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BayernJudo.de: Portait Robert Keil
Verband
Dienstag, 1.5.2012 - 10:48 Uhr

Der Lotse geht von Bord

Portait Robert Keil

Ja, einen Lotsen könnte man ihn schon irgendwie nennen, den Robert Keil aus Abensberg. Auch, wenn nicht ganz unumstritten, so hat er doch versucht, den Verband bis zum Ende in sicheres Fahrwasser zu bringen.





Dieses Ziel schien auch durchführbar, als der Hoffnungsträger Paul Barth als Interimspräsident mit ins Boot kam. Aber recht bald zeigte sich, dass der neue Interims-Präsident sein Amt am Verbandstag, wie vorher schon besprochen, abgeben würde. So war dann auch für Robert Keil, der schon vorher für sich entschieden hatte, nicht mehr für das Amt des Vizepräsidenten zu kandidieren, am Verbandstag die Zeit gekommen, das Schiff zu verlassen. Ein Grund für das Bayernjudo.de, diesen Mann zu würdigen.

Man sieht es diesem heute schon etwas graumelierten Herren nicht an, dass er vor rund 40 Jahren den deutschen Judosport in seiner Gewichts- und Altersklasse dominierte. In den Jahren 1974, 1975,1976 und 1978 war er Deutscher Meister. 1974 erkämpfte er sich sogar den 2.Platz bei der Jugendeuropameisterschaft.

Angefangen hat er mit dem Judosport 1969 als 12jähriger beim TSV Abensberg. Seine ersten Trainer waren Heiner Tauer und Jürgen Lichthardt, die ihn so weit brachten, dass er mit 14 Jahren zum ersten Mal Bayerischer Meister wurde. Dann kamen die Olympischen Spiele 1972 in München, wo der Großhaderner Paul Barth die Bronzemedaille gewann; und da wollte der junge Robert Keil hin, da wo die Besten trainierten. So kam es, dass der 15jährige Robert damals mit einigen Kameraden ein Mal pro Woche von Abensberg nach München zum TSV Großhadern fuhr, um dort zu trainieren. (200 km hin und zurück) Als Trainer hat ihn dort vor allem Gerd Egger geprägt.

Natürlich war ein Kämpfer wie Robert Keil auch in der Mannschaft des TSV Abensberg willkommen, mit der er Ende der 70iger Jahre in die 1.Bundesliga aufstieg.
Aber nur ein erfolgreicher Kämpfer zu sein, schöpfte Robert Keils Ressourcen nicht aus. Er wollte sein Judo auch weitergeben, wollte auch ein erfolgreicher Trainer werden. Und so begann er seine Laufbahn vom Übungsleiter bis zur Trainer A-Lizenz. Als Trainer wechselte er dann um das Jahr 1985 zum MTV Ingolstadt. Dort betreute er dann die Kreisligamannschaft, die damals durch alle Ligen durchmarschierte und 1992 den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffte. In der drauf folgenden Zeit erkämpfte sich diese Mannschaft sogar den 3. Platz beim Europacup.
Trotzdem meint Robert Keil heute rückblickend, dass ihm die Einzelerfolge von Thomas Müller, der 1993 Europameister wurde, und eine Reihe anderer nationaler und internationaler Titel seiner Athleten wichtiger waren.
Als Trainer war er dann später auch erfolgreich beim TSV Mainburg tätig.

Seine Erfolge qualifizierten ihn natürlich auch als Referent und Prüfer bei Übungsleiterlehrgängen des BJV. Aber auch auf anderen Veranstaltungen war er als Referent immer gern gesehen.

Robert Keil war nicht nur auf der Matte ein unermüdlicher Arbeiter, er brachte auch viele wichtige Projekte für den Bayerischen Judoverband zum Abschluss. Die für ihn letzte große Aufgabe als Vizepräsident war die Anpassung der Satzung an die heutigen Erfordernisse und die richtungsweisende Einrichtung der Ressorts Integration und Judo für Behinderte und Öffentlichkeitsarbeit.
Robert Keil hat im Judo seine Sportart gefunden, die er nicht nur als erfolgreicher aktiver Athlet, sondern auch als Trainer und Funktionär für die Judogemeinschaft ausgeübt hat.
Wir wünschen uns, dass er seinen großen Erfahrungsschatz weiter mit uns teilt und ihm, dass er jetzt die Zeit für die Judo-Aktivitäten findet, die vielleicht die letzte Zeit bei ihm zu kurz kamen.
Vielen Dank Robert Keil!

Lutz Meier-Staude
Referent für Öffentlichkeitsarbeit

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