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BayernJudo.de: Neues Jahr, neue Regeln
Kampfrichter
Montag, 12.2.2007 - 01:49 Uhr

Kampfrichter-Lehrgang in Oberhaching

Neues Jahr, neue Regeln

Alle Jahre wieder gibt es Änderungen der Wettkampfregeln im Judo. Genau genommen sind es oft nur neue Interpretationen festgeschriebener Regeln, doch sie können Kämpfe entscheidend beeinflussen. Klar, dass sich alle am Wettkampfgeschehen Beteiligten, also Sportler, Trainer und Kampfrichter, intensiv damit beschäftigen müssen. Am Anfang der Kette stehen die Kampfrichter, denn sie sollen die Wettkampfregeln durchsetzen. Daher finden gleich zu Beginn jedes Jahres Kampfrichter-Lehrgänge statt, bei denen die neuen Regeln oder Regelinterpretationen der IJF oder EJU vorgestellt und diskutiert werden.

Für BJV-Kampfrichter finden dazu verschiedene Lehrgänge, teils in der Sportschule Oberhaching, teils in den Bezirken, statt. So traf sich auch am letzten Januar-Wochenende in Oberhaching ein Großteil der BJV-Kampfrichter mit C1-, C- und D1-Lizenz zur Weiterbildung. Im Mittelpunkt des dreitägigen Lehrgangs, geleitet von Landeskampfrichter-Referent Herbert Eberlein, standen dabei neue Regeln zu Mattenrandsituationen und zur Bestrafung von Negativjudo. Diese Regeln wurden von den anwesenden Kampfrichtern intensiv und kritisch diskutiert, fanden aber in der Mehrzahl Zustimmung. Schließlich dürfte die neue Zurückhaltung bei der Bestrafung scheinbar inaktiver Kämpfer ebenso wie die neue Regelung über die Abschaffung der Warnfläche und die damit verbundenen Änderungen bei der Interpretation der Situationen am Rand der Kampffläche den kämpfenden Judokas zugute kommen. So haben die Kämpfer eine bessere Chance, den Kampf selbst zu entscheiden, ohne zügige Eingriffe der Kampfrichter befürchten zu müssen. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass abgesehen von der neuen Mattenrand-Regelung der bisherige Strafenkatalog seine Gültigkeit unverändert behält.

Ein Highlight des Lehrgangs war der Besuch von Landestrainer Lorenz Trautmann, der mit seinem Uke Markus Haake verschiedene Situationen im Bodenkampf vorführte, bei denen ein schnelles „Matte“ des Kampfrichters einen greifbaren Ippon verhindern könnte. Im Gegenzug stellte sich Kampfrichter-Obmann Herbert Eberlein einer ebenfalls in Oberhaching anwesenden U17/U20-Auswahl des BJV und erläuterte die neuen Regelinterpretationen.

Ebenfalls Bestandteil eines Kampfrichter-Lehrgangs ist ein schriftlicher Test zur Regelkunde, dessen Bestehen notwendig zur Verlängerung der Lizenz ist. Obwohl es manch harte Nuss zu knacken gab, war das Ergebnis mit einem Notenschnitt von 1,41 ausgesprochen positiv.

Zum Abschluss des Lehrgangs wurde noch eine Videoanalyse durchgeführt. Das Beispiel des Mittelgewichts-Finales der letzten Europameisterschaft zwischen Pershin (Russland) und Alarza (Spanien) verdeutlichte, wie schwierig es auch für erfahrene Kampfrichter sein kann zu erkennen, wann ein Kämpfer scheinbar aktiv oder inaktiv ist.

Gert Langrock

KR-Lehrgang in Oberhaching - Fotos

Eingesprungener Seoi-Nage in der U14: Wertung oder Shido?

Tiefer Seoi-Nage, danach Aufkommen auf den Knien in der U14: Wertung oder Shido?

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Geselligkeit am Abend

Die Sportschule Oberhaching

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