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BayernJudo.de: Theresa und Amelie Stoll im Porträt
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Mittwoch, 21.9.2011 - 20:40 Uhr

Von Training, Titeln und Träumen

Theresa und Amelie Stoll im Porträt

„Mein Ziel ist es bei Olympia teilzunehmen und wenn möglich mit einer Medaille heimzukommen!“ Davon träumen wohl die meisten Sportler, nicht nur Judokas. Doch Theresa Stoll ist auf dem besten Weg dorthin. Vor Kurzem holte sie in Kiew den Vizeweltmeisterttitel bei den Juniorinnen. Heute möchten wir die Gelegenheit nutzen und die sympathische Großhadernerin und ihre Zwillingsschwester vorstellen.


Die bald 16-jährige Theresa und ihre Zwillingsschwester Amelie sind quasi in der Halle aufgewachsen. Ihr großer Bruder Robert hat fast täglich dort trainiert und 2003 erlernten die beiden Schwestern selbst ihre ersten Judoschritte. Durch gegenseitige Motivation haben es die beiden Mädchen bis heute weit geschafft. Ein Sieg beim European Cadet Cup 2010 in Berlin und beim European Juniors Cup in Paks 2011 sowie der Vizeweltmeisterttitel zählen wohl zu den bisher größten Erfolgen. Aber auch unzählige Platzierungen auf nationaler und internationaler Ebene können die O-uchi-gari- und Uchi-mata-Spezialistinnen verbuchen.

Doch was muss man tun, um so erfolgreich zu werden? Theresa gibt uns einen kleinen Einblick in ihren Tagesablauf, der unter der Woche jeweils um 06.30 Uhr beginnt. Von 08.10 Uhr bis zum frühen Nachmittag ist Schule angesagt. Das Wittelsbacher Gymnasium unterstützt die Beiden hervorragend. Da der Konrektor selbst Sportlehrer ist, sind Fehltage aufgrund von Wettkämpfen und Lehrgängen kaum ein Problem. Wahrscheinlich vereinfachen auch die guten Zensuren so manches.
Nach dem Unterricht heißt es, wie für alle anderen auch, schwitzen über den Hausaufgaben und Vorbereiten auf den nächsten Tag. Bevor um 17.30 Uhr bzw. 19.00 Uhr das Training in Hadern beginnt, genießen die Zwillinge noch etwas Freizeit, die sie gerne mit Freunden verbringen oder für Shopping, Lesen und andere sportliche Aktivitäten nutzen.


„Training fünfmal die Woche“. Und am Wochenende? Natürlich Wettkämpfe. „Dabei können Autofahrten schon mal bis zu zehn Stunden dauern und auch beim Flug gibt es manchmal lange Wartezeiten zwischen zwei Flügen. Die Turnieranfahrten sind generell mit Stress verbunden, aber mit den anderen Athleten auch immer spaßig“.
Nicht nur bei nationalen, sondern auch bei internationalen Turnieren, wie in Teplice, kommt es häufig vor, dass Theresa und Amelie gegeneinander antreten müssen. Doch Neid gibt es nicht, auch wenn „manchmal schon ein bisschen Konkurrenzkampf dabei ist. Im Nachhinein überwiegt aber immer die Freude über den Erfolg der Schwester. Die Medaille bleibt ja dann auch in der Familie“, lacht Theresa. Absprachen über Sieg oder Niederlage gibt es nicht. Auch Kampfrichterentscheide sind nie geplant. „Wir trainieren einfach immer zusammen und so kennen wir auch alle Techniken voneinander. Deswegen erahnen wir eigentlich fast immer, was die andere machen will.“
Das Erfolgsrezept? „Natürlich will man jeden Kampf gewinnen und deshalb gehe ich immer sehr konzentriert auf die Matte“, so Theresa. „Außerdem muss man immer an sich glauben und sich Ziele setzen, damit man stets vor Augen hat, für was man das eigentlich tut“. Ebenso ist die Unterstützung der Familie wichtig. In dieser Hinsicht können sich die Beiden glücklich schätzen, denn ihre Eltern fahren fast auf alle Turniere mit und übernehmen den Fahrdienst, die Planung sowie die Hotelbuchungen. Auch Trainer Thorben Päthe und Bundestrainerin Jana Degenhardt sind immer mit von der Partie.

Auf die letzte Frage „ich mache Judo weil…“ antwortet Theresa, dass sie es liebt, sich im Training mit Freunden zusammen auszupowern und der Erfolg ein unbeschreibliches Gefühl ist, das ihr wieder neue Motivation zum Trainieren gibt. Amelie hingegen entgegnet „Erfolg macht süchtig“.
In einem sind sich beide jedoch einig, „auf jeden Fall muss man immer dabei bleiben, regelmäßig trainieren und alles, was man macht, auch wirklich wollen“.

Interview mit Theresa bei Antenne Bayern "Menschen am Sonntag":
http://www.antenne.de/mp/30155

Claudia Plötz
BJV-Presseteam

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