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BayernJudo.de: Dr. Stefan Bernreuther wird Katareferent im Deutschen Judobund
Sonntag, 22.4.2012 - 18:51 Uhr

Dr. Stefan Bernreuther im Portrait

Dr. Stefan Bernreuther wird Katareferent im Deutschen Judobund

Die Berufung Bernreuthers im November 2011 als Katareferent in den Vorstand des Deutschen Judobundes ist zwar schon etwas länger her, macht aber die Person umso interessanter. Zumal das Ressort damals erst geschaffen wurde. Bernreuther ist somit auch der erste offizielle Katareferent des DJB, der dieses Amt innehat. Diese Berufung ist nicht nur ein persönlicher Erfolg für ihn, sondern auch für den gesamten Bayerischen Judoverband, zeigt es doch, welches Ansehen das Bayerische Katawesen im gesamten Bundesgebiet hat.


Begonnen hat Stefan Bernreuther seine Judokarriere mit 9 Jahren beim TV 1860 Fürth, von wo er schon bald darauf zum TV Wachendorf wechselte, der auch heute noch sein Heimatverein ist. Hier sammelte er Erfahrungen als Kämpfer in der Bezirks- und Landesliga, bis er 1991 bei der Vorbereitung auf den 1.Dan sein Interesse an der Kata entdeckte. Damals galt die Kata eigentlich als lästiges Prüfungsfach zu Danprüfungen. Sie war nur den Danträgern und Dan-Anwärtern vorbehalten. Ansonsten kam sie in der Judowelt kaum vor. Für Kyu-Grade war sie damals überhaupt noch nicht existent. Stefan Bernreuther schwamm gegen den Strom und erkannte, dass die Kata für den gesamten Judosport eine Bereicherung wäre. Er besuchte Katalehrgänge im bayerischen Süden bei Steidele und im bayerischen Norden bei Greiner. Das Katawesen war damals auf bayerischer Ebene Anhängsel des Prüfungsressorts.

1993 fanden dann die ersten Katameisterschaften beim TSV Großhadern statt. Initiator war der damalige Prüfungsreferent Gerhard Steidele. Stefan Bernreuther wurde mit seinem Partner Norbert Röck Bayerischer Vizemeister. Für ihn, so sagt er heute, war es damals ein großer Motivationsschub gewesen, dass man bei einer Qualifikation gleich auf die Deutsche Meisterschaft kam. Mit kleinen Unterbrechungen war er dann bis 2000 auf Bayerischer und Deutscher Ebene immer vorne dabei. In dieser Zeit gewann er mehrere Bayerische Titel.

2004 war der Lehrstoff durch die vermehrte Zunahme von Dan-Prüflingen im höheren Bereich im Prüfungsressort stark angestiegen. Das galt natürlich auch für die Kata. Waren früher meistens die Nage no Kata und die Katame no Kata zu prüfen und zu lehren, musste jetzt zunehmend mehr die Gonosen no Kata, Kime no Kata, Kodokan Goshin jitsu und andere Katas gelehrt und geprüft werden. Diese Entwicklung zwang dazu, einen Stellvertreter zu suchen, der innerhalb der Prüfungsvorbereitungen für das Katawesen zuständig war. Das war Stefan Bernreuther. Er wurde 2004 der stv. Prüfungsreferent im Bayerischen Judoverband.

2007 wurde von vielen völlig unbeachtet das 1. Bayerische Jugendkataturnier ausgerichtet. Die geistigen Väter waren Sven Keidel und Stefan Bernreuther. Damit hatte die Kata einen weiteren Sprung in das „Wettkampfjudo“ getan. Heute wird das Jugendkataturnier als Bayerische Meisterschaft bereits in den Altersklassen U11/U14/U17/U20 ausgetragen und findet immer mehr Zuspruch. Vielleicht ist hier auch ein Trend erkennbar, denn auch in großen Vereinen wird bei Jugendlichen zunehmend mangelnde Motivation zu regulären Turnieren und Meisterschaften herkömmlicher Art verzeichnet. Damit war auch klar dass das Katawesen nicht mehr nur „Anhängsel“ des Prüfungsressort bleiben konnte.

2007 erwarb Bernreuther seine DJB-Lizenz zum Wertungsrichter auf nationaler Ebene und 2008 die EJU-Lizenz auf europäischer Ebene. Das war Neuland, nicht nur in Bayern. Aus diesem Grund beantragte Stefan Bernreuther 2008, im Bayerischen Judoverband einen eigenen Posten, den Katabeauftragten, zu schaffen.

Wir wünschen Stefan Bernreuther viel Erfolg in seinem Wirken im Deutschen Judobund und bedanken uns für sein hohes Engagement, die Kata als festen Bestandteil der gesamten Judoausbildung zu etablieren.


Bilder: Dr. Stefan Bernreuther

Lutz Meier-Staude
BJV-Presseteam

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