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BayernJudo.de: Kampfrichter bereiten sich auf das bevorstehende Wettkampfjahr vor
Kampfrichter
Montag, 29.11.2010 - 21:11 Uhr

Kampfrichter-Lehrgänge in Oberhaching

Kampfrichter bereiten sich auf das bevorstehende Wettkampfjahr vor

Was hat sich die IJF wieder Neues einfallen lassen? – Wesentliche Änderungen und Neuinterpretationen wurden auf dem Kampfrichter-Lehrgang in Oberhaching vom 26. bis 28. November 2010 aufgezeigt und heiß diskutiert. Bear-Hug und Cross-Guard-Grip können kommenÂ… wir sind nun bestens vorbereitet und wissen, nicht nur verbotene Techniken richtig zu bestrafen, sondern auch schönes Judo noch besser zur Geltung kommen zu lassen.

1. Tag
19.00 Uhr:
Die eingeladenen Kampfrichter treffen in Oberhaching ein. Obwohl das ganze Wochenende mal wieder fürs Judo draufgeht, freue ich mich doch, die anderen Kampfrichter-Kollegen wiederzusehen. Ein gesellschaftlich geprägtes Wochenende mit jeder Menge Fun-Faktor und fachlichen Diskussionen liegt vor mir!

20.00 Uhr: Nach einem optisch eher außergewöhnlichen Abendessen und einem Zwischenstopp auf dem Zimmer geht´s in den Praxisteil. Die wesentlichen Änderungen wie „Bear Hug“ und Cross-Guard-Grip werden im Detail erläutert und visuell veranschaulicht. Auch die Neuinterpretation bestehender Regelungen zeigen die Kommissionsmitglieder Ludwig Tradler, Bernd Röder und Franz Haban auf.





22.10 Uhr: Nach einem langen Tag widmen wir uns nun dem gemütlichen Teil. Noch kurz raus aus den Judoklamotten und dann ab ins „Stüberl“. Dort trudeln nach und nach die letzten Lehrgangsteilnehmer ein, die aus beruflichen Gründen nicht früher anreisen konnten. Der Abend vergeht schnell mit guten Gesprächen und zwei Kickerduellen, wo ich sagenhafte 4 Tore erzielt habe. ;-)
Erschöpft und müde gehe ich nach Mitternacht Richtung Zimmer und Bett, wo ich wenige Minuten später einschlafe.


2. Tag
07.30 Uhr:
Der Wecker klingelt. Viel zu früh für meinen Geschmack. Dennoch raffe ich mich auf, um mich in Ruhe auf den Tag vorzubereiten.

08.15 Uhr: Auf dem Weg zum Frühstücksraum begegnen wir einer Gruppe Jugendlichen, die gerade zum Frühsport antreten muss. Gut, dass wir bei dieser Kälte nicht rausgejagt werden.
Während andere schwitzen, trinke ich in aller Ruhe meinen Kaffee aus und dann auf, hurra, zum Seminarraum.

09.00 Uhr: Eine lange Theoriestunde steht bevor. Bis zur ersten 10-Minuten-Pause um 10.11 Uhr werden die IJF-Regeln wieder ins Gedächtnis gerufen und die Neuerungen nochmals verinnerlicht. Eine zweite Pause um 11.23 Uhr ist dringend notwendig, da einzelne Teilnehmer eine hartnäckige Frage nach der anderen auspacken. Der dritte und letzte Teil dieses Vormittags bezieht sich auf das neue Bewertungssystem für Kampfrichter des BJV. 2011 gibt es auf Veranstaltungen keine Bewerter mehr, sondern nur noch „Beobachter“, die den Leistungsstand jedes Kampfrichters differenziert beurteilen sollen. Als Kriterien werden Außendarstellung, Auftreten, Wertungssicherheit, Teamarbeit usw. zu Grunde gelegt.



12.18 Uhr: Nach so viel Input an Informationen kommt die Mittagspause wie gerufen. Dennoch drehen sich am Tisch die Gespräche, wie soll es anders sein, über Judo.

13.30 Uhr: Viel Zeit für meinen Mittagsschlaf bleibt nicht, denn schon kurze Zeit später beginnt der nächste Praxisteil. Wobei ich zugeben muss, dass wir uns dort nicht wirklich viel bewegt haben. Trotzdem war es anstrengend, die demonstrierten und nachgestellten Situationen zu analysieren und nach dem neuen Regelwerk über Bestrafung oder Wertung zu entscheiden.



15.45 Uhr: Videoszenen werden im Seminarraum nochmals zu Diskussion gestellt. Dann ist es soweit: Wie jedes Jahr, steht der allseits gefürchtete Test an. Die ersten Kampfrichter schicken schon ihre Stoßgebete zum Himmel, dass keine zu schwierigen und komplizierten Fragen gestellt werden.





Auch ich für meinen Teil hoffe, dass die Fragen gut genug formuliert sind, um die richtigen Antworten zu geben. ;-)

18.07 Uhr: Nun steht Schwimmbad und Sauna auf dem Programm, wovon die meisten Kampfrichter Gebrauch machen. Schön, wenn es in der Sauna angenehm warm ist und nachher im Freien der Schnee und das nasskalte Wetter eine Abkühlung verschafft. Hier könnte ich ewig bleiben. Doch nach drei Saunagängen ist Schluss. Ich gehe Richtung Zimmer und mache mich fertig zum Ausgehen.

20.00 Uhr: Es ist schon fast Tradition, dass am zweiten Abend ein chinesisches Restaurant besucht wird. So auch dieses Jahr. Während die anderen problemlos im Umgang mit Stäbchen geübt sind, kämpfe ich noch damit, die widerspenstigen Nudeln irgendwie in Richtung Mund zu befördern. Doch irgendwie schaffe ich es und bin am Ende satt.



Nach dem Essen klingt der Abend wiederum gelassen bei guter Unterhaltung aus.

3. Tag
07.30 Uhr:
Schon wieder dieser Wecker! Aufstehen, Duschen, Zähne putzen, kämmen, föhnen, frühstücken – das Übliche.

09.00 Uhr: Zimmer räumen ist angesagt, bevor die letzte Theorie-Einheit ansteht. Als Erstes bekommen wir unseren Test zurück. Wie er wohl ausgefallen ist? Da kommen Erinnerungen an die Schulzeit wieder hoch, wo jeder gespannt das Ergebnis abwartet.

Ein Glück – alle haben bestanden!

Nun gibt´s nochmals unzählige Videoszenen, die zur Diskussion gestellt werden. Interessant, wie jeder Einzelne die verschiedenen Situationen interpretiert. Das Tolle daran ist, dass die Szenen beliebig oft abgespielt werden können, während auf der Matte in Sekunden eine Entscheidung herbeizuführen ist.

11.56 Uhr: Ein gemeinsames Mittagessen schließt den Lehrgang ab. Danach machen sich alle Teilnehmer auf den Weg nach Hause mit dem guten Gefühl, für das kommende Wettkampfjahr bestens vorbereitet zu sein!



An dieser Stelle geht ein herzlicher Dank an die Organisatoren und Referenten Herbert Eberlein, Bernd Röder, Ludwig Tradler und Franz Haban, die den Lehrgang hervorragend vorbereitet und durchgeführt haben!





Fotos: Manfred Schmid

Claudia Plötz
BJV-Presseteam

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