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BayernJudo.de: „Vorne hinten“
Verband
Dienstag, 30.8.2011 - 22:22 Uhr

Am Mattenrand (3) - Nachtrag

„Vorne hinten“

Noch mehr hilfreiche Hinweise erreichten die Redaktion seit Erscheinen des ersten Beitrages über gute Coachingtipps. Auch diesmal mit ausführlichen Erläuterungen, was der Trainer wohl gemeint haben könnteÂ…

„Halt ihn“
Auf die Idee, seinen Gegner zu halten, wäre Tori nach angesagtem Osae-Komi vermutlich nicht von allein gekommen. Dem Trainer sei für die Unterstützung Dank. Und alle freuen sich, dass er über diesen Ausruf seinen eigenen Adrenalinspiegel und Blutdruck vielleicht doch wieder in den Griff kriegt.

„Durchbrech seine Sperre“
Fordert den Kämpfer positiv dazu auf, die Entscheidung durch Offensive und aktiven Sport zu suchen und den Kampf mittels Technik zu gewinnen. Hört sich also gut an, ist nur leider grundfalsch. Denn eigentlich will der Trainer den Kampfrichter nur auffordern, endlich einen Shido an den Gegner zu vergeben.

„Vorne hinten“
ist der immer wieder gerne gehörte Hinweis an den Athleten, es doch mal mit einer (jetzt nicht mehr überraschenden) Kombination zu versuchen. Dank intensivem Training und langer Vorbereitung ist dem Kämpfer auch sofort klar, was von ihm erwartet wird. Warum er es dann im weiteren Verlauf in der Regel trotzdem nicht tut, bleibt dem neutralen Beobachter verborgen.

„Zieh zu, Du bist durch“
Ein tatsächlich wünschenswert konkreter Hinweis an den Kämpfer, der die Shime-Waza-Technik jetzt zum erfolgreichen Abschluss führen kann. Weil: Normale Kämpfer brechen Würgetechniken gerne unbegründet ab, wenn die Trainer sie nicht unterstützen. Im Nebeneffekt sorgt dieser hilfreiche Hinweis für den Athleten dafür, dass der Kampfrichter nicht auf die dumme Idee kommt, etwa „Matte“ zu geben, bevor nicht Uke wegen drohenden Kieferbruchs abschlägt oder die Uhr weit genug runter gelaufen ist.

„Geh nach, Du führst“
Eine klare Ansage, der Kämpfer soll im Boden bei reduziertem Risiko Zeit machen. Für den Kampfrichter ein guter Moment für ein spontanes „Matte“.

„Steh auf!“
Du kannst keinen Boden und wirst den Kampf da nie gewinnen, liegst aber hinten. Im Stand kann eher noch eine hohe Wertung passieren.

„Du musst mehr Judo machen“
ist die Präzisierung des ersten hilfreichen Hinweises „Mach was“, wenn der Athlet diesen ersten Hinweis nicht in sinnvolle, sportartspezifische Aktivität umsetzen kann, sondern mit der schon vorher praktizierten Form der Kampfvermeidung unter Verbrauch von mehr Energie fortfährt. Der Trainer ist jetzt schon ziemlich konkret in seinen Anweisungen, lässt dem Kämpfer aber die Möglichkeit, die Umsetzung individuell nach Neigung und Kampfsituation durchzuführen.




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In der nächsten Folge „Am Mattenrand“: Die Kampfrichter-Jedi und ihr Lichtschwert


Gert Langrock
BJV-Presseteam

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