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BayernJudo.de: Aus der Sicht eines Prüflings
Donnerstag, 6.12.2007 - 10:20 Uhr

Dan-Prüfung in Kirchweidach

Aus der Sicht eines Prüflings

Letzten Sonntag, am 02.12.2007 trafen sich um 9.00 Uhr morgens in Kirchweidach an der Schulturnhalle mehr oder weniger aufgeregte Dan-Prüflinge und 3 mehr oder weniger aufgeregte Prüfer. Dazu bereits am Morgen ein Dutzend Zuschauer. Die Kirchweidacher hatten ...

die Halle bereits am Tag vorher vorbereitet, so dass man sofort mit unserem Aufwärmen (natürlich nach dem Bezahlen der Prüfungsgebühr) beginnen konnte. Unten in der Prüfungshalle war eine Matte aufgebaut sowie Bänke für die Zuschauer, die noch kommen sollten. Ein Stockwerk darüber war eine Aufwärmmatte, es gab dort auch Kaffee, Kuchen und andere leckere Sachen, und die anwesenden Kinder konnten sich dort gut austoben. Außerdem hatten die Kirchweidacher auch einen kleinen Infostand hergerichtet, um Werbung für den Judosport zu machen. Es war also alles bestens, um eine Judo-Dan-Prüfung in fast schon „familiärer“ Atmosphäre abhalten zu können.

Punkt 10 Uhr ging es los. Vormittags waren nur Kata-Prüfungen zum 1.Dan angesetzt. Max Speckbacher begann mit einer sehr konzentrierten Vorstellung, ihm folgten dann sämtliche Prüflinge für die Kata nach, bis als letztes sein Vater Peter Speckbacher mit seiner Kata abschloß. Da es keine größeren Patzer gab – hier einmal ein verkehrter Fuß beim Abknien, dort einmal eine falsche Schlaghand -, konnte Sven Keidel allen zu ihrer bestandenen Prüfung gratulieren. Nach einer kleinen Verschnauf-pause für die Prüfer ging es dann zu den technischen Prüfungen sowie einer weiteren Kata über. Gela Dressler durfte den Anfang machen und ihre Wurf-Kenntnisse für den 2. Dan zeigen, immer in Ab-wechslung mit Stefan Maier. Nach einer für beide schweißtreibenden halben Stunde kam Florian Ker-wien aus Lenggries mit dem Standprogramm für den 1. Dan dran. Wieder ausgeruht ging es weiter im Boden. Gela, Stefan und Florian durften jeweils die Hälfte aller Festhalter, Hebel und Würger präsentieren. Alles lief glatt, bis auf ein paar kleinere Nachfragen, die aber von allen beantwortet bzw. her-ausgearbeitet werden konnten. Jetzt folgte – für uns als kleine Verschnaufpause – die letzte Kata, diesmal von Frank Harner aus Königsbrunn. Auch er bestand – wie bereits am Vormittag – diese Teil-prüfung. Nach Nasenbluten und vielem weiteren Schweiß ging es dann zum letzten Teil über: dem TTM-Teil. Florian durfte anfangen. Seine Ausführungen über den Tai-otoshi sowie die Referate von Gela (Ko-uchi-maki-komi) und Stefan (Yoko-sumi-gaeshi) gefielen den Prüfern außerordentlich gut, so dass letztendlich diesen Dreien die Urkunde über die bestandene Prüfung zum 1. bzw. 2. Dan von Sven Keidel übergeben werden konnte.




Der Bericht zu meiner Dan-Prüfung würde eher so lauten:

Sonntag morgen, 2. Dezember 2007. Heute ist Dan-Prüfung. Heute gehtÂ’s um alles. Für heute haben der Stefan und ich so lang trainiert. Heute zähltÂ’s.
