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BayernJudo.de: Pltzlich kennt man in Ingolstadt 50 Leute
Aus- und Fortbildung
Dienstag, 7.12.2010 - 00:46 Uhr

Trainer C-Ausbildung in Ingolstadt

Pltzlich kennt man in Ingolstadt 50 Leute

… denn so viele waren es, die sich in diesem Sommer auf die Prüfung zum Judo Trainer C vorbereiten durften: Breitensportler, Leistungssportler, Auszubildende, Abiturienten, Mechatroniker, Studenten, Polizist, Lehrer, Postbote, Waldorfschüler, Mutter, Sportsoldatin, Physiker, Japaner, Sicherheitsdienstler – wir alle wollten Trainer werden.



Der Bayerische Judo-Verband trug der großen Nachfrage Rechnung und ließ etwa doppelt so viele Judoka wie sonst üblich an den Lehrgängen teilnehmen. Die Leitung hatte Jens Keidel, der zusammen mit seinem Team sowohl die quirligen Judoka als auch die Logistik dieser großen Veranstaltung bestens im Griff hatte.


„Ich bin der Sven und für Ordnung im Dojo zuständig: Ich erkläre Euch jetzt, wie Ihr die Schlappen richtig hinstellt.“

Wir wurden in zwei „Klassen“ eingeteilt. Daher mussten fast alle Referentinnen und Referenten ihre Veranstaltungen oder Trainings doppelt halten. Dennoch blieb der Unterricht motivierend und spannend – von Theorieveranstaltungen zu allen Wurfarten über Doping, Prüfungsordnung, Schiedsrichtern, Unterrichtsmethodik bis zu Gewaltprävention und Vereinsarbeit.

Beim praktischen Training im Dojo ging es um die Judotechniken, Spiele und Funktionsgymnastik, Ausdauertraining, Wettkampfspiele, Judo für Ältere, Ausrichtung einer Judo-Safari, Erwerb des Judo-Sportabzeichens, Turnen und vieles mehr. An insgesamt 15 arbeitsreichen Tagen, haben wir trainiert, gelernt, vieles ausprobieren dürfen und wertvolles Feedback erhalten.



Neben der fundamentalen Erkenntnis, dass Judotechniken Lösungen zur Bewältigung von Kampfsituationen sind, wurden uns auch – speziell durch Jens und Sven Keidel – viele neue Techniken vorgestellt, z.B. wie Löffel in Gabeln verwandelt werden können, das Schlucken von Luftballons und Fundraising durch Vermehrung von Geldscheinen.


Judo-Techniken sind passende Lösungen für Situationen!

Für Übernachtung und Verpflegung ging es in die Jugendherberge Ingolstadt, teilweise mit Unterbringung im 12-Bett-Zimmer – ein spannendes Erlebnis! Eine gute Gruppe wurde aus uns 50, die wir die Nähe zum Kneipenleben schätzen lernten ebenso wie den direkten Zugang zum Dojo des Judo-Vereins Ingolstadt. Hier haben wir am Prüfungswochenende noch an unserem „Bewegungsvorbild“ gefeilt oder bei den wilden Turnübungen der besonders Energiegeladenen zugeschaut.


Ohne Kondi geht gar nix! Gut – wer dabei noch lachen kann!

Gewürdigt haben wir unser Team und das besondere gemeinsame Erlebnis mit einem selbst gestalteten T-Shirt „Namen sind Macht!“, auf das wir alle unsere Namen sowie den legendären Charming Bear aufdrucken ließen – organisiert und designed von Alex Sebald und Emmo Stark. Danke Euch beiden! Danke auch an Marc Winsloe, unseren Kameramann, fürs unermüdliche Filmen und Fotografieren.


Superwoman mal anders herum!

Ein anstrengendes Pensum war es – aber es hat viel Spaß gemacht, die ein oder andere Grenzerfahrung beschert – wie zum Beispiel den Handstandüberschlag über den Längskasten 25 Jahre nach der letzten Turnstunde! – sowie einen großen Motivationsschub für den eigenen Einsatz für den Judo-Sport.

Daher sei auch den Heimatvereinen dafür gedankt, dass sie uns eine solche Erfahrung ermöglicht haben!

Unser größtes Dankeschön geht natürlich an alle, die uns trainiert, geschult und gecoacht haben, an:

Franz, der uns Ippon, Waza-ari, Yuko, Shido, Golden Score, Sokuteiki und Hansokumake näher brachte und unser Bewegungssehen anregte – auch Zeitlupe ist manchmal noch zu schnell!

Raphael für erstklassiges und intensives Yoko-Sumi-Gaeshi-Training,

Gernot und Sebastian für eine phantastische Turnstunde unter Einsatz der eigenen Knochen – so viele von uns haben sich so viel Neues getraut!

Alexandra für all die abwechslungsreichen und lustigen Spiele, die Du uns Großen für das Training nicht nur unserer Kleinen beigebracht hast, und für die Anregungen zum Ausdenken eigener Spiele,

Melanie dafür, dass unser Stundenaufbau nun noch reflektierter werden kann und dafür, dass Du uns mit so viel Engagement durchs Judo-Sportabzeichen geführt hast,

Florian dafür, dass Du uns unermüdlich und mit viel Phantasie bei der Fitness- und Konditionsstange gehalten hast und für Dein wertvolles Feedback zu unseren Lehrproben,

Sven Keidel für die klaren Ansagen nicht nur in Sachen Bewegung, fürs Erleben einer ganz ruhigen Form von Autorität, für die nützlichen Lehrsätze, die vielen qualifizierten Literaturtipps und natürlich fürs Zaubern,

und Jens Keidel für die sehr professionelle Leitung und Schulung – bestechend das Führen durch Lässigkeit! – das einprägsame Bewegungsvorbild, das intensive Beobachten und das kluge und mutige Feedback an jeden einzelnen von uns.

Wir machen uns nun auf als motivierte und gut ausgebildete Trainerinnen und Trainer, viele andere vom Judo zu begeistern und für eine zielgerichtete, umfassende und vielseitige Ausbildung unserer Judoka zu sorgen.

Claudia Bell

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