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BayernJudo.de: Der ultimative Erlebnisbericht
Inzell & Co
Donnerstag, 2.6.2005 - 21:25 Uhr

Pfingstlehrgang in Inzell

Der ultimative Erlebnisbericht

...und wieder einmal kraxeln wir vor der Inzeller Eisdiele völlig verschwitzt aus dem Auto. Die Vorfreude auf eine weitere Inzellwoche ist riesig, das Wetter könnte nicht schöner sein, das Eis schmeckt wie immer super – die Musik, zu der eine Gruppe in Trachten auf der Bühne tanzt, ist grausam. Also schnell wieder einsteigen und ab ins Feriendorf! Dort treffen wir auch gleich all die Leute, mit denen wir es die folgende Woche aushalten müssen (oder dürfen...), inklusive Vicky und Claudia natürlich.

Es gibt ein paar kleine Überraschungen, viele Umarmungen und Küsschen, aber auch schüchternes Kennen lernen... Dann werden aber auch schon ruck zuck die vielen Taschen ausgeladen und die 4 Blockhäuser sind schnell gefüllt. Außer der 7er-Besatzung (Steffi, Sabrina, Domi und ich – uns 4 schweißen noch die Kleinwalsertal-Erlebnisse der vorigen Woche zusammen, Ramona – ja, die schaffts doch immer wieder hier her..., Nicole (bzw Bernadette nach der halben Woche), Corinna, Rali & Jessi, die etwas später kommen, Heidi,
und die Henry, gut gelaunt wie immer und die Vicky, unser Babysitter) gibt es noch ein FU14-Blockhaus unter Claudias Obhut und zwei voller MU17er – eines mit den Jüngeren, das der Raphael betreut, und eines mit den Älteren, auf die der Lorenz aufpassen soll. Eine kleine Wasserschlacht, bei der schon mal etliche Liter „Vittel“ & „Volvic Orange“ draufgehn, kühlt uns erst mal die glühenden Kopfe und verschafft vor allem den Jungs den nötigen Durchblick (durch weiße T-Shirts...).
Der Lehrgang ist somit schon mal inoffiziell eröffnet. Eine zweite kleine, etwas offiziellere Eröffnung gibt’s dann im Speisesaal, wo der Heimleiter uns eine ganz tolle Geschichte erzählt. Ja... ähm.... was will er mir nur sagen?? In unserem Blockhaus darf niemand Plätzchen machen und nach dem Essen kommt das Besteck in die zwoa Kearbla, oda so... gut, verstanden soweit. Freundlicherweise dolmetschen mir die andern soweit, dass ich noch kapier, dass es sich bei diesem Vortrag um eine Das-dürft-ihr-und-das-dürft-ihr-nicht-Rede handelt. Gleich nach dem Mattenaufbau laufen wir 22 Mädels zum ersten Training auf, das nach ein paar Spielchen- Randoris mit Gürtel klauen oder auf die Füße steigen überraschend schnell vorbeigeht.
Beim Abendessen werden die Jungs von uns Mädels schon mal nach dem Kleinwalsertal-System eingestuft, und nach ein bisschen betteln wird auch die Vicky in diese komplizierte Kunst eingeweiht und kann endlich mitreden: „Na, die sind ja wohl wirklich C!“ Wie gnädig...
Bei einem kleinen Spaziergang durchs Dorf werden die restlichen Gruppen gründlichst durchgecheckt. Unsere MU17 und die Fußballer: Liebe auf den 1. Blick... *seufz*
Schon jetzt gibt’s einen kleinen Krach mit dem Heimleiter, der sich nach Liebe und Frieden in seinem Feriendorf sehnt... *lol* Von den Jungs wird er dafür mit beleidigten Blicken gestraft.

