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BayernJudo.de: Kim Possible in Bayern - ein persönliches Fazit
Aktionen / Kim Possible
Freitag, 8.6.2007 - 15:10 Uhr

Kim macht stark!

Kim Possible in Bayern - ein persönliches Fazit

Die Aktion "Kim macht stark!" des Deutschen Judo-Bundes zusammen mit dem Disney Channel hielt bis Ende Mai viele bayerischen Vereine auf Trab. Zeit für eine persönliche und offene Bilanz unseres Medienreferenten.



1. Der Anfang: Wenig Konkretes, viele Gerüchte

Rückblende: Anfang des Jahres. Es war wie immer: Stöhnen überall, wenn die Rede auf Kim Possible kam. "Was, jetzt sollen wir auch das noch machen? Laufend gibt es irgendwelche wichtigen Aktionen - ich weiß gar nicht, wo wir die vielen Leute hernehmen sollen, die das alles machen sollen! Wieso sollen wir Werbung für den Disney Channel machen?" So und ähnlich klangen die ersten Reaktionen auf das Bekanntwerden der Kim Possible-Aktion, die ich hörte.

Und eigentlich war die Kritik berechtigt. Denn tatsächlich muss sich jeder Verein immer wieder mit Neuerungen oder Aktionen herumschlagen, zusätzlich zum normalen Trainings- und Wettkampfbetrieb, der oft genug nur von wenigen Personen abgesichert wird. Und diese Personen sind in aller Regel berufstätig oder studieren noch - jede zusätzliche Aktion kostet also kostbare Freizeit. Es ist ja keine Neuigkeit, dass die Bereitschaft zum Ehrenamt stetig abnimmt und darunter besonders kleine Sportvereine zu leiden haben.

Dazu kam das Problem der schlechten und zu späten Kommunikation. Zwar erfuhren die Vertreter der Landesverbände schon auf der DJB-Mitgliederversammlung im Herbst von der Kim Possible-Aktion. Aber erste, etwas konkretere Informationen zur Aktion kamen erst um die Jahreswende. Die waren auch nicht verheißungsvoll, vor allem, was die geplanten Inhalte des Trainings betraf. Da war dann nicht mehr viel von der Figur „Kim Possible“ zu merken, sondern es geisterten Ideen fürs Training herum, die von Judo-Crashkurs und altbekannten Übungen aus Turnvater Jahns Zeiten, mit denen man Kindern ganz sicher keine Freude am Sport vermittelt, bestimmt waren. Ich fand es unmöglich und die Übungsleiterkollegen meines Vereins und ich beschlossen denn auch im jährlichen Trainerseminar Anfang Januar, dass wir nicht an der Aktion teilnehmen. Es war ein voreiliger Beschluss, wie sich zeigen sollte.

2. Es wird konkret

Denn es kommt darauf an, was man aus einer solchen Aktion macht. Mir dämmerte das erst langsam. Erster Anlass war die aufwändige Werbung, die der Disney Channel vorbereitet hatte. Dazu kamen ausgefeilte Trainingspläne in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, die nur wenig von den vorher umherwabernden Ideen hatten. Problem war dann aber der relativ frühe Anmeldeschluss für die Vereine – immerhin luxuriöse zwei Monate vor Beginn der Aktion. So kam es, dass die in Bayern angepeilte Zahl von 100 teilnehmenden Vereinen nicht erreicht wurde und auch manche Großvereine sich nicht beteiligten.

Mich störte der frühe Anmeldeschluss und deshalb schrieb ich auch dem DJB-Präsidenten Peter Frese eine E-Mail und sprach ein paar Tage später mit ihm auch am Rande der Deutschen Meisterschaft U17, um eine Verlängerung der Anmeldefrist zu erreichen und meine Kritik an den spät eingegangenen Informationen zur Aktion anzubringen. Aber da hatte ich Pech: Der Anmeldeschluss war von Disney vorgegeben, da die Aktionsmaterialien (Poster, Aushänge, Agentenpässe) ja noch gedruckt werden mussten. Und über die Aktion hätten ja schon lange Informationen vorgelegen, sie wären bloß nicht rechtzeitig weitergegeben worden.

Problematisch war auch, dass nach den Winterferien normalerweise in etlichen Vereinen neue Anfängerkurse starten, die jetzt zu Gunsten von „Kim macht stark!“ oft kurzfristig auf April verschoben werden mussten.

3. Kim steht vor der Tür

Im März und April war dann die direkte Vorbereitung der Aktion angesagt. Der Disney Channel schürte die Erwartungen, als er von bis zu 50.000 Teilnehmern in ganz Deutschland träumte. Das wären bei über 600 teilnehmenden Vereinen im Durchschnitt über 80 Teilnehmer pro Verein gewesen. Das war wohl ziemlich unrealistisch, denn wo sollen in einer 10.000 Seelen-Kleinstadt die 80 Kinder herkommen, die von der Fernsehwerbung angezogen sich auf den Weg ins Internet zur Suche nach einem Verein in ihrer Nähe machen?

Für die Kim Possible-Aktion gab es eine von Disney vorbereitete Pressemitteilung, die jeder Verein übernehmen konnte, um sie den lokalen Zeitungen und Radio- und TV-Stationen zukommen zu lassen. Die Pressemitteilung selbst war zwar ein Musterbeispiel einer unschönen PR-Sprache, aber die Hinweise des Disney Channels zur Pressearbeit im Allgemeinen sind für viele Vereine Gold wert. Der Abdruck der Pressemitteilung gelang nichtsdestotrotz erstaunlich oft. Wahrscheinlich waren die chronisch überlasteten Redakteure der Lokalzeitungen froh, mal fertige Texte zu bekommen, die sie direkt in ihr Blatt kopieren konnten... An die überregionalen Medien (BR, Antenne Bayern, Süddeutsche Zeitung) komme ich dagegen überhaupt nicht heran. Wahrscheinlich wollen sie sich nicht als Vehikel für eine Aktion des Disney Channels hergeben. Naja, und außerdem ist im heutigen Dudelfunk á la Antenne Bayern kaum noch Platz für solche Informationen. Lieber wird ein Gewinnspiel promotet oder werden die Neuigkeiten über Paris Hilton durchgekaut.

Auf meine E-Mail, die ich als Medienreferent des BJV an die Teilnehmervereine schicke und mit den mir verfügbaren Informationen und der Bitte um Berichte für bayernjudo.de fülle, kommt ein bisschen Feedback. Es deutet sich an, dass in einigen Vereinen die Verantwortlichen sehr ideenreich „Kim macht stark!“ vorbereiten und dabei auch über den vorgegebenen Rahmen hinaus gehen. Durch eine E-Mail von Gerhard Fleißner erfahre ich, dass seine Frau Ute an zwei Schulen die Aktion im Rahmen des Sportunterrichts durchführt und knapp 300 Schüler durch die Aktion führen wird. Das ist es! Das ist die massenwirksame Umsetzung der Kim Possible-Idee. Ich vereinbare mit dem Redakteur des Judo Magazins, dass ich über Ute Fleißners Kim Possible-Training eine Reportage schreibe (sie erscheint übrigens in wenigen Tagen im neuen Judo Magazin 6/2007).

4. Der Verlauf der Aktion

Ende April beginnt dann „Kim macht stark!“ bundesweit. Bald kommen die ersten Meldungen aus den bayerischen Vereinen an. Sie zeigen ein gemischtes Bild: In einigen Vereinen läuft es super, in einigen Vereinen sieht es dagegen mau aus. Die Gründe? Dort, wo es gut läuft, lief im Vorfeld viel Werbung an den Schulen oder in den Vereinen. Dort, wo es nicht läuft, gibt es viele verschiedene Ursachen. Manchmal ist es einfach nur Pech, das die Verantwortlichen haben. Insgesamt meldet sich aber vielleicht nur ein Viertel der Vereine, die an „Kim macht stark!“ teilnehmen wollten. Abgesehen davon, dass nicht in jedem Verein die Verantwortlichen Zeit haben, auch noch für bayernjudo.de Berichte zu schreiben, lässt das vor allem einen Schluss zu: Kim Possible läuft nicht überall gut. Besonders kleine ländliche Vereine melden nahezu gar nichts.

Ich habe trotzdem zu tun, alle eingehenden Berichte zu veröffentlichen. Natürlich veröffentliche ich auch die negativen Berichte. Wozu sollen wir uns auch in die Tasche lügen? Es gibt ja auf der anderen Seite auch viele erfreuliche Berichte, die zeigen, dass das Ziel von „Kim macht stark!“ erreicht wird und Hunderte Kinder ein schönes Training erleben. Ich selbst besuche Ute Fleißners Training in Coburg und bin danach restlos begeistert. So stelle ich mir ein derartiges Training vor. Als ich später meine Fotos vom Training sichte, fällt mir auf, wie oft ich lachende Kinder fotografiert habe.



Mehr muss ich über das Kim Possible-Training in Bayern nicht schreiben, da ich die einkommenden Berichte alle hier auf bayernjudo.de online gestellt habe und sich somit jeder selbst ein Bild machen kann. Am Ende der Aktion komme ich zusammengerechnet auf rund eine Woche, die ich vor dem PC zugebracht habe, um „Kim macht stark!“ zu dokumentieren.

5. Was ist das Ergebnis?

Mein Fazit: Bei allen Rückschlägen war „Kim macht stark!“ eine tolle Aktion, die uns viel gelehrt hat. Wir haben gelernt, wie man auch die Couchpotatoes unter den Kindern erreicht, wie motivierendes Kindertraining aussehen kann, wie man Pressearbeit leistet und dass es manchmal nicht reicht, ein paar Aushänge am Dojo für ein neues Anfängertraining zu machen, sondern man an Schulen und andere Einrichtungen herantreten sollte und gemeinsam mit den Lehrern den Sport zu den Kindern tragen kann. Manche Übungsleiter sind mit Kim Possible über sich hinausgewachsen und haben Aktionen auf die Beine gestellt, die für die Kinder unvergesslich bleiben. Und alle haben zum ersten Mal eine Aktion dieser Größenordnung auf die Beine gestellt. Das war für alle Neuland. Aber ein neugieriger Blick zu anderen Vereinen sollte zeigen, was mit einer solchen Aktion alles möglich ist. Und alle, die anfangs noch reserviert waren (auch ich zähle dazu), haben gelernt, dass in manchen Aktionen ein großes Potenzial steckt, das man nicht immer auf Anhieb erkennt. "Kim macht stark!" war Werbung für Judo.

Zum Schluss:

Danke an alle Beteiligten! Ihr habt "Kim macht stark!" zu einer einmaligen und unvergesslichen Aktion gemacht.

Und eine Bitte an den Disney Channel und den DJB: Wenn ihr diese Aktion mal wieder neu auflegt, sagtÂ’s doch bitte etwas eher Bescheid. Dann ist die Beteiligung bestimmt noch größer.



Deine Meinung zu "Kim macht stark!" interessiert uns!

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Gert Langrock
BJV-Presseteam

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