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BayernJudo.de: Zwei bayerische Talente machen sich auf den Weg nach London
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Dienstag, 18.5.2010 - 10:49 Uhr

Christopher Vlk und Tobias Englmaier im Portrt

Zwei bayerische Talente machen sich auf den Weg nach London

Der Startschuss zur Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 ist gefallen: In Tunis wurden die ersten Punkte auf dem langen Weg nach London vergeben. Die bayerischen Top-Athleten Tobias Englmaier und Christopher Völk gingen mit ins Rennen um die begehrten Startplätze und Tobias Englmaier konnte mit seinem fünften Platz schon zeigen, dass mit ihm zu rechnen ist. Doch auch Christopher Völk zeigte – obwohl er nicht in die Punkteränge kam - wieder eine starke Leistung. Die beiden Drittplatzierten der diesjährigen Deutschen Einzelmeisterschaften haben das Vertrauen des Bundestrainers und werden schon diesen Mittwoch nach Brasilien aufbrechen, um sich in Rio de Janeiro und Sao Paolo wieder mit der Weltspitze zu messen.

Christopher Völk – Nie ohne meine Mütze


Mit 15 Jahren wechselte das Regensburger Judotalent Christopher Völk von seinem ersten Verein Post Süd Regensburg zum TSV Abensberg. Mit diesem Schritt legte er den Grundstein für seine Judokarriere und die Erfolge stellten sich bald ein. Mit 18 Jahren wird er Deutscher Juniorenmeister und holt sich die Bronzemedaille bei der U20-Europameisterschaft. Zwei Jahre später nimmt er an der Universiade in Belgrad teil und verpasst nur knapp den Sprung aufs Podest (Platz 5).

Mittlerweile hat sich Chris bei den Herren in seiner Gewichtsklasse -73 kg etabliert und ein großes Ziel vor Augen: „Es wäre super 2012 in London zu kämpfen. Das wollen aber auch andere und das Niveau ist sehr hoch. Es wird also hart, aber mit ein wenig Glück kann ich es schaffen.“ Um dieses Ziel zu erreichen trainiert er täglich am Stützpunkt in München, wo er auch lebt und Medizin studiert.

Sein Studium konnte der 21-jährige bislang gut organisieren. Die Uni hat einen Kooperationsvertrag mit dem Olympiastützpunkt abgeschlossen und kommt Leistungssportlern beispielsweise mit flexiblen Anwesenheitszeiten entgegen. In diesem Sommer steht für Christopher das Physikum an, dafür wird er dann doch eine kurze Judo-Wettkampfpause einlegen müssen. Danach konzentriert sich der Ko-uchi-gari- und Uchi-mata-Spezialist dann wieder voll und ganz auf seine Judokarriere: „Chirurg kann ich auch später noch werden.“



Uchi-mata...



...Ippon!

Für Christopher Völk ist Judo ein Lebensmittelpunkt, ohne den ihm definitiv etwas fehlen würde. „Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann kein Judo mehr zu machen.“ Das heißt jedoch nicht, dass er keine anderen Interessen hat. An wettkampffreien Wochenenden spielt er mit seinen alten Freunden Fußball in der Bunten Liga in Regensburg und geht im Winter gerne zum Snowboarden.

Judo bleibt jedoch die große Leidenschaft und mit der Glücksmütze im Gepäck kann nichts mehr schiefgehen!



Tobias Englmaier – Vollgas für den Erfolg


Der 60 Kilo-Mann Tobias Englmaier tat seine ersten Schritte auf der Judomatte im Alter von fünf Jahren in Landsberg. Als er in der Jugend die ersten Erfolge feiern konnte, wechselte er aufgrund der besseren Trainingsbedingungen zum TSV München-Großhadern. Mittlerweile trainiert der 21-jährige Mechatronik-Student dort bis zu 10 Mal pro Woche für sein großes Ziel: die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London.

Die erste Hürde - das Qualifikationsturnier in Tunis - ist geschafft, doch „nach nur einem Wettkampf ist es schwierig, eine Aussage zu treffen. Es waren sehr gute Leute da und es lief ganz erfreulich für mich. Aber ich möchte auf jeden Fall noch besser werden!“

Mit seinen Spezialtechniken Morote-Seoi-Nage und Sode-Tsuri-Komi-Goshi hat er schon in der Jugend seine Gegner das Fürchten gelehrt. Mehrere nationale Titel heimste er bei den Junioren ein und wurde bei der Deutschen Meisterschaft 2005 als bester Kämpfer ausgezeichnet.

Doch seine Karriere war auch geprägt von vielen langwierigen Verletzungen. Alle Außenbänder seiner Knie waren schon an- beziehungsweise abgerissen. Monatelang trainierte er unter Schmerzen mit einer Olekranonfraktur (im Ellenbogen), die erst nach einem Ärztemarathon entdeckt wurde. Dazu kommen Meniskusverletzungen und Bandverletzungen im Sprunggelenk. Doch mit eisernem Willen und hartem Training schaffte Tobias es immer wieder, sich in die deutsche und internationale Spitze zurückzukämpfen.



Tobias Englmaier wirft Sode-tsuri-komi-goshi



Noch eine Lieblingstechnik: Ura-nage


Im Moment liegt sein Trainingsschwerpunkt auf Ausdauer. Dafür trainiert er mehrmals pro Woche auf dem Ergometer in einer Höhenkammer. Durch den geringeren Sauerstoffgehalt in der Luft der Kammer soll die Vermehrung der roten Blutkörperchen angeregt und damit der Sauerstofftransport im Blut verbessert werden. In seiner knapp bemessenen Freizeit macht Tobias aber am liebsten Sport im Freien. Beim Fahrradfahren, Beachvolleyball oder Fußball kann er vom Alltag abschalten. Und wenns danach noch Schweinsbraten mit Knödeln gibt, ist der Tag perfekt.

Sarah Neumann
BJV-Presseteam

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