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BayernJudo.de: „Erfolg macht süchtig“
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Montag, 4.4.2011 - 22:02 Uhr

Portrait über das Ausnahmetalent Viola Wächter

„Erfolg macht süchtig“

Schon als kleines Mädchen wusste Viola Wächter was sie wollte, nämlich ganz oben auf dem Treppchen stehen und Goldmedaillen sammeln. Ob Ballett, Rock´n Roll oder Akrobatik, vieles hatte die damals schüchterne Viola ausprobiert. Auch im Leistungsturnen zeigte sie großes Talent, welches ihr ermöglicht hätte in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten. Durch ihren Bruder Daniel kam die damals Siebenjährige jedoch zum Judo und fand schnell Gefallen daran.



Es machte ihr Spaß, sich beim TuS Fürstenfeldbruck gegen ihre männlichen Mitstreiter durchzusetzen und jahrelang immer den ersten Platz zu gewinnen. „Erfolg macht süchtig!“, erzählt Viola, die damals wie heute mehr und mehr davon wollte.

Um ihr Talent zu fördern, wechselte die Uchi-mata-Spezialistin an das Isar-Sportgymnasium und auch zum TSV Großhadern. Dort trainierte sie unter der Leitung von Franz Dausch, der zahlreiche talentierte Sportlerinnen wie z. B. Kathy Binger, Johanna Hagn, Stefanie Hönigschmid und Esther Ridder an die nationale und internationale Elite herangeführt hat.



Aus der Zusammenarbeit heraus entwickelte sich eine enge Freundschaft, die beide zu einem Erfolgsduo macht. Ob bei ihren größten Erfolgen, der Goldmedaille bei der EYOF in Paris, der Silbermedaille bei der Junioren-WM in Santo Domingo oder bei anderen Veranstaltungen, Franz war immer an Violas Seite. Und so war es nicht verwunderlich, dass Viola ihrem langjährigen Trainer nach Abensberg folgte und in das dortige Haus der Athleten einzog. Die 16-jährige arbeitete neben den schulischen Verpflichtungen an der FOS Kelheim täglich daran ihr Judo zu perfektionieren.

Ihre Konzentrationsstärke, ihre mentale Stärke, die innere Ausgeglichenheit, die langfristige Zielstrebigkeit, die Leidensfähigkeit sowie ihr unbeugsamer Siegeswillen halfen ihr, kleinere Verletzungen, die sie immer wieder für ein paar Wochen außer Gefecht setzten, zu überwinden.

Judo ist für Viola nicht nur eine Sportart, sondern eine Lebensphilosophie, der sie ihre Hobbys backen, tanzen, kochen, Freunde treffen, lesen unterordnet.



Nach der schulischen Laufbahn, begann für das Bewegungstalent ein neuer Lebensabschnitt. Viola wechselte erneut den Verein zum FC Schweitenkirchen und bestritt ihren beruflichen Werdegang in Cottbus bei der Bundespolizei. Vor wenigen Wochen legte sie hier die Prüfung zur Bundespolizeimeisterin ab und ist nun für die Dauer ihrer sportlichen Karriere von der Arbeit freigestellt. Lediglich einmal im Jahr ist ein vierwöchiges Praktikum vorgesehen.

Doch wer jetzt denkt, dass man als Spitzensportler ein angenehmes, ruhiges Leben führt, liegt falsch. Mehrere Trainingseinheiten täglich sowie Reisen zu Turnieren auf allen Kontinenten mit anschließenden Lehrgängen gehören ebenso zum Tagesprogramm wie Gewicht machen und Termine wahrnehmen. „Oft verbringt man mehr Zeit mit der Nationalmannschaft als mit der eigenen Familie oder Freunden in Deutschland“. Doch dass nimmt Viola gerne in Kauf, um ihrem großen Ziel, den Olympischen Spielen in London 2012, sowie einer Medaille bei einer WM oder EM, ein kleines Stück näher zu kommen.



Abschließend von Viola noch ein kleiner Tipp für unseren BJV-Nachwuchs: „Entwickle dich, arbeite an dir, habe Spaß daran und lächle dabei! Suche dir viele kleine Ziele und Herausforderungen und verliere nie den Spaß am Kämpfen. Lebe das Judo nicht nur auf der Matte!“

Claudia Plötz
BJV-Presseteam

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