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BayernJudo.de: TSV Abensberg empfängt JC Rüsselsheim - Unmut hinter den Kulissen
Sportgeschehen / Liga
Donnerstag, 28.4.2011 - 07:51 Uhr

Judo Bundesliga geht in die zweite Runde

TSV Abensberg empfängt JC Rüsselsheim - Unmut hinter den Kulissen

Nach dem klaren Auswärtssieg der Abensberger in Rodewisch am ersten Kampftag empfängt der amtierende Meister nun den JC Rüsselsheim zur zweiten Runde. Kampfbeginn Samstag 17.00. Der DJB lässt den TSV Abensberg weiterhin im Unklaren wegen 3. und 4. Kampftag.

Einmal mehr kommt der TSV Abensberg durch den internationalen Wettkampf-Kalender in arge Bedrängnis. "Es trifft uns halt mehr als alle anderen Vereine, weil unser Team die meisten Nationalkämpfer hat“, so Otto Kneitinger der gerade in Istanbul bei der Europameisterschaft war und dort versuchte, mit den verschiedenen Nationen zu sprechen, um die Freigabe für ein komplettes Team zu erhalten.

Gegen Rüsselsheim kann der TSV Abensberg noch ein einigermaßen komplettes Team aufbieten. Der 3. und 4. Kampftag der deutschen Judo-Bundesliga jedoch trifft mit dem Grand Prix in Baku und dem Grand Slam in Moskau zusammen. Der internationale Kalender wurde geändert und die Bundesligaverantwortlichen im DJB haben darauf nicht reagiert.

Im Moment bedeutet dies nun, dass Abensberg gegen den TSV Großhadern 7 Kämpfer und gegen den JC Wiesbaden 6 Kämpfer zur Verfügung hat. Ausgelöst wurde dieses Problem ausschließlich durch die Abberufung der Nationalkämpfer durch die Verbände. Laut Regel müssten die Abensberger dann auch noch für jeden nicht anwesenden Sportler pro Kampf 250 Euro Strafe bezahlen.

In der Praxis heißt dies: gegen Großhadern müsste man mit einem 5:0 Rückstand anfangen und 1250 Euro Strafe bezahlen, gegen Wiesbaden müsste man mit einem 6:0 Rückstand beginnen und 1500 Euro Strafe bezahlen. Die Ligaexekutive des DJB bestehend aus 3 Personen hat einen Antrag des TSV Abensberg die Kampftage zu verschieben bereits abgelehnt.

"Dies verstehe wer will - ich nicht“, so Otto Kneitinger vom TSV. „Wir werden von außen ohne eigenes Verschulden reduziert, werden vom Verursacher zur Bezahlung von Strafe verurteilt, während dadurch Meisterrunde und Abstieg manipuliert werden". So etwas wäre in anderen Verbänden undenkbar, im Judo aber scheint nichts unmöglich.

Selbst ein so starkes Team wie der TSV Abensberg kann zwei praktisch vorprogrammierte Niederlagen nicht verhindern. Die ganze Hoffnung liegt nun beim Präsidenten des DJB, Peter Frese, den Otto Kneitinger in Istanbul traf. Es selbst war empört über die Entscheidung der Ligaexekutive. Frese gab Otto Kneitinger Recht, dass dadurch die ganze Liga manipuliert würde, die Außenerscheinung der Judo-Bundesliga lächerlich gemacht wird und gerade die Reform hin zu einer professionellen Liga, die der Präsident fordert, zur Farce gemacht wird. Da der Präsident des DJB nach Satzung nicht für die Liga zuständig ist, bleiben wenig Chancen auf eine einvernehmliche Regelung in dieser Sache.

Doch gerade im Hinblick auf die möglichen Niederlagen gegen München und Wiesbaden ist der Kampf am Samstag gegen Rüsselsheim enorm wichtig. Wir brauchen keinen Sieg, sondern ein extrem hohes Ergebnis, um zumindest Platz 4 und die Teilnahme an der Endrunde zu sichern, so die Abensberger Verantwortlichen. „Natürlich werden wir auch mit diesen Rückständen versuchen die beiden Kämpfe zu gewinnen. Den Münchnern aber werden nach jetzigem Stand 3 Punkte und den Wiesbadenern gar nur 2 Punkte genügen um den Deutschen Meister zu besiegen und damit Punkte in der Tabelle zu festigen die alle anderen Teams so nicht erreichen können.“

"Ich hoffe auf unsere Fans und Ihre Unterstützung um alles was wir tun können zu schaffen“, so der Appell von Otto Kneitinger an die Zuschauer und Anhänger des Vereins.

" Im Moment bin ich nicht mal wütend über solche Dinge sondern eigentlich nur noch enttäuscht und ratlos, denn dies zeigt eigentlich ganz deutlich dass jede Bemühung den Judosport positiv darzustellen mit diesen Verbandsstrukturen nicht zu verwirklichen ist.

Gerade der TSV Abensberg war all die Jahre der Vorreiter für eine positive Außendarstellung im Judosport. Dass man nun mit uns so verfährt kann nicht mehr mit der Philosophie des Vebands übereinstimmen.

Hier stellt sich die generelle Frage ob man an einer solchen Liga in Zukunft überhaupt noch teilnehmen soll. Welcher Sponsor fühlt sich hier noch gut aufgehoben? Welchen Eindruck sollen hier die Medien haben? Wie soll man ein solches Verhalten öffentlich darstellen?

Vielleicht aber geschehen noch Zeichen und Wunder, die Hoffnung stirbt zuletzt. Am Samstag wird der TSV jedenfalls alles tun, einen hohen Sieg zu landen, um die Teilnahme an der Finalrunde, sprich Platz 4 zu realisieren.

Dafür stehen zur Verfügung:
Phillip Graf, Sebastian Seidl Fabian Seidlmeier, Chris Völk, Stefan Kneitinger Domink Gerzer, Illias Illiadis und Andy Tölzer
Kampfbeginn ist Samstag 17.00 in der Josef Stanglmeier Halle.

Reinhold Ennerst
TSV Abensberg

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