Tag 2: Sonntag

Am nächsten Morgen werden wir gnädigerweise vom Frühsport verschont. Nach dem Frühstück gibt’s wie die ganze folgende Woche eine 2-Stunden Technikeinheit, bei der uns die Claudia stolz die wohl vielfältigste Bodentechnik aller Zeiten präsentiert. Das einzige Problem, für das es keine Lösung zu geben scheint, sind wohl ihre langen Beine, wie sie immer wieder gerne betont... ;-) (Für alle anderen allerdings sehr aufbauend, dass lange Beine nicht immer ein Vorteil sind...)
Danach geht’s zum Hiball, und das Spiel erfreut sich nach wie vor so großer Beliebtheit bei unserer Gruppe, dass die Vicky sich von den beiden Jungs, die doch so unbedingt auch mal wollen, nicht mal mit einer Tafel Milka Alpenmilch bestechen lässt.
Im Laufe des Tages geht’s für uns Mädels in 2 Gruppen noch jeweils eine halbe Stunde zum Bodytubing (sogar hier, wo man endlich mal weg von Zuhause ist, muss man sich den Mist von wegen geradem Rücken anhören...) und dann, als die komischen Gummiseile genug Knoten haben, zum Rhönradfahren. Mit reingesteckten T-Shirts und zusammengebundenen Haaren sehen wir schon mal aus wie echte Rhönrad-Profis, ein paar kommen mit dem Ding auch gut zurecht, andere nicht... wie ich, und wisst ihr was: Da rausfallen tut verdammt weh.
Im nächsten Training wird mit ein paar Randoris noch ordentlich gepowert, dann geht’s zum Essen. Danach liefern sich 8 Mädels und Jungs noch ein spannendes Volleyballmatch, das die Jungs am Ende ganz knapp für sich entscheiden können.
Weil schon an diesem Abend die erste Disco stattfindet, gibt es so gegen 7 Uhr in unserem Blockhaus einen Mega-Ansturm aufs Badezimmer. Anders als bei der FU14: Als wir eine halbe Stunde zu früh fertig gestylt nach drüben gehen, sitzen die alle mucksmäuschenstill zusammen und suchen nach einem Teamnamen für Spiele ohne Grenzen.
In der Disco haben dann so ziemlich alle ihren Spaß. Am Anfang sind zwar nur recht wenige auf der Tanzfläche und die Tanzpärchen (insgesamt 4 oder 5 an diesem Abend) bildeten sich auch erst ca. 15 Minuten vor Schluss, aber die Jungs mussten ja erst mal die „Lage checken“ und überhaupt ist doch die Musik so scheiße..... :-D

Tag 3: Montag

Am nächsten Morgen haben wir mit dem Frühsport nicht so viel Glück, aber weil ja Mädel- gespräche nach der Disco völlig überflüssig sind und wir deswegen alle so ausgeschlafen und fit sind, gehen wir alle hoch motiviert an die Uchi-komis und das Bahnenlaufen ;-).
Nach dem Frühstück geht’s erst mal an ein zweites Volleyballmatch, und weil die Jungs ja gewonnen haben und sich für uns jetzt was Nettes ausdenken dürfen, müssen wir eben um halb acht Uhr morgens im Bikini spielen. Und dann verlieren wir auch noch schon wieder!!!
Gleich im Anschluss gibt’s wieder unsere Technikeinheit.
Die Auswirkungen von dem Rhönrad-Metallgriff auf meinem Rücken bekomme ich in diesem Training super zu spüren, weil sich der blaue Fleck-Effekt beim O-Uchi-Gari-Training noch um einiges verstärkt. Tja, schmerzbedingt.
Nach dem Mittagessen geht’s dann erst mal zum Klettern, und nachdem ich mich an den gelben Teilen bis zum Glöckchen hochgeangelt hab (hier wären Claudias Beine wohl wieder ein Vorteil) hab ich auch mal was zum Stolzsein ;-))).
Dann gibt’s noch mal Hiball, und nach dem Abendessen ein ganz tolles Teamspiel:
<<Cola Fanta Sprite>> Während des die “Normalen” unter uns nach einiger Zeit ziemlich verwirrt und uns „Spezi“ dann endgültig aus der Fassung bringt, scheinen die Checker damit gar keine Probleme zu haben... Checker wie zum Beispiel die Maria, die Gott sei Dank in meiner Gruppe ist. Um mir endgültig den Rest zu geben, spielen wir am Abend auch noch Tischtennis („Ja Vicky, ich freu mich riesig dass wir Tischtennis spielen und ich finde es äußerst schade, dass ich dafür nicht besonders talentiert bin“).
Die Jungs freuen sich aber darüber, dass wir die Halle nicht verlassen dürfen, die machen sich eifrig an unseren Schnürsenkeln zu schaffen und knoten alles Mögliche zusammen. Was für ein Meisterwerk!
Weil wir uns in den Blockhäusern ja nicht gegenseitig besuchen dürfen, sitzen wir an diesem Abend noch ein bisschen vor der Turnhalle zusammen, dann ist es auch schon 10 und die Vicky will uns alle in den Betten sehen.

