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BayernJudo.de: Hervorragendes Ergebnis für bayerische Judoka
Sportgeschehen
Mittwoch, 4.5.2005 - 19:54 Uhr

DEM der Judoka mit Behinderung

Hervorragendes Ergebnis für bayerische Judoka

Vier deutsche Meistertitel, drei Vizemeister und fünf dritte Plätze waren die Ausbeute der bayerischen Judoka, die als erfolgreichstes Team von den Deutschen Einzelmeisterschaften der Judoka mit Behinderung (G-Judo) zurück kehrten.

Mit einem sensationellen Ergebnis von drei Titeln, einer Vizemeisterschaft und zwei Bronzemedaillen konnten dabei die SF Harteck – HPCA München auf sich aufmerksam machen, aber auch der MTV Ingolstadt trug erfolgreich mit einem Titel, zwei Vizemeisterschaften und drei dritten Plätzen zu einem hervorragenden Gesamtbild des Team Bayern bei.

Für das Harteck - HPCA Team, die sich mit den Ingolstädtern im Vorfeld im „Bayern-Kader G-Judo“ auf diese Turnier vorbereiteten, konnten Evangelos Tsapournis bis 60 kg, Roman Peter bis 66 kg und Florian Schnabl bis 81 kg die deutsche Meisterschaft erkämpfen.
Während die Trainer Alwin Brenner und Florian Sachs mit einem Erfolg von Evangelos Tsapournis rechneten, waren die beiden anderen Titelgewinne schon eine positive Überraschung. Hier ist ganz besonders Florian Schnabl hervorzuheben, der sich mit jedem Kampf steigerte und im Finale seine Höchstform erreichte. Gegen keinen Geringeren, wie dem Sieger der Special Olympics World Games von Dublin, dem Gladbecker Mruck, gelang Florian Schnabl ein überraschender und souveräner Ippon-Sieg, erzielt mit einem Ko-uchi- gari. Auch Roman Peter, mit 17 Jahren gerade dem Jugendbereich entsprungen, überraschte mit einer konsequenten Kampfweise, wo er vor allem im Bodenkampf zum hochverdienten Erfolg kam. Dies musste auch der erfahrene Titelverteidiger Hardwig aus Ingolstadt spüren, der keine Chance gegen Peter hatte und vorzeitig durch Haltegriff verlor. Evangelos Tsapournis (bis 60 kg) machte in allen Kämpfen bereits nach wenigen Sekunden alles klar: seinem O-soto- gari bzw. seinem O-goshi war niemand gewachsen. So wich sein ansonsten ernster Gesichtsausdruck einem glücklichen Lächeln, als ihm bei der Siegerehrung die Goldmedaille überreicht wurde.
Fast wäre auch Willibald Richter als vierter im Bunde der Hartecker Deutschen Meister aufgetaucht. Er konnte sich mit viel Geschick aus einigen gefährlichen Situationen buchstäblich herauswinden und bis zum Finale immer das Blatt mit Erfolg wenden. Dort verlor er aber bereits nach wenigen Sekunden gegen einen starken Gegner aus Leverkusen. Michael Meßerer und Maximilian Scheitler rundeten den großen mannschaftlichen Erfolg mit ihren dritten Plätzen ab. Nach einer Niederlage konnten sie sich beide im kleinen Finale durchsetzen und somit die Bronzemedaille erkämpfen.

Mit berechtigten Hoffnungen gingen auch die Ingolstädter ins Turnier. Der Titelverteidiger Bernd Hardwig zählte zu den Favoriten bis 66 kg, traf aber leider in der Vorrunde auf den späteren Sieger Peter (s.o.), sodass ihm nur noch das kleine Finale möglich war. Dieses gewann er aber in gewohnt souveräner Art.
Bis 90kg kämpfte sich Jochen Brezina ins Finale. Auch er hatte große Aussichten auf einen Erfolg, verlor aber doch überraschend klar seinen Kampf. Aber ein Titelgewinn gelang den Ingolstädtern dann doch: der 14 jährige Jesko Wächter besiegte im Finale seinen Vereinskollegen Andreas Weise in der Jugend. Ein Grund zu feiern und natürlich eine unübersehbare Freude, die dem jungen Jesko aus seinem Gesicht strahlte, worüber sich Trainer Hansjörg Bauer auch besonders freuen konnte.
Mit wechselndem Erfolg, aber dennoch Sieger im Kampf um Bronze, waren schließlich noch Christian Frieder bis 81 kg und Sabrina Klinger bei den Damen bis 48 kg. Für beide ein großer und nicht erwarteter Erfolg und insbesondere für Frieder eine Bestätigung für sein Können.

Der Erfolg der Bayern zeigt, dass auch im Behindertenbereich der Leistungssport gefragt ist. Der Wille, Leistung zeigen zu können, steht den behinderten Menschen genauso zu, wie den Nichtbehinderten. Genau deshalb sind Maßnahmen, wie beispielsweise Kaderlehrgänge und –trainings, wichtig und sinnvoll. In 2005 sind aus diesem Grund zwei Lehrgänge vorgesehen, wobei der erste Lehrgang vom 10. April bereits schon Früchte trug. Dies zeigte sich nicht nur sportlich – ganz besonders auffallend waren die Bayern durch ihr einheitliches Auftreten und einem freundschaftlichen Zusammenhalt. War ein Kämpfer auf der Matte, wurde er lautstark von Harteckern und Ingolstädter gemeinsam angefeuert.

Die Gladbecker Veranstalter organisierten mit viel Arbeit und Einsatz eine riesiges Sportevent, wo neben den DEM G-Judo auch noch das „Bagira-Turnier“ mit über 250 Teilnehmern sowie die internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften für Judoka mit Sehschädigung stattfand (ohne bayerische Beteiligung). Es ist schade, dass der zeitliche Rahmen nicht eingehalten werden konnte und somit viele Judoka bis zu 13 Stunden in der Halle verbringen mussten. Aufgrund des hohen Aufsichtbedarfs war diese Situation für viele Betreuer und Trainer neben dem Judo eine ganz besondere Herausforderung, die erst mal gemeistert werden musste.

Beim Bagira - Turnier, welches für Judoka der Wettkampfklassen 2 und 3 durchgeführt wurde, gab es schließlich für die Münchner noch folgende Ergebnisse: 1. Platz für David Homburger, Fritz Kastl, Nikoleta Zervou, Barteck Prawica, 2.Platz für Tram Huang Vu, Marion Rosenhammer, Stephan Duve, Bernhard Füzy, Christoph Baier, 4. Platz für Markus Weber, Robert Glück. Weitere bayerische Judoka waren nicht am Start.

Alwin Brenner
Beauftragter Behindertensport

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