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BayernJudo.de: Unglückliches Comeback von Radu Ivan beim 10:3-Erfolg der Abensberger Judoka gegen Großhadern
Sportgeschehen / Liga
Montag, 9.5.2011 - 08:38 Uhr

Meister-Trainer wird zum Schüler

Unglückliches Comeback von Radu Ivan beim 10:3-Erfolg der Abensberger Judoka gegen Großhadern

Am Ende seines Kampfes schmerzten ihm die Hände vom Zupacken: Radu Ivan, Trainer des Judo-Serienmeisters TSV Abensberg, stand am Samstag zum ersten Mal nach fünf Jahren wieder auf der Matte. „Ich bin in dieser Woche dreimal laufen gegangen. Das reicht schon“, sagte der 41-Jährige mit einem Augenzwinkern. Es sollte nicht reichen. Am dritten Kampftag der Bundesliga wurde ausgerechnet der Trainer des amtierenden deutschen Meisters beim 10:3-Erfolg seiner Mannschaft gegen den TSV Großhadern noch einmal zum Judo-Schüler.



Es waren noch vier Sekunden in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm zu kämpfen, da passierte Ivan das Missgeschick. Er packte seinen Kontrahenten Daniel Nußbächer am rechten Bein. Die Kampfrichter werteten dies als unerlaubten Griff und disqualifizierten Ivan. Die Regel wurde im vergangenen Jahr eingeführt. Eigentlich ein vermeidbarer Fehler für Routinier Ivan – doch er ist „innerlich müde gewesen“. Der sichtlich geschlauchte Rumäne schüttelt mit dem Kopf. „Natürlich bin ich nicht zufrieden mit meiner Leistung.“ Allerdings dauerte es nicht lang, dann wich der Ärger über den eigenen Blackout der Freude über den deutlichen Sieg seiner Mannschaft.






Die Abensberger waren mit einem dezimierten Team beim TSV Großhadern angetreten. Es fehlten 15 Judoka, weil parallel zur Bundesliga internationale Wettkämpfe ausgetragen wurden. Für Ole Bischof hat sich die Abwesenheit gelohnt. Der Olympiasieger gewann den Grand Prix von Baku und sicherte sich damit 200 wichtige Weltranglistenpunkte für die Olympia-Qualifikation. Die zwei Europameister Joao Pina und Ilias Iliadis verzichteten dagegen auf internationalen Ruhm und halfen dem TSV Abensberg in der Bundesliga. Mit dem 47-Jährigen Helmut Dietz und eben Trainer Ivan Radu traten außerdem zwei Judoka a. D. vorübergehend wieder ihren Dienst auf der Matte an.







Querelen im Vorfeld

In einem offenen Brief auf der Internetseite der Abensberger hatte sich Abteilungsleiter Otto Kneitinger sechs Tage vor dem dritten Kampftag über die Ligaexekutive des Deutschen Judo-Bundes echauffiert. Die Exekutive habe die Bitte des Rekordmeisters um eine Verschiebung der Wettkämpfe wegen fehlender Athleten durch ihr „beschämendes Verhalten“ nicht bewilligt, so Kneitinger. Der zuständige Bundesligareferent Matthias Kiehm wies gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung jegliche Kritik von sich: „Die Vereine selbst haben sich vor der Saison dafür ausgesprochen, dass es keine Verschiebungen geben darf. Mir sind die Hände gebunden.“ In drei Wochen steht die Bundesliga vor dem gleichen Problem. Der vierte Kampftag kollidiert mit dem Grand Slam in Moskau.






Nach dem nie gefährdeten Sieg (10:3 Kämpfe, 92:30 Wertungen) gegen engagierte Großhaderer brachte es der erst 17 Jahre alte Tobias Madl, der sein Bundesliga-Debüt für die Münchner gab, auf den Punkt: „Die Abensberger machen viel Tamtam um nichts und putzen dann doch ihre Gegner weg.“ Gerhard Dempf, Trainer des TSV Großhadern, fügte ironisch an, dass alle 200 Zuschauer in der Halle gesehen hätten, wie „schwach die Abensberger sind“. Mit der Leistung seiner Judoka war Dempf trotz der Niederlage zufrieden, wenngleich er sich bessere Wertungen erhofft hatte. Lobend hob er die Abiturienten Valentin Larasser und Stefan Friedrich hervor. „Trotz Lernstress kommen die beiden immer zum Training und liefern tolle Kämpfe ab.“





Während der TSV Abensberg nach drei Siegen in Folge die Tabelle der Bundesliga Gruppe Süd punktgleich mit dem KSV Esslingen anführt und seiner 16. Meisterschaft ein Stück näher gerückt ist, rutschte Großhadern auf den fünften Platz ab.





Alle Kampfpaarungen auf der Bundesliga-Homepage.

Der Bericht der Mittelbayerischen Zeitung ist hier zu finden.

Zum Bericht auf der Homepage des TSV Großhadern.



Weitere Fotos auf judo-muc.de.



Fotos: Oliver Lang

Anja Steinbrecher
Sportjournalistik-Studentin der MHMK

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