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BayernJudo.de: Neue Fotos und Bericht
Inzell & Co
Freitag, 9.3.2007 - 02:21 Uhr

Trainingscamp MU15 in Hamburg

Neue Fotos und Bericht

Über 500 Teilnehmer aus 60 Nationen gehen beim Otto Worldcup in Hamburg an den Start. Für die deutschen Top-Kämpfer geht es darum, sich für einen Startplatz bei den Europameisterschaften im April zu empfehlen. Aus Bayern haben sich 20 Nachwuchs-Judoka der MU15 aufgemacht, um ihren Idolen nachzueifern. Im Vorfeld des Turniers trainieren sie im Landesleistungszentrum Hamburg drei mal täglich mit 100 Judoka aus verschiedenen Landes- und Nationalkadern.

Nach drei Tagen intensiven Trainings steht für die Nachwuchstalente des Bayernkaders am Wochenende natürlich der Besuch der Wettkämpfe in der Sporthalle Hamburg auf dem Programm. Und wer weiß - vielleicht steht der eine oder andere von ihnen in ein paar Jahren selbst vor knapp 6.000 Zuschauern auf Hamburgs Judo-Matten.

Informationen zum Otto Worldcup 2007 mit vielen Wettkampffotos

Ergänzte Fotogalerie (8.3.07)

Das Trainingscamp aus Sicht eines Teilnehmers:

Schwitzen und Schreien in Hamburg

In den Faschingsferien verbrachte der Bayernkader der MU15 fünf anstrengende und spannende Tage in Hamburg: Ein Trainingslager mit Judoka aus mehreren Bundesländern und der dänischen Nationalmannschaft sowie der Besuch des Otto-World-Cup standen auf dem Programm.

Am Mittwoch den 21.02.07 trafen sich in aller Frühe zwei Kleinbusse in Ingolstadt. Im Bus von Christian Sebald waren die Grafinger Maxi Sebald, Maxi Forstmair, Valentin Larasser, Jakob Kitzberger, der Grafenauer Markus Perl, der Bad Reichenhaller Benedikt Schmid an Bord.
Aus München kommend hatte Nick Cariss die Kämpfer Patrick Blauberger, Robert Stoll, Fabian Thiel, Tobias Madl und Julius Palme mitgebracht. In Ingolstadt stiegen Maxi Volkmann, Osman Tansu Cenesiz,
Daniel Werner und Manuel Scheibl zu. Die Oberpfalz-Fraktion, bestehend aus Paul Ferstl, Alexander Pregler, Raimund Bindl und Benedikt Hölzl wurden von André Klust nach Hamburg kutschiert.

Wegen der unterschiedlichen Fahrstile der beiden Kleinbusfahrer wurden auf der langen Fahrt nach Norden einige Wartepausen notwendig.
(Anm. des Fahrers des hinteren Fahrzeugs: Schuld war nur der lahme Bus!)

Nach etwa vier Stunden machten wir in einem Schnellrestaurant Rast. Nach einer guten halben Stunde ging es auch schon wieder los.

Als wir um 16 Uhr in Hamburg ankamen, hatten wir gute acht Stunden Fahrt hinter uns. In der Halle verstauten wir kurz unsere Sachen und gingen zur ersten Trainingseinheit auf die Matte. Eineinhalb Stunden gingen mit Aufwärmen, Turnen und Bodenrandori schnell vorbei. Das nahe gelegene China-Restaurant, in das wir zum Abendessen gingen, freute sich über unseren Umsatz und wir sorgten am Buffet für ein ordentliches Chaos. Zur Übernachtung und zum Training teilten wir uns die Halle mit 100 Judoka. Das heißt, es ging Tag und Nacht recht eng zu.
Der Schlafplatz für uns Bayern betrug gefühlte zehn Quadratmeter. Gelegentliches Verschwinden von Handys, Schuhen und sonstigen Gegenständen war damit vorprogrammiert. Während des Trainings blieben die Fenster geschlossen. Als in den Pausen und während der Nacht die Fenster offen waren, durften wir uns wie in einer Tropfsteinhöhle fühlen, weil der Schweißdunst von den Fenstern auf unser Lager tropfte.

Beim morgendlichen Joggen am Donnerstag meinte es Nick mit uns gnädig. Bereits nach zehn Minuten waren wir zurück und steuerten zum Frühstück den Schweinske an. Das Randori am Vormittag leitete der Landestrainer aus Niedersachsen, Holger. Die verbrannten Kalorien füllten wir am Mittag im restaurant "Sarajevo" wieder auf. Einige von uns wurden dabei ein paar mal vergessen und mussten ewig warten. Das Nachmittagsprogramm bestand aus einer Technikeinheit von Christian und anschließend einer Einheit mit vielen schweißtreibenden Randoris.
Beim China-Mann ließen wir den Trainingstag ausklingen.

Am nächsten Morgen mussten wir schon deutlich länger joggen. (Anm. des Chef-Joggers: Steigerungsrate betrug mindestens 50% gegenüber dem Vortag!) Bei der Einheit mit „Mister Bundesliga“ Martin Schmidt übten wir den Uchi-mata aus verschiedenen Situationen. Es folgte ein touristischer Programmpunkt: Bei einer interessanten Hafenrundfahrt schnupperten wir Seeluft. Wieder in der Halle zurück, sahen wir eine Technikeinheit der dänischen Nationalmannschaft und gingen anschließend selbst für zwei Stunden Randori auf die Matte. Zur „Abwechslung“ gingen wir am Abend wieder zum Chinesen – auch wenn uns die Frühlingsrollen schon langsam zum Hals raus hingen.
(Anm. d. Red.: Aber nur denjenigen, die auch jeden Tag welche erwischt haben...)

Am dritten Tag war statt schwitzen großes Geschrei angesagt. Lautstark feuerten wir die deutschen Athletinnen und Athleten an. Dabei nutzten wir sämtliche technische Hilfsmittel wie Fahnen, Ratschen, Cheersticks und sogar die Sitzlehnen mussten unter unseren Tritten leiden. Wir waren so ziemlich die einzigen, die in der Halle für Stimmung gesorgt haben. Zwei Tage lang haben wir tolles Judo mit packenden Kämpfen erlebt. Besonders eindrucksvoll waren die Finalkämpfe. Unser Traum und Ziel ist klar: selber einmal beim Otto-World-Cup zu kämpfen.

Jakob Kitzberger
TSV Grafing

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