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BayernJudo.de: Sportgemeinschaft Moosburg schafft den Sprung in die erste Bundesliga
Aus den Bezirken / Oberbayern
Montag, 3.10.2005 - 21:33 Uhr

Was lange währt wird endlich gut

Sportgemeinschaft Moosburg schafft den Sprung in die erste Bundesliga

Nichts für schwache Nerven – unter diesem Motto hätte wohl der letzte und entscheidende Kampftag in der 2. Bundesliga laufen können. Selbst Moosburgs Judo-unerfahrene Bürgermeisterin konnte vor Spannung nicht mehr hinsehen und verließ nach der Halbzeit die Halle, um ihre noch vorhandenen Nerven zu schonen.

Nach dem Vizemeistertitel in der zweiten Bundesliga 2001 schrammte die Sportgemeinschaft letztes Jahr nur knapp an einem Medaillenrang vorbei. Diese Saison jedoch hat sich das Blatt gewendet und die Moosburger marschieren ungeschlagen in die erste Bundesliga durch.
Vor einer riesigen, brodelnden Fankulisse brachten die Moosburger nach insgesamt sechs Jahren ihre eigene kleine Sensation zu Stande. Mit den Siegen von Sebastian Hölzl (-81kg), Florian Frischmann (-90kg), Florian Lindner (-100kg) und Thomas Leitermann (-73kg) im ersten Durchgang, sowie den Siegen von Rajko Kovacevic (+100kg), Florian Frischmann (-90kg), Alexander Keil (-66kg), Florian Lindner (-100kg), und Thomas Leitermann (-73kg) im zweiten, bekamen die Fans am letzten Kampftag einiges geboten. Mit tatkräftiger Unterstützung durch Anfeuerrufe besiegelte Florian Lindner den Sieg gegen den FC Rötz allerdings erst im vorletzten Kampf, was die Anspannung ins Unermessliche steigen ließ. Nachdem Thomas Leitermann noch einen weiteren Siegpunkt draufsetzte, marterte das Warten auf das Endergebnis des Tabellenführers Speyer gegen den Tabellen dritten Bamberg die Nerven der Moosburger. 15 Minuten nach Kampfende trug das Zwischenergebnis von 4:3 für Bamberg allerdings wenig zur Beruhigung bei. Eine weitere halbe Stunde fieberte die Mannschaft zusammen mit ihren Fans in der Halle, bis ein Handy zu läuten begann und die „frohe Botschaft“ verlautet werden konnte: „MOOSBURG STEIGT AUF!!“

Damit schaffte es nun nach Ingolstadt und Gröbenzell ein weiterer Verein aus Oberbayern in die erste Bundesliga. Genau hierbei trägt die Sportgemeinschaft ein großes Erbe, da beide Vorreiter jahrelang ihren Platz in der Ersten Liga behaupten konnten, sowie Gröbenzell als einziger Verein Deutschlands den Durchmarsch von der Kreisliga bis in die erste Bundesliga zustande gebracht hatte. Doch wie es aussieht dürften zumindest die Zuschauerzahlen der Moosburger gewaltig ansteigen, da sie in der nächsten Saison Weltklasse Gäste wie den TSV Abensberg und den TSV Großhadern auf heimischem Terrain begrüßen dürfen. Besonders für Trainer und Betreuer Rainer Zistl, der maßgeblich für die derzeitige Kaderzusammenstellung verantwortlich ist, bedeutet der Aufstieg einen großen Durchbruch. Nachdem er Jahre lang selbst für die Sportgemeinschaft auf der Matte stand, bis er zum TSV Großhadern in die erste Bundesliga wechselte, hat er seine Kämpferkarriere im Alter von 25 Jahren an den Nagel gehängt um sich auf sein Studium und Trainerdasein zu konzentrieren. Innerhalb eines Jahres brachte er den Aufstieg der Moosburger Bezirksligamannschaft in die Landesliga und nun zwei Jahre Später ebenfalls den Aufstieg der Zweitligisten in die erste Bundesliga zustande. Bereits nach dem 9:5 Sieg gegen den vorherigen Tabellenführer Speyer am vorletzten Kampftag stand zumindest eines fest: Rainer Zistl hat sich die richtigen Talente gesichtet um den Aufstieg ernsthaft in Angriff zu nehmen.
Doch wie behaupten sich die Kämpfer, die zum Aufstieg beigetragen haben tatsächlich in der ersten Bundesliga? Finden sie es selbst heraus und besuchen sie nächstes Jahr einen der Heimkämpfe – sofern ihre Nerven es zulassen.

Anja Grunert
Liga-Korrespondentin

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