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BayernJudo.de: Bamberger Judo-Pionier Gerhard Greiner begeht 80. Geburtstag
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Montag, 20.12.2010 - 08:19 Uhr

Mit Judo jung und vital geblieben

Bamberger Judo-Pionier Gerhard Greiner begeht 80. Geburtstag

Er ist ein Beweis, dass man mit Judo alt werden und vital bleiben kann – körperlich und geistig. Er, das ist Gerhard Greiner aus Bamberg, der am 20. Dezember 80 wird und auf ein bewegtes, erfülltes und geschätztes Dasein zurück blicken konnte.

Er ist der Nestor des bayerischen Judosports, dem er mit großem Enthusiasmus eine Menge Impulse verlieh. Er ist eine Institution im deutschen Judo, weil seit den Anfängen Ende der 1940er Jahr dabei, noch bevor der Landesverband gegründet wurde. Er hat als Kämpfer, Trainer, Lehrer und Funktionär Akzente gesetzt. Noch mehr, er hat im Bamberger Raum ein Generationsproblem in Sachen Judo gelöst – ganz speziell verbunden mit seinem Namen. Mit seiner Ehefrau Sophie hat er elf Kinder groß gezogen, die alle den Judosport lieben. Neun von ihnen sind sogar Dan-Träger. Dazu gehören auch einige Schwiegertöchter, und von den 22 Enkeln ist ebenfalls eine Anzahl in die Fußstapfen des Opas getreten.

So gesehen gibt es in Bamberg einen „Judo-Fuchsbau“. Denn der korrekte Name lautet Greiner-Fuchs und hat seine Wurzeln im Thüringischen, wo der Senior in Steinach geboren wurde und es in der Gegend so viele Menschen mit Greiner gibt, dass man einen Zusatznamen gab, um Verwechslungen zu vermeiden. In Bamberg kommt das nicht vor.

Alles was Greiner heißt, ist dem Judosport zuzuordnen. Da gibt es Übungsleiter für den Nachwuchs und die Erwachsenen sowie Funktionäre. In der dritten Generation bereits. Bezirksprüfungsbeauftragter ist Enkel Peter, der das Amt vom Vater Paul übernommen hat. Zuvor war der Opa der Chef.

Ein langjähriger Mitstreiter, der Münchener Gerd Egger, bezeichnet Gerhard Greiner als einen „echten Judo-Pionier“, der weit über Bayern hinaus Anerkennung genieße, aber vor allem im Bayerischen Landesverband Jahrzehnte lang viele Verdienste hat. Besonders verdient gemacht hat sich der „Greinervadder“, wie er liebevoll im fränkischen genannt wird, im Bereich der technischen Ausbildung, begonnen im heimischen Post SV Bamberg über den Bezirk Oberfranken bis zum Landesverband. Schwerpunkt in der Kyu- und Dan-Prüfungsvorbereitung war die Kata, die er nahezu alle perfekt beherrschte, wie Prüflinge noch heute bestätigen. In diesem Zusammenhang habe er auch sein schönstes Judoerlebnis gehabt, erinnert sich der Bamberger. „Bei der Durchführung von Seminaren auf Bundesebene mit dem Kodokan für Kata-Vorführungen wurde ich von den Japanern Yamamoto und Ohgo als `Greiner-San` bezeichnet“.

Gerhard Fleißner, einige Jahre Landespräsident und jetzt Ehrenpräsident des Bayerischen Judo-Verbandes, kennt den Jubilar aus dem Effeff, war schließlich einmal Greiner-Schüler. Er schätzt an ihm, dass er als Trainer und Abteilungsleiter energisch forderte, aber auch förderte. „Seine Härte, sein Kommentar in der Sache, in der Technikausführung tat manchmal weh, war jedoch immer hilfreich.“ Auch sei er ein kompetenter Kampfrichter gewesen, „der uns Bamberger nie bevorzugte, eher sah er unsere Aktionen auf der Matte kritischer.“ Fleißner war es auch, der seinem Lehrmeister im Auftrag des DJB-Ehrenrates anlässlich des 70. Geburtstages den 7. Dan überreichte. Diesmal ist der Ehrenpräsident natürlich erneut unter den zahlreichen Gratulanten der Stadt und des Landes.


Karl-Heinz Otto
Sportjournalist, Berlin

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