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BayernJudo.de: Gummibären Randori ein Erfolg
Aus den Bezirken / Unterfranken
Donnerstag, 1.6.2006 - 23:46 Uhr

Ideen gegen die Mitgliederfluktuation

Gummibären Randori ein Erfolg

„Mein Sohn hat keine Lust mehr zu Kämpfen!“, diesen oder ähnliche Sätze bekommen die Betreuer der Judo Abteilung in Eltmann und nicht nur dort, sondern bundesweit, immer häufiger zu hören, wenn die Frage im Raum steht, wer am kommenden Wochenende mit zu einem Turnier fährt. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und bedürfen einer sorgfältigen Analyse. Mit Sicherheit ein Grund für diese Aussage liegt in der traditionellen Turnierform begründet. Neue Formen, neue Ideen und Wege sind also gefragt.

Bisher werden Judoturniere in Poolform oder nach dem Doppel – KO System ausgekämpft, das zur Folge hat, dass die Kinder und Jugendlichen dafür, dass sie einen ganzen tag in der Halle verbringen müssen relativ wenig Kampfzeit haben und sich den größten Teil der Zeit in „Wartestellung“ befinden. Fehlende Erfolge auf Grund unzureichender Wettkampferfahrung sind sicherlich einweiterer Grund. Deshalb organisierte die SG Eltmann nun erstmalig ein sogenanntes Gummibären Randori Turnier. Die Vorteile liegen auf der Hand. Diese Turnierform bietet einen überschaubaren Zeitrahmen, nach 2 – 3 Stunden ist alles gelaufen und der Erfolgsdruck beziehungsweise die schmerzliche Erfahrung Niederlagen verarbeiten zu müssen entfallen zunächst für die jungen Judoka. Beim Randori Turnier suchen sich die Kämpfer ihre Partner selbstständig aus, melden sich dann gemeinsam am Kampfrichtertisch an und bekommen ein kleines Mattenquadrat als Wettkampffläche zugeteilt. Darauf bestreiten sie, zeitgleich mit anderen Paaren, ein Randori – einen Übungskampf. Dabei gibt es weder Gewinner noch Verlierer. Einzig das Lernen, das Üben mit neuen Partnern, neue Bewegungserfahrungen zu machen, sich in wettkampfnaher Situation mit einem Partner zu messen stehen im Vordergrund. Parallel dazu stehen auf zwei kleinen Mattenflächen zwei Kampfrichter bereit, die Shobu Kämpfe leiten, für die sich die Kinder ebenfalls freiwillig anmelden dürfen. Der wettkampfnahe Charakter wird hier durch den Kampfrichter noch deutlicher, aber auch hier gilt – „Learning by doing“. Die Kämpfe werden, wie sonst üblich, nicht nach der ersten Ippontechnik beendet, sondern die Teilnehmer kämpfen die volle Kampfzeit von 2 Minuten durch und haben so die Möglichkeit reichlich Erfahrung zu sammeln. Mit 42 Teilnehmern war das erste Randori Turnier der SG Eltmann gut besucht und die Rückmeldungen der Judoka und ihrer Eltern und Betreuer waren durchwegs positiv. Besonders eifrig zeigten sich mit Bianca Frystacki, Anna Lisa Schramm und Nathalie Ketz drei Mädchen, die es auf jeweils 15 Randori Einsätze brachten. Drei weiter Teilnehmer kamen auf 14 und 8 Judoka auf 13 Einsätze. Zum Vergleich – bei einem „normalen“ Turnier kämpfen die Kinder in der Regel maximal 5 – 6 mal, sofern sie bis ins Finale vorstoßen, Sind sie weniger erfolgreich, ist ein Turniertag oft auch schon nach 1 – 2 Begegnungen beendet. Abgerundet wurde ein toller Turniertag durch die gemeinsame Erwärmung aller Teilnehmer mit bewegungsintensiven Spielen und einer Siegerehrung, bei der alle Teilnehmer eine Urkunde mit der Zahl ihrer absolvierten Randoris sowie gemäß dem Namen des Turniers eine Tüte Gummibären als Belohnung bekamen. Aufgrund der positiven Rückmeldungen aller Teilnehmer veranstaltet die SG Eltmann in den Pfingstferien, am Freitag, den 09.Juni ihr zweites Randori Turnier, allerdings nur für geladenen Vereine. Dann allerdings in der alten Turnhalle in Eltmann, auf der Mainhalbinsel, da die Georg Schäfer Halle ab den Pfingstferien wegen Sanierungsarbeiten bis auf weiteres für den gesamten Schul – und Sportbetrieb gesperrt ist.

Edgar Riedl
SG Eltmann

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