, also wenn der Griff zum Bein erst bei der Folgetechnik nach einem ernst gemeinten Angriff erfolgt. Eine weitere Ausnahme bildet der Griff an die Beine bei einem Konter auf einen bereits mit direktem Körperkontakt ausgeführten Angriffswurf.

Die Ausführungen zu diesen neuen Regeln, Ausnahmen und den sich daraus ergebenden Grenzbereichen beschäftigten die Kampfrichter der Gruppe Süd über zwei Tage hinweg in Theorie und Praxis. Bei der Videoanalyse wurden dazu eindeutige Szenen betrachtet, aber auch Situationen besprochen, die bei der Konsultation auf der Matte ein „Zwei zu Eins“-Meinungsbild liefern würden. Für die Praxis würde dies bedeuten, dass weder eine Bestrafung ausgesprochen würde, noch eine Bewertung der Technik erfolgte.

Die Lehrgangsteilnehmer um Gruppenreferent Klaus Pfaffl und Weltkampfrichter Vladimir Hnidka waren sich aber einig, dass die Kämpfer nicht versuchen werden Beingreifer-Techniken anzuwenden, die sie in die Gefahr eines Hansokumakes führen.

Neben diesem bedeutenden Themenkomplex der Angriffe unterhalb der Gürtellinie wurden auch noch weitere Themen an der Sportschule in Oberhaching besprochen. So soll defensive Kampfweise im Wettkampf in Zukunft noch schneller zu einem Shido führen. Hier ist, sofern diese Haltung von beiden Kämpfern ausgeht, auch eine gleichzeitige Bestrafung beider Kämpfer möglich.

Auch Ausnahmeregelungen für Altersklassen der Jugend wurden thematisiert, bei denen ein Verstoß gegen die Beinfassregelung mit Shido bestraft wird und in der U17 im Wiederholungsfall sogar mit Hansokumake. Weitere Regelanpassung in der Jugend (U11/U14) ist das Verbot der Reiter-Technik als Umdrehtechnik. Grundgedanke dieses Verbotes ist der Schutz der Jugendlichen und Kinder.

Neben den Informationen für die Kampfrichter aller Landesverbände nutzten die anwesenden Landesreferenten Herbert Eberlein (Bayern), Pierre Bruckmann (Baden) und Frank Müller (Württemberg) die Lehrgangszeit auch, um ihre Kampfrichter über Neuigkeiten aus ihren Verbänden zu informieren.

Ungeliebter Teil des Gruppen-Lehrgangs war – wie in jedem Jahr – auch der schriftliche Test.

Neben den Inhalten der fachlichen Fortbildung bot der Lehrgang den anwesenden Kampfrichtern die Zeit, sich mit den Kolleginnen und Kollegen über weitere Themen auszutauschen. Ein Austausch, der trotz unzähliger Kampfrichter-Einsätze des einzelnen sonst oft zu kurz kommt.

Nach Abschluss des Lehrgangs freuen sich die Kampfrichter der Gruppe Süd auf die anstehenden Meisterschaften und bereits jetzt auf den Fortbildungs-Lehrgang für das Sportjahr 2011, der dann im Landesverband Baden stattfinden wird.

Jens Jakob

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