Tag 4: Dienstag

Am nächsten Morgen dürfen wir uns beim Fußballspielen in der Halle verausgaben (einfach nur draufhaun ist übrigens auch gut zum Aggressionsabbau ;-), und nach dem ersten Training am Vormittag war’s das dann mit Sport für diesen Tag, denn wir dürfen runter nach Inzell. Als wir alle mit unseren Riesen-Eistüten zusammensitzen (3 Kugeln sind Pflicht, man muss ja die Reserven auffüllen...) erfährt man in einem intensiven Tratschgespräch die ein oder andere nützliche Information (die später auch die Neugierigsten nicht herausbekommen), dann geht’s noch schnell in die Drogerie, und weil dort alles um 50% reduziert ist und das die Mädels gar so freut, nimmt man dort auch allerhand mit.
Zurück im Feriendorf bereiten sich auch alle für „Spiel ohne Grenzen“ vor. Unsere FU14, die „Schlafmützen“, kommen alle mit roten Haarsträhnen. Die MU17, die „Hormonbomber“, haben sich einen subba Schlachtruf ausgesucht, der mal wieder ihre Liebe zu den Fußballern zeigt (wie war das mit Hu-hu-hooligans oda so??) und wir sind heilfroh, dass wir unseren Teamnamen noch in letzter Sekunde von „Lolo16.8“ (was sich aus unserer neuen hochkomplizierten mathematischen Formel ergibt) auf „O.C.“ ändern können (weil wir auf was Besseres auf die Schnelle nicht kommen... dann kommen eben die OC California - Fans zum Zug).
Unser Team ist eigentlich gar nicht so schlecht und holt mit ein paar geknackten Rekorden schon mal ein paar Punkte, aber an allen Stationen, bei denen es um Werfen und Treffen geht,
sind wir dann so mies, dass sich alles wieder ausgleicht :).
Und auch durch einen Tunnel kabbeln finden manche nicht so einfach. Dabei verliert man schon mal die Hose... Mensch, Henry, festbinden!! Naja, wenigstens einer freut sich über diese Aktion: Der Lorenz kriegt kaum noch Luft vor Lachen.

Tag 5: Mittwoch

Am Mittwochmorgen drehen wir erst mal a paar Dorfrunden, dann macht noch jeder 4 100m -Sprints und schon geht’s zum Frühstück. Zwischen den beiden Trainingseinheiten und dem Mittag- und Abendessen an diesem Tag gibt’s dann erst mal noch gaaaanz lange Massagen für die Volleyball-Sieger, und weil die so lieb sind, wird dann auch mal gewechselt. Damit haben wir dann unsere neue Lieblingsbeschäftigung für die restliche Woche gefunden... Beim Hiball kann man ja nicht so schön relaxen ;-). Vor dem Abendessen geht’s dann für uns Mädels in 3 Gruppen aufgeteilt zum Turnen, dann in den Pool und zum Sommerbiathlon. Die Trainerin der Turnergruppe, die uns eine Schnupperstunde gibt, will ein Rad, einen Handstand-Überschlag und eine Felgrolle (soll heißen: Rolle rückwärts in den Handstand) von uns sehen. Die stellt sich des irgendwie so ganz anders vor, als wir des immer im Training machen... *g* Ich finde zwar, dass man sich bei so vielen gestreckten Armen und Beinen immer selber im Weg ist, trotzdem klappt alles erstaunlich gut und die <<Jutta>> ist begeistert von uns :). Am Pool wollen sich die meisten ja eigentlich nur schön in die Sonne legen, die Jungs haben da aber ganz andere Ideen, und so geh ich wie viele andere mal wieder in Klamotten baden... Wenigstens fliegen wir nicht nur einfach so ins Wasser. Ein paar spektakuläre Kata-Gurumas und Saltos sind schon dabei.
Die letzte Station ist der Sommerbiathlon, und die Jungsgruppe, die hinter uns her pilgert, um sich zu vergewissern, dass wir auch ja nicht besser sind oder schneller laufen (ne, Keili?? *g*) macht dann doch nervös. Beim Schiessen sind wir aber eindeutig besser, die meisten Mädels treffen alle 5 Ziele – im Gegensatz zu den Jungs. Und weil pro Fehlschuss 20 Sekunden zur Laufzeit addiert werden, steht der beste Junge auf der Rangliste dann auch erst auf Platz 5.
Nach dem Essen und der Spiel ohne Grenzen-Siegerehrung (wir sind... ähäm... *räusper* Neunte, jemand was dagegen?! ;-), die „kleine“ MU17 auf Platz sieben, die „Schlafmützen“ sind Dritte und unsere „Hormonbomber“ als allerbeste ganz oben auf dem Treppchen) geht es ab in den Wald zum Tiger&Dragon spielen. Viele finden aber die Heftchen, die sie auf der Suche nach der Fahne unter einer Plane finden, irgendwie interessanter... So dauert das Spiel eine ganze Weile, aber am Ende findet die Tigergruppe unsere Fahne dann doch noch. Ein paar Freaks schauen sich am Abend noch OC California an, aber ich geh lieber duschen und die ganzen Blätter und Ästchen aus meinen Klamotten schütteln.

Mitten in der Nacht kommt noch mal die Vicky zu uns, um uns mitzuteilen, dass es am Donnerstagmorgen keinen Frühsport geben wird. Also bleiben wir schön in unseren Betten - im Gegensatz zu den Jungs, die um 7 Uhr früh ihre Laufschuhe für den Berglauf schnüren.

Tag 6: Donnerstag

Beim Frühstück singen wir dann a ganz besonders schönes „Happy Birthday“ fürn Pille, und
den folgenden Tag verbringen wir - wenn wir nicht gerade im Dojo sind - beim Hiball, im Pool (freiwillig oder unfreiwillig) oder mal wieder auf der Wiese, wo wir uns gegenseitig massieren. Der wohl schrecklichste Punkt des Tages ist dann kurz vorm Abendessen ein Wasserballett, das wir dem Raphael als Gegenleistung für unseren Blockhausschlüssel vorführen müssen. Mensch, wer hat den denn stecken lassen? Peinlich, peinlich. Aber alle Achtung, Vicky, du solltest Choreographin werden. Dann geht’s noch schnell zum Mattenabbau und dann zum Abendessen. Als später zwei Mädels triumphierend den 11er Blockhausschlüssel in die Höhe halten und erklären, das Blockhaus wäre leer gewesen, freuen wir uns alle ganz besonders und wünschen uns als Gegenleistung für den Schlüssel permanente Anwesenheit der Jungs in der Disco und eine Tanzeinlage zum peinlichsten Lied.
Wie beim letzten Mal wird die Abschlussdisco ein voller Erfolg. Claudias Mädels sehen an diesem Abend ganz besonders schick aus, weil sich ihr Boss mal als Stylistin versucht hat.
Die Tanzeinlage bekommen wir, auch wenn ein paar Feiglinge nicht mitmachen. Das mit den Tanzpärchen geht an diesem Tag um einiges schneller. Seit der ersten Disco hat sich da allerdings einiges geändert... positiv geändert, denn von 9 oder 10 Disco-Pärchen wollen sich immerhin 3 gar nicht mehr loslassen und sind jetzt auch so zam ;-). Den Übrigen macht das Tanzen genauso viel Spaß, und die letzte Nacht wird auch nicht unlustig :).

Tag 7: Freitag

Dann ist auch schon viel zu schnell der letzte Morgen da. Als das Blockhaus sauber und die Taschen in die Eingangshalle geschleppt sind, geht’s zum letzten gemeinsamen Frühstück.
Umarmungen und Küsschen gibt es dann wieder genug, schüchtern ist keiner mehr. Ein paar Abschiedsfotos noch und die Letzten tauschen noch ein Handynummern aus, und innerhalb von einer Stunde leert sich die Eingangshalle. Schade... schon wieder vorbei...
Aber diese Woche wird uns bestimmt noch ein bisschen in Erinnerung bleiben!!

Lena Weimann
Inzell-Chefkorrespondentin ;)

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