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BayernJudo.de: Qualitätsmanagement in der Aus- und Fortbildung
Sonntag, 27.5.2012 - 09:23 Uhr

BJV beschreitet neue Wege

Qualitätsmanagement in der Aus- und Fortbildung

In einer Zeit der Arbeitsverdichtung ist Effektivität auch im Freizeitbereich ein hohes Gut. Gerade im Breitensportbereich, in dem meist aktive Sportler ehrenamtlich ihr Wissen als Trainer oder Übungsleiter weitergeben, ist es wichtig, die Anforderungen die an diese Lehrtätigkeit geknüpft sind, kompetent und in vertretbarer Zeit zu erwerben.

Deshalb stellt sich für eine Sportart, einen Sportverband die Frage des Angebots und der Umsetzbarkeit dieser an die heutige Zeit angepassten Anforderungen. Judo ist vom allgemeinen Mitgliederschwund ebenso betroffen wie andere Sportarten, d. h. es müssen Konzepte erarbeitet werden, die Judo wettbewerbsfähiger machen und in den Focus einer breiten Öffentlichkeit rücken. Grundlage hierfür ist eine hohe Dichte gut ausgebildeter Trainer und Übungsleiter.

Derzeit kommen etwas über 700 Trainer-C auf über 20.000 Judoka. Dies ist bei einer so komplexen Sportart wie Judo bei weitem zu wenig, um alle Bereiche abzudecken und Judoka ein Sportleben lang begleiten zu können. Zudem kommt es entscheidend darauf an, Trainern und Übungsleitern immer wieder Konzepte an die Hand zu geben, um ihre Schüler - egal in welchem Alter und Entwicklungsstand sie sich befinden - in allen Phasen anzuleiten und sie letztlich mit Freude im Sport zu halten.

Die Frage ist, ob dies noch ehrenamtlich geleistet werden kann und soll, oder ob hier eine Professionalisierung stattfinden muss.

Ziel sollte sein, quantitativ dort zuzulegen, wo Trainermangel besteht, um langfristig mehr Mitglieder zu gewinnen und halten zu können. Dazu müssen die Trainer qualitativ gut ausgebildet sein, da wir innerhalb der Vereine und mit professionellen Anbietern immer mehr Konkurrenz um immer weniger Kinder und Jugendliche bekommen.

Hier sind neue Projekte wie „Kameleons“ (Judo für Kids die mehr drauf haben), "Judo spielend lernen" und ähnliches, der Einstieg in einen Wettbewerb mit anderen Sportarten, in dem wir uns schon lange befinden und eine Aufgabe, der wir uns schon längst hätten stellen müssen. Dies gilt in gleichem Maße für den Bereich des Erwachsenensports, für den ähnliche Konzepte erarbeitet werden müssen. Hier ist der Einstieg mit dem neuen Übungsleiter-P „Sport in der Prävention“ ebenfalls ein guter Anfang. Auch die Trainer-B Judo Ausbildung „Selbstverteidigung“ ist hervorragend dazu geeignet, in Konkurrenz mit anderen Kampfsport- und Kampfkunstarten zu treten (Hierzu ist eine Ausbildung in Bayern für 2013 geplant).

Diese Herausforderungen für die Zukunft sind schwerlich mit ehrenamtlichem Engagement in der Aus- und Fortbildung zu bewältigen. Der Bayerische Judo-Verband hat sich deswegen für eine Professionalisierung entschieden und das Angebot seines langjährigen Jugendbildungs- und Lehrreferenten Jens Keidel angenommen, die Aus- und Fortbildung durch dessen Sport- und Trainerschule durchführen zu lassen. Der BJV hat damit eine Qualitätssteigerung für seine Trainer und Übungsleiter erreicht, in dem er Jens Keidel dabei unterstützt, sich noch intensiver mit der Aus- und Fortbildung zu beschäftigen.


An der Profession und Kompetenz von Jens Keidel, der viele Jahre maßgeblich das Lehrwesen im BJV mitentwickelt und verantwortet hat, bestehen keine Zweifel (5. Dan Judo, 10 Jahre Lehrreferent des BJV, 2 Jahre Jugendbildungsreferent des BJV, 2 Jahre Vertreter der Jugend im Präsidium des BJV
2008-12 im Bildungsausschuss des BLSV, DOSB Ausbilderlizenz, Trainer-A Judo, Trainer-B Kraft und Fitness, verschiedene andere Zusatzqualifikationen u.a. Slingexercise, Selbstverteidigung, Referent bei der Bayerischen Sport Jugend, Referent in der Dopingprävention bei der Deutschen Sportjugend, Referent zum Thema „Stürzen und Fallen“ / Sturzprävention beim BLSV, Studium der Psychologie und der Betriebswirtschaftslehre).

Unterstützt wird Jens Keidel durch ein ebenfalls hochqualifiziertes Referententeam, dem u.a.:


Richard Trautmann (U20 Nationaltrainer, Diplomtrainer)

Ralf Lippmann (DJB Lehrreferent und Ausbildungsleiter)

Anika Waldorf (DJB Jugendbildungsreferentin, Diplom Gesundheitsmanagerin)

Sven Keidel (BJV Prüfungsreferent, DOSB Ausbilderlizenz, Trainer-B Judo)

Florian Ellmann (BJV Jugendbildungsreferent, DOSB Ausbilderlizenz, Trainer-B Judo,
Lehramt Sport)

Georg Schels (BJV Landestrainer, DOSB Ausbilderlizenz, Trainer B Judo, Lehramt Sport)

Alexandra Brandstetter (DOSB Ausbilderlizenz, Diplom Sportlehrer, Trainer-B Judo)

angehören.

Die Zusammenarbeit mit der Sport- und Trainerschule Jens Keidel wird von der Lehrreferentin des BJV, Dr. Melanie Dietrich, koordiniert und kontrolliert. Auch für die weitere Ausbildung ist geplant, dass das Prüfungsgremium vom Bayerischen Judo Verband gestellt wird. Damit ist sichergestellt, dass der BJV die Ergebnisse und Vergabe von Lizenzen auch weiterhin unter Kontrolle hat, obwohl die Ausbildung selbst an die Trainerschule ausgelagert ist.

Damit hat der Bayerische Judo Verband einen Wechsel hin zur Professionalisierung der Trainer Aus- und Fortbildung im Interesse aller bayerischen Judoka und des Judos insgesamt vollzogen. Dies war eine wichtige Maßnahme zur Weiterentwicklung des Judos in Bayern. Dieses Angebot wahrzunehmen ist die Chance der Vereine, ihre Attraktivität zu steigern und ihr Angebot zu erhöhen. Als weiterer Anreiz ist für 2013 auch eine Trainer-B Ausbildung auf Mallorca geplant.

Da Investitionen in die Zukunft oft auch unter einem Kosten-Nutzen Gesichtspunkt betrachtet werden müssen, wollen wir kurz und unverbindlich einen Anhaltspunkt geben:

Für jeden ausgebildeten Trainer C bekommt der Verein 650 Punkte. Das sind ca. 240,- € pro Jahr, die der Verein an Zuschüssen vom BLSV bekommt. Damit sind die Ausbildungskosten innerhalb von 2 Jahren amortisiert. Darüber hinaus können öffentliche Zuschüsse zur Trainerausbildung beantragt werden.

Der BJV ist davon überzeugt, dass damit den vielen ehrenamtlichen Trainern und Übungsleitern mit ihrem herausragenden Engagement für ihren Sport, ein Ausbildungssystem zur Seite gestellt wurde, das den heutigen Anforderungen entspricht und zukunftssicher ist.

Zwischenzeitlich wurde der erste Jahrgang „C-Trainer-Absolventen“ an der Trainerschule Jens Keidel geprüft. Das Prüfungsergebnis war sehr gut und zeigt, dass in der Ausbildung gut gearbeitet wird. Die Prüfung wurde von der Lehrreferentin Dr. Melanie Dietrich und dem Landestrainer Georg Schels abgenommen.



Weitere Informationen zur Sport- und Trainerschule Jens Keidel finden sie unter:

http://www.sport-und-trainerschule.de/index.html

Oliver Lang
BJV Presseteam

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