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BayernJudo.de: Tobias Englmaier und Christopher Völk auf der Zielgeraden nach London
Dienstag, 5.6.2012 - 23:45 Uhr

Bayerische Judoka heiß auf die Olympiade

Tobias Englmaier und Christopher Völk auf der Zielgeraden nach London

Von den sechs männlichen Qualifikanten, die der Deutsche Judobund zur Olympiade nach London schicken darf, kommen zwei aus Bayern. Es sind dies Tobias Englmaier (TSV Großhadern) in der Gewichtsklasse -60kg, und Christopher Völk (TSV Abensberg) in der Gewichtsklasse -73kg. Beide bereiten sich hauptsächlich im Olympiastützpunkt München (TSV Großhadern) unter der Anleitung von Nachwuchs-Bundestrainer Richard Trautmann und Olympiastützpunkttrainer Ralf Matusche auf das sportliche Großereignis vor. Sie absolvieren zur Zeit ein Trainingspensum von 10 – 11 Trainingseinheiten bei nur einem freien Tag in der Woche. Der Tag beginnt am Morgen meistens mit einem 1 ½ stündigen Ausdauer- oder Krafttraining und endet am Abend mit einem 2 stündigen Judotraining.

Hinzu kommen noch spezielle Vorbereitungsmaßnahmen, wie ein mit dem Bundestrainer Detlef Ultsch und dem gesamten Nationalkader gerade abgeschlossenes Höhentraining in Belmeken (Bulgarien). Die Trainingsstätte, die noch von der DDR und Bulgarien in den 60iger Jahren erbaut wurde, liegt auf ca. 2000 h/M im Rilagebirge. In dieser Höhe ist der Sauerstoffgehalt schon merklich vermindert. Die Athleten müssen hier also unter Sauerstoffmangel trainieren.

Dies führt dazu, dass der Körper vermehrt rote Blutkörperchen bildet und dies wiederum sorgt dafür, dass mehr Sauerstoff im Muskel ankommt und Ihre Leistung steigert aber nicht als Doping gewertet wird. Das ist allgemein bekannt und wird daher von allen Leistungssportlern intensiv genutzt.

Etwas neuer sind die Höhenkammern beispielsweise in München, in denen Tobias Englmaier und Christopher Völk nach dem Höhentrainingsaufenthalt in Belmeken weiter trainieren. Es sind Trainingsräume mit ebenfalls vermindertem Sauerstoffgehalt, um die roten Blutkörperchen auf niedriger Meereshöhe weiterhin hoch zu halten. Ziemlich neu sind dann noch die Höhenzelte, in denen unsere beiden Judoka zeitweise schlafen. Es sind luftdicht abgeschlossene Zelte, die ebenfalls mit einem sauerstoffreduzierten Gasgemisch gespeist werden.

Vom 06.07.2012 – 15.07.2012 kommt dann der letzte Höhepunkt in der Vorbereitung. Es ist die Unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV). Hier werden dann u. a. Kämpfe unter simulierten Wettkampfbedingungen ausgetragen. D.h., die Judoka werden vor den Kämpfen abgewogen, und die Kämpfe werden von Kampfrichtern, wie bei einem richtigen Turnier, geleitet. Die Gegner werden vom Bundestrainer ausgesucht, das Publikum wird von den Judoka gestellt.

Das klingt nach viel Stress, obwohl es jetzt nach der Qualifikation eigentlich ruhiger zugeht. Der Termindruck ist jetzt weg, weil die wichtigen Turniere jetzt abgehakt sind. Es stehen lediglich noch zwei B-Turniere in Celje (Slovenien) und Prag auf dem Fahrplan. Hier geht es eigentlich um nichts mehr; man will nur in der Wettkampfpraxis bleiben.

Von 2010 bis 2012 hatten die Athleten Zeit ihre Punkte für die Olympiaqualifikation zu sammeln, wobei die begehrten Punkte in gestaffelter Weise nur auf bestimmten Turnieren vergeben wurden. Es ging darum, mit den erkämpften Punkten unter die ersten 22 der Weltrangliste zu kommen, denn nur dieser Personenkreis bekam das Ticket für London.

 World CupGrand PrixGrand SlamMastersContinental Ch.World Ch.
1. Platz100200300400180500
2. Platz60120180240108300
3. Platz408012016072200
5. Platz2040608036100

Die Athleten mussten also auf möglichst vielen solchen Turnieren möglichst viele Punkte sammeln, um sich zu qualifizieren.

Christopher Völk hatte seine Qualifikationspunkte mit einem 2.Platz am 04.02.2012 auf dem Grand Slam Turnier in Paris sicher, und steht jetzt auf der Olympia-Rangliste auf Platz 12. Tobias Englmaier brauchte für seine Qualifikation etwas länger. Er holte sie mit einem fulminanten 3. Platz auf dem Grand Prix in Düsseldorf. Er steht damit in der Olympia-Rangliste auf Platz 14.

Die Judowettbewerbe in London beginnen am 28.07.2012 und dauern bis zum 03.08.2012. An den Wettbewerben nehmen nach der jetzigen Aufstellung 386 männliche Judoka teil. Das ist der wirkliche Höhepunkt, auf den die Judoka seit zwei Jahren hingearbeitet haben.

Lutz Meier-Staude
BJV-Presseteam

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