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BayernJudo.de: Eine Frage des Niveaus
Sportgeschehen / Verschiedene
Donnerstag, 6.10.2005 - 03:07 Uhr

Domreiterturnier in Bamberg

Eine Frage des Niveaus

Zwei goldene und zehn weitere Medaillen gab es für die bayerischen FU16-Mädels beim Domreiterturnier in Bamberg, das für diese Altersklasse als Bundessichtungsturnier des DJB ausgeschrieben war. Noch mehr Medaillen, nämlich je fünf goldene und silberne sowie neun bronzene, gab es für die männliche Jugend, die von U17-Bundestrainer Richard Trautmann aufmerksam beobachtet wurde.

ERGEBNISSE:

Domreiterturnier FU13

Domreiterturnier FU16

Domreiterturnier MU13

Domreiterturnier MU16


Nachdem das Turnier in Flein, das als Bundessichtungsturnier für den Süden Deutschlands geplant war, kurzfristig abgesagt wurde, rief der Bundestrainer "seinen" Nachwuchs zur Sichtung nach Bamberg. Entsprechend hoch war das Niveau, das auf den Matten herrschte, auch wenn einige hoffnungsvolle Talente aufgrund anderer Planungen für dieses verlängerte Wochenende nicht teilnehmen konnten. Durch den Rückzieher Fleins hat Bamberg möglicherweise die Chance, im nächsten Jahr auch für die MU16 als Bundessichtungsturnier geführt zu werden.

Erwartungsgemäß kämpften sich (die beiden leichtesten Gewichtsklassen ausgenommen) vor allem Judoka des Jahrgangs 1990 in den Siegerlisten ganz nach oben. Mit Kim Schönsteiner, Anna Riedl (beide Eltmann) und Zita Notter (Memmingen) schafften es immerhin drei Mädchen des jüngsten Jahrgangs der nächstjährigen U17, in die Medaillenränge zu gelangen.

Bei der MU16 konnte der TSV Großhadern mit Stefan Friedrich (-55kg) und Niklas Ebert (-66kg) zwei Titelgewinner stellen. Dabei gelang ihnen in der Gewichtsklasse -66kg mit Silber für David Enkelmann und Bronze für Sebastian Bogisch ein Dreifach-Erfolg. Je ein Titel ging nach Lenggries (Sebastian Brandhofer; -50kg), nach Weilheim (Wolfgang Haas; -60kg) und nach Lohr (Ridvan Koyun; +81kg).
Aus Grafing (Alexandra Sebald; -57kg) und vom TB Weiden (Marlies Dotzler; -63kg) kommen die beiden Goldmedaillen-Gewinnerinnen der FU16.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass es dem Turnier sicherlich nicht schaden würde, wenn es sich selbst zukünftig mehr Wertschätzung entgegen bringen würde. Wer auf einem Bundesoffenen Turnier unter 20 und mehr Teilnehmern drei bis vier mal siegreich die Matte verlässt und am Ende den fünften Platz erringt, hat es sicher nicht verdient, mit dem Vermerk "teilgenommen" auf seiner Urkunde den Heimweg antreten zu müssen. Auch würde eine dem Niveau des Turniers angemessene Siegerehrung der Erst- bis Siebtplatzierten alle Teilnehmer wissen lassen, dass sie nicht etwa an einer etwas größeren Bezirksmeisterschaft, sondern an einem hochrangigen Turnier teilgenommen haben, bei dem auch ein siebter Platz ein beachtenswerter Erfolg ist.
Man könnte sogar den revolutionären Vorstoß wagen, für die Siegerehrung ein kleines Podest aufzustellen oder ein wenig Musik zur Untermalung des Ganzen ablaufen zu lassen. Sicherlich würde das nicht die Welt kosten.
Höhere Ausgaben müssten indes dafür eingeplant werden, verstärkt (oder ausschließlich) Kampfrichter mit Bundeslizenz einzusetzen. Dem Niveau eines "Bundessichtungsturniers" wäre dies jedoch durchaus angemessen.

Nick Cariss

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