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BayernJudo.de: „Mann gegen Mann, Wertung gegen Wertung!“
Sportgeschehen / Liga
Sonntag, 21.11.2010 - 00:56 Uhr

Bundesliga-Finale in Abensberg

„Mann gegen Mann, Wertung gegen Wertung!“

Der TSV Abensberg holt sich vor heimischen Publikum in der Josef-Stanglmeier-Halle, dem so genannten „Hexenkessel“, den 16. Deutschen Mannschaftsmeisterschaftstitel mit einem deutlichen 8:4-Sieg gegen den KSV Esslingen und einem 3:10-Sieg im Finale gegen den JC Leipzig.
Abgerundet wurde das Ganze mit einer eindrucksvollen Show, die für Stimmung sorgte, wie sie besser nicht hätte sein können.

Judo vom Feinsten und eine Show, die alle Erwartungen übertraf. Der TSV Abensberg hat wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, dass Bayern ein würdiger Austragungsort für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft ist und neben bis ins Detail geplanten Lichteffekten sogar einen eigenen Song umgeschrieben. Dieser wurde zu Beginn eingespielt, während sich die ausverkaufte Halle noch im Dunkeln befand. Anschließend gingen zwei Feuerwerksfontänen los und die Mannschaften zogen unter dem Beifall der Zuschauer mit ausgewähltem Liedmaterial in die Halle ein.






Ehrenabteilungsleiter Otto Kneitinger, DJB-Präsident Peter Frese und Bürgermeister Dr. Uwe Brandl sprachen einige Grußworte und verwiesen auf die Live-Übertragung im Internet, wo zusätzlich noch mehrere tausend Zuschauer das Event verfolgen konnten.


H A L B F I N A L E

SU Witten-Annen - JC Leipzig (1)

Nach Vorstellung der Kampfrichter unter der Leitung von Stephan Bode begannen auch schon die Kämpfe. In der ersten Begegnung standen sich die SU Witten-Annen und der JC Leipzig gegenüber. Schnell wurde klar, dass die SU Witten-Annen wohl nur Außenseiterchancen auf den Titel haben dürfte, denn die ersten fünf Punkte gingen an den JC Leipzig. Erst De La Chroes Marvin brach den Bann und siegte mit einem sehenswerten Uchi-Mata gegen Danny Tempel. Auch der letzte Punkt ging an Witten-Annen, indem Hendrik Schönman sein Gegenüber mit einem Fußfeger von der Matte schickte. Somit stand es nach dem ersten Durchgang 2:5 für die Leipziger.




TSV Abensberg - KSV Esslingen (1)

Im zweiten Durchgang der ersten Halbfinal-Runde griff der TSV Abensberg aktiv ins Geschehen ein. Den Anfang machte Andreas Tölzer, der Dimitri Kosenko im Schwergewicht mit einer Schleudertechnik besiegte (1:0). Ebenfalls erfolgreich von der Matte ging Dominik Gerzer, der einen technisch einwandfreien O-uchi-gari zeigte (2:0). Georgii Zantaraia setzte die Siegesserie fort und warf Lasse Leitert erst mit einem Tani-otoshi, der ihm ein Yuko einbrachte, und anschließend mit einem Uchi-mata-gaeshi, für den er den Sieg zugesprochen bekam (3:0).



Ein schwereres Los hatte Gerhard Zeitler in der Gewichtsklasse -66 kg. Er stand seinem früheren Teamkollegen Adrian Kulisch gegenüber. Da sich beide gut kennen, verlief die Begegnung erwartungsgemäß ausgeglichen. Lediglich Kulisch brachte einmal einen Seoi-nage durch, wofür er eine kleine Wertung erzielte. Nach Ablauf der Kampfzeit war dies die entscheidende Aktion zum 3:1-Stand.



Auch der folgende Kampf von Christopher Völk (-73 kg) war ausgeglichen. Erst 19 Sekunden vor Schluss gelang dem Abensberger ein Ippon gegen Rene Schneider (4:1). Ilias Iliadis konnte die Angriffe von Peter Abel durch seine turnerischen Fähigkeiten abwehren und warf diesen mit einem schönen Uchi-mata (5:1).



Weniger beeindruckend war die letzte Begegnung. Sven Maresch kam mit Euan Burtons Kampfstil nicht zurecht und kassierte eine Strafe nach der anderen, was zur Disqualifikation mit Hansoku-make führte (5:2).


SU Witten-Annen - JC Leipzig (2)

Im Anschluss folgte der zweite Teil der Begegnung SU Witten-Annen gegen den JC Leipzig. Die mitgereisten Judofans aus Leipzig feuerten ihre Athleten lautstark an, während diese bereits nach kurzer Zeit den Finaleinzug perfekt machten. Witten-Annen konnte noch weitere dreimal punkten, musste aber feststellen, dass im Halbfinale Endstation ist. Insgesamt endete die Mannschaftsbegegnung 5:9 für die Sachsen.




TSV Abensberg - KSV Esslingen (2)

Nun musste noch der Finalgegner ermittelt werden, indem das Duell TSV Abensberg gegen KSV Esslingen in die zweite Runde ging.

Wiederum startete Andreas Tölzer mit einem Sieg. Er bezwang den körperlich unterlegenen Tim Roser mit einem Schenkelwurf (6:2).



Lukas Krpalek, der zweifache tschechische Juniorenweltmeister schlug anschließend Jörn Linckh mit einem einwandfrei angesetzten Uchi-mata (7:2).



Die Punkte abgeben musste leider Philip Graf, der nach einer starken Leistung ausgekontert wurde (7:3).

Diesmal musste Dominik Liebl (- 66 kg) gegen seinen Ex-Teamkollegen Adrian Kulisch antreten. Beide taten sich schwer, den anderen zu überraschen, da man doch jahrelang einen gemeinsamen Weg gegangen ist. Ein Kampf, gespickt mit vielen Wurfansätzen, der jedoch ohne Wertung endete (7:3).

Fabian Seidlmeier hatte gegen Rene Schneider das Nachsehen und musste einen Ippon für eine Aushebetechnik hinnehmen (7:4). Jeweils über die ganze Kampfzeit gingen die letzten beiden Kämpfe. Während Robert Dumke ein Hike-Wake (Unentschieden) erzielte (7:4), konnte Joao Neto mit einer Waza-ari-Wertung sein Duell beenden (8:4). Abensberg siegte damit deutlich und stand ebenfalls im Finale.



Vor dem Finale nahm der Bayerische Judo-Verband noch zwei Ehrungen vor. Christopher Völk wurde von Präsident Raimund Kronawitter und Vize-Präsidentin Bianca Mederer aufgrund seiner zahlreichen nationalen und internationalen Erfolge den 2. Dan verliehen. Ebenfalls ein Präsent erhielt Albert Mühlbauer, der viele Jahre als Kampfrichter tätig war und sich aus Altersgründen zurückzieht.



Zur Einstimmung auf das Finale zeigten die Cheerleader des TSV Abensberg ihr Können.





F I N A L E

TSV Abensberg - JC Leipzig

Im ersten Kampf des Bundesliga-Finales zwischen dem TSV Abensberg und dem JC Leipzig gelang es
Vize-Weltmeister Andreas Tölzer wegen des Negativ-Judos seines Gegners Henry Hubert eine Wurftechnik anzusetzen. Dieser erhielt mehrere Bestrafungen, die schließlich zur Disqualifikation führten (0:1).



Ebenso einen Punkt für den TSV Abensberg holte Dominik Gerzer, der Danny Tempel mit einem O-uchi-gari besiegte (0:2). Georgii Zantaraia, der Vizeweltmeister von 2010, bot herrliches Judo und warf Simon Yacoub mit einem hervorragenden Ura-nage (0:3).



Der nächste Punkt ging an den JC Leipzig. Gerhard Zeitler verlor bei einer Würgetechnik kurzzeitig das Bewusstsein, was laut Regelwerk als „nicht mehr kampffähig“ gilt (1:3).

Joao Pina zeigte, was Judo auf internationalem Topniveau bedeutet und warf Norbert Fleischer mit einer eindrucksvollen Aushebetechnik (1:4). In der Gewichtsklasse -90 kg standen sich Rene Kirsten und Florian Germroth gegenüber, beide erfahrene Judokas. Sie lieferten sich ein ausgeglichenes Duell und beendeten demnach die Begegnung ohne Wertung (1:4). Auch Sven Maresch musste über die komplette Kampfzeit gehen und seine Yuko-Wertung für einen Seoi-nage über die Zeit bringen (1:5).



Nach einer kleinen Verschnaufpause, in der die Cheerleader nochmals eine Showeinlage zum Besten gaben, ging es in die zweite Runde.

Traditionell eröffnete Andreas Tölzer im Schwergewicht die Mannschaftsbegegnung und siegte kampflos nach Verletzungspech (1:6). Dominik Gerzer hatte nun die Möglichkeit, die Meisterschaft vorzeitig nach Abensberg zu holen. Er nutzte diese Gelegenheit auch und jubelte nach Ende der Kampfzeit mit dem Publikum (1:7).



Die nächsten beiden Punkte gingen an den JC Leipzig, da sowohl Philip Graf als auch Gerhard Zeitler vorzeitig unterlagen (3:7). Trotzdem wollte der TSV Abensberg die noch verbleibenden Zähler auf das eigene Konto schreiben. Kiyoshi Uematsu, Ilias Iliadis und Sven Maresch zeigten deshalb nochmals hochmotiviert, wozu ein Rekordmeister fähig ist und brachten die verbleibenden Punkte unter dem Jubel der Zuschauer nach Hause (3:10).




S I E G E R E H R U N G







RUND UM DIE MATTE





Claudia Plötz
BJV-Presseteam

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