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BayernJudo.de: Lehrgang zugunsten der japanischen Erdbeben- und Tsunamiopfer
Aus den Bezirken / Unterfranken
Donnerstag, 17.11.2011 - 17:31 Uhr

Benefiz-Lehrgang am 12.11.2011 in Aschaffenburg

Lehrgang zugunsten der japanischen Erdbeben- und Tsunamiopfer

Am Samstag, den 12.11.2011 lud der SV Einigkeit 05 Aschaffenburg/Damm zu einem vereinsübergreifenden Benefizlehrgang ein. Die Teilnehmergebühren der ca. 50 Judoka aus Unterfranken und Südhessen sowie die Einnahmen aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen gingen komplett als Hilfe für Japan an den Verein Kyuentai e.V.


Einer der Initiatoren des Lehrgangs war Wolfgang Fanderl, der während seiner Ausbildung bis vor 15 Jahren noch selbst in Aschaffenburg das Training leitete. Die Aschaffenburger wollten bei diesem besonderen Tageslehrgang neue Wege gehen und das persönliche Judo eines jeden Teilnehmers, vom Jugendlichen der U14 bis zum Senior, bereichern.

Fünf Trainer aus drei Vereinen gestalteten das Programm mit bewusst unterschiedlichen, jedoch ineinander greifenden Einheiten:

Aufwärmen aus dem Jugendtraining – Toll, „Schau' mal wie Papa schwitzt“ (Ref. Jens Erbstößer)!

Übergang vom Stand in den Boden – Super, wer noch nicht Hebeln oder Würgen kann/darf, geht zum Haltegriff über (Ref. Wolfgang Fanderl)!

Herstellen von perfekten Ausgangssituationen im Standkampf für meinen Spezialwurf – na endlich macht mir einer in Ruhe mal das „WIE“ klar (Ref. Klaus Richter)!

Wettkampftechniken, die funktionieren – immer gern genommen (Ref. Dieter Hüttl)!

Kata, richtig vermittelt, macht allen Altersklassen Spaß – Dosis und (altersgemäßer) Anspruch sind die Erfolgsgrundlage (Ref. Wolfgang Fanderl/Heike Betz)!
Wer Kata immer nur als notwendiges Übel für eine Gürtel- oder Dan-Prüfung ansieht, hat nichts verstanden.


Nach der Mittagspause berichtete der ehemalige Aschaffenburger Trainer Wolfgang Fanderl an Hand einer Bildpräsentation die Entwicklungen in Japan seit dem Tsunami im März bis zum August. Ihm war es auch wichtig die Aufgaben der verschiedenen Hilfsorganisationen darzustellen. Deren Arbeit fängt erst an, wenn die Medien nicht mehr über das Leid berichten. Gerade jetzt ist es wichtig, weiterhin zu helfen. Kyuentai (jap. Hilfstruppe/Hilfsexpedition / kyuentai.org) hat es sich zum Ziel gemacht, die regionale Langzeit-betreuung der Kinder zu unterstützen, die durch die Katastrophe im März 2011 beide Eltern oder ein Elternteil verloren haben. Dabei handelt es sich nicht um direkte Soforthilfe mit Decken, Trinkwasser, etc., da diese Maßnahmen bereits durch namhafte Organisationen durchgeführt werden und wurden. Bei der Hilfe von Kyuentai geht es dagegen um eine langfristige Betreuung der Kinder, deren schrecklichen Erlebnisse soweit wie möglich zu verarbeiten. Die Einrichtungen, die gefördert werden sollen, werden persönlich und in Rücksprache mit den örtlichen lokalen Organisationen ausgewählt.


„Großes Kino“ boten Wolfgang Fanderl (TORI) und Heike Betz (UKE) mit ihrer auch bei den Kata-Europameisterschaften gezeigten Ju-no-kata. Sicherlich ein wesentlicher Grund, dass einige auch jüngere Judoka,bei Gürtelprüfungstraining am nächsten Tag die bereits vermittelten Ju-no-Techniken nochmals übten.

Nach dem abschließenden Randori konnten die mit dem Lehrgang erzielten mehr als 500,- € über Wolfgang Fanderl und Heike Betz direkt Kyuentai e.V. über geben werden. Nach dem, zugegebenermaßen erschöpften Lächeln der Teilnehmer zu urteilen, sagt auch Aschaffenburg – Danke! Jederzeit gerne wieder!

Jens Erbster

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