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BayernJudo.de: Lichter aus! Tastsinn an! Judo machen!
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Sonntag, 27.2.2011 - 19:44 Uhr

Mottojudo-Events „Judo im Dunkeln“

Lichter aus! Tastsinn an! Judo machen!

Der Einladung zu „Judo im Dunkeln“ in Abensberg sowie zu den anderen Veranstaltungsorten in den einzelnen Bezirken sind zahlreiche neugierige Judokas gefolgt. Und so wurde die etwas andere Trainingseinheit ein voller Erfolg!



Anfangs war ich eher skeptisch, aber zugleich auch neugierig, ob Judo im Dunkeln funktionieren kann bzw. wie das Ganze umgesetzt wird. Ebenso wie mich, zog es mehr als 50 weitere Judokas gemischten Alters in Abensberg auf die Matte um live dabei zu sein.

Die Begrüßung erfolgte noch unter „normalen“ Bedingungen. Georg Schels, der die Einheit leitete, sowie Jens Keidel vom Jugendbildungsteam erklärten kurz den Ablauf und dann wurden alle Lichter ausgeschaltet.



Zugegeben, die Josef-Stanglmeier-Halle mit der großen Fensterwand bot um 17.30 Uhr noch nicht ideale Voraussetzungen, weshalb die Aufwärmspiele mit einem kleinen Vorteil zu Gunsten der Teilnehmer zu bewältigen waren.



Je später jedoch die Uhrzeit, desto „besser“ die Bedingungen. Gegebenenfalls wurde auch mit einem Schal als Augenbinde nachgeholfen wie beispielsweise hier beim Bodenrandori mit Aufgabenstellung. Beste Gelegenheit seinen Tastsinn unter Beweis zu stellen. Anfangs fiel es mir schwer, mich zurechtzufinden, man gewöhnt sich jedoch schnell an den blinden Zustand und findet Freude am Experiment. Zwei, drei Wiederholungen bzw. Partnerwechsel und die über Jahre hinweg geübten Judotechniken gelingen ansatzweise auch ohne visuelle Hilfe.





Das Mottojudo basierte auf einer Trainingseinheit des Sehgeschädigten-Judos. Trainer Georg Schels fragte bei den Teilnehmern zwischenzeitlich nach, ob sich jemand vorstellen könne, wie Sehgeschädigte Wettkämpfe bestreiten. Der Ideenreichtum der Jüngsten war erstaunlich und reichte bis hin zu „Schleifpapier um die Kampffläche, damit die Athleten anhand der rauen Fläche spüren, wann die Matte aus ist“.



Um etwas mehr Einblick in die faszinierende Sportart zu bekommen, informierte Georg Schels, wie blinde Athleten Meisterschaften und Turniere durchführen. Eine Demonstration, für welche das Licht kurzzeitig angeschaltet wurde, veranschaulichte seine Ausführungen.

Die Betreuer begleiten ihre Sportler bis zum Rand der Judomatte. Dort werden sie von den Außenkampfrichtern abgeholt und auf die Matte begleitet.



Die Eröffnungszeremonie mit den Verbeugungen unterscheidet sich nicht vom normalen Judo, lediglich wird der Wettkämpfer von je einem Kampfrichter begleitet.



Der Behinderungsgrad bzw. die Verfassung des Sehgeschädigten entscheidet, ob eine Begegnung im Stand oder Boden startet.

Die Kämpfer Weiß und Blau werden von den Begleitern zusammengeführt und nehmen den Standard-Revers-Griff ein. Anschließend gehen die Außenrichter auf ihre gewohnte Position. Bei „Hajime“ geht es los.



Der Hauptkampfrichter ist dafür verantwortlich, dass beide Sportler nach einem Ippon oder einer Bodensituation wie in die Standard-Griff-Situation gebracht werden.

Auch die Siegererklärung erfolgt wie gewohnt, nur zusätzlich mit dem verbalen Hinweis, wer gewonnen hat.



Anschließend werden beide Athleten wieder nach den üblichen Verbeugungen von den Außenrichtern von der Matte begleitet.



Nach der lehrreichen, etwas längeren Pause, wurde es wieder dunkel und es ging mit Standtechniken weiter. Speziell bei Fußtechniken ist viel Gespür gefragt.

Abgerundet wurde das Spektakel mit einigen Standrandoris. Es ist unglaublich schwer, durch die vielen Bewegungen die Orientierung nicht verlieren sowie die Kommandos zu orten. Auch spielt Vertrauen in den Partner eine wichtige Rolle.



Für mich persönlich war die Trainingsreihe „Judo im Dunkeln“ eine tolle Erfahrung, die jederzeit gerne wiederholt werden könnte.

Mottojudo-Trainings sollen Anregungen für das eigene Vereinsleben geben, um Abwechslung auf die Matte zu bringen. Sobald die Veranstaltungsreihe beendet ist, findet ihr die kompletten Unterlagen auf unserer Homepage. Nachahmung ausdrücklich erlaubt!




Auch in den anderen Bezirken wurde „Judo im Dunkeln“ angeboten:

21.02.2011 beim TSV Altdorf, Mittelfranken



22.02.2011 beim TSV Neutraubling, Oberpfalz



25.02.2011 bei der SG Eltmann, Unterfranken





25.02.2011 beim JC Augsburg, Schwaben





Claudia Plötz
BJV-Presseteam

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