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Sonntag, 20.6.2010 - 19:51 Uhr

Königsbrunner Polizei-Judoka wieder in Japan

Den Horizont erweitert

Die Königsbrunner Polizei-Judoka haben nun zum dritten Mal eine Japanreise für ihre Vereinsmitglieder organisiert. 2002 reisten sie im Rahmen eines gegenseitigen Jugendaustausches nach Kuji, 2007 trainierten sie auf der südlichen Insel Kyushu.

15 Judoka des Polizei-SV Königsbrunn, im Alter von 14 bis 65 Jahren, begaben sich unter der Führung der beiden Trainer Regina und Hannes Daxbacher in den Osterferien zu einem Trainings- und Kulturaufenthalt nach Japan. Dank ihrer Beziehungen in das Mutterland des Judo konnten die beiden ihren Judoschülern das Land der aufgehenden Sonne aus drei grundverschiedenen Perspektiven zeigen.


1. Training an der Nationalen Sportuniversität in Kanoya (NIFS)

Für einige Trainingseinheiten konnten die Königsbrunner Judoka das harte Judotraining der Hochleistungsgruppe in Kanoya erleben. Dazu gehörte das morgendliche Lauftraining und ein Judotraining, das knappe 4 Stunden dauerte. Das Königsbrunner Team nahm im Rahmen seiner körperlichen Möglichkeiten am äußerst anstrengenden Trainingsbetrieb teil und zeigte sich auf der Matte von der besten Seite. Der langjährige Judofreund, Professor Hatsuyuki Hamada, seit kurzem mit dem 8. Dan im Judo graduiert, hatte in der Technikauswahl für die Brunnenstädter ein gutes Auge und viel Feingefühl.





Neben dem Training stand ein Empfang beim Bürgermeister der Stadt Kanoya, Yoshihiro Shimada, auf dem Programm. Selbst der deutschsprechende Präsident der Universität, Tetsuo Fukunaga, ließ es sich nicht nehmen, gleich nach seiner anstrengenden Auslandsreise, das deutsche Team zu einem Meeting zu laden. Herr Fukunaga studierte vor knapp 30 Jahren an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Ein besonderer Höhepunkt war der Vergleichskampf mit den Judoka aus Kanoya. Der erste Durchgang ging mit einem 6:6 unentschieden aus, während in der zweiten Begegnung die japanischen Judoka knapp mit 5:4 Punkten siegen konnten.





Ein anschließendes Training in der wunderschönen Judohalle, dem Budokan, mit ca. 150 Judoka bot nochmals die Möglichkeit zu einem großen Energieverbrauch. Danach stand mit „Hanami“, dem gemeinsamen Feiern und Essen unter blühenden Kirschbäumen, ein weiteres Highlight auf dem Programm.

Ein gemeinsamer Abend mit dem Judopräsidenten Kennro Yamakawa und Uchimura-Sensei zeigte die gesellschaftliche Seite der japanischen Kultur. Juliane Freiesleben erhielt zu diesem Anlass einen etwa 10.000 Euro teuren handgefertigten Seidenkimono angezogen. Nach dem üppigen Dinner konnten sich die Königsbrunner Polizei-Judoka beim Karaoke versuchen und gaben einige Lieder zum Besten.



Nach einem Sightseeing am Ostersonntag in der Präfekturhauptstadt Kagoshima wurden die Koffer gepackt, denn am nächsten Tag ging es weiter nach Kashima.


2. Leben bei japanischen Familien in Kashima

Die Abreise von Kanoya ging per Inlandsflug nach Haneda und von dort mit einem Überlandbus in die Küstenstadt Kashima. Diese ist berühmt für die Kashima Antlers, eine Spitzenmannschaft in der japanischen Fußballliga, das wunderbare Fußballstadion und natürlich für den großen Metallkonzern Sumitomo, der über 6.000 Arbeitsplätze bereitstellt.

Judo-Großmeister Shigeru Kariya, 7. Dan, hatte für die Königsbrunner Judofreunde die Möglichkeit zum Leben in japanischen Familien organisiert. So konnten die Brunnenstädter Judoka tiefe Einblicke in die Gewohnheiten ihrer Gastfamilien erhalten, die sie für drei Tage großzügig an ihrem Leben teilnehmen ließen.

Auf dem Programm stand aber auch ein Besuch im Polizeiausbildungszentrum der Präfektur Ibaraki und der Ausbildungsleiter ließ die Fähigkeiten der Polizeischüler im Sport und der Selbstverteidigung eindrucksvoll demonstrieren.

Danach wurden die Königsbrunner vom Vizegouverneur der Präfektur Ibaraki, Ryosuke Kozuki, empfangen, der vom Engagement und der Judosichtweise der Königsbrunner Polizei-Judoka sehr begeistert war. Der ehemalige Spitzenjudoka zeigte sich äußerst interessiert an einem zukünftig noch engeren Kontakt und gab sein reges Interesse an einem weiteren Austausch mit auf den Weg.

Bei sehr angenehmem Wetter besuchte die Königsbrunner Judogruppe den für seine Pflaumen- und Kirschbäume sehr beliebten Korakuen-Park in Mito. Ein Besuch im Kindergarten von Kashima, in dem Meister Kariya regelmäßig Judo unterrichtet, gehörte ebenso zum offiziellen Programm wie ein Empfang im Rathaus der Stadt Kashima. Besondere Freude hatten die Kinder am Training mit den fremden Erwachsenen und vor allem an dem mitgebrachten übergroßen Stoffosterhasen. Einen kulturellen Höhepunkt bildete der Besuch des in ganz Japan bekannten Kashima-Schreines.



Ein gemeinsames Judotraining in der großen Judohalle von Kashima und die anschließende Danksagung von Delegationsleiter Hannes Daxbacher an Kariya-Sensei und die Gastfamilien mit ausgesuchten Geschenken war der offizielle Abschluss der wunderbaren und sehr lehrreichen Zeit in Kashima.







Am nächsten Tag ging es mit dem Überlandbus zum letzten Teil der Japanreise in die Metropole Tokio.


3. Weltstadt Tokio

Der krasse Gegensatz zu den bisherigen Stationen in Kanoya und bei den Familien in Kashima bot sich nun den Königsbrunner Polizei-Judoka in der Hauptstadt Japans.

Ein unbeschreiblich großer Menschenandrang an den Bahnhöfen und in den Straßen, ein Geschäft neben dem anderen und oftmals das groteske Nebeneinander von modernen Wolkenkratzern und alten buddhistischen Tempeln oder Shinto-Schreinen zeigten den besonderen Reiz dieser Weltstadt.

Natürlich wurde der berühmte Senso-Ji, auch Asakusa-Kannon Tempel genannt, besichtigt. Dann ging es zum Kodokan, der ersten und bedeutendsten Judoschule der Welt. Dort fand das Training der Top-Judoka statt, die sich einmal im Monat in Vergleichskämpfen um Ranglistenpunkte bemühen. Ein Besuch im Ueno-Park gehörte ebenso zum Programm wie die Fahrt zum Epson Aqua Center. Die dortige Delphinschau war vor allem für die jüngeren Gruppenteilnehmer eine willkommene Abwechslung zu den bisherigen kulturellen Besichtigungen und Erfahrungen. Natürlich wurde die Zeit für Shopping wie im berühmten „Electric City“ Akihabara genutzt und der „neueste Schrei“ mit nach Deutschland gebracht.

En Abschluss der großen Reise bildete das gemeinsame Training im Kodokan mit etwa 150 bis 200 Judoka aller Altersklassen. Die Königsbrunner Polizei-Judoka konnten sich hier nochmals mit den Japanern im „kultivierten Kämpfen“ messen. Juliane Freiesleben übte mit dem knapp 76-jährigen katholischen Priester Makoto Noguchi das Verhalten im Randori und konnte jede Menge von dem Altmeister lernen.

Das große Ziel, nämlich dass die Vereinsjudoka Kontakt mit den japanischen Judoka, den Menschen und der Kultur erhalten und dadurch ihren persönlichen, sportlichen und kulturellen Horizont erweitern können, wurde über alle Maßen erreicht. Besonders bemerkenswert war für die Brunnenstädter die ausgewiesenen Höflichkeit und Gastfreundschaft der Japaner sowie deren konsequente Haltung zum Judo und zum Training.

Die begeisterten Judoka gaben an, dass diese Reise bei allen als lebenslange Erinnerung bleiben wird und das eigene Leben mit den vielfältigen Erfahrungen bereichern wird.

Hannes Daxbacher
Polizei-Sportverein Königsbrunn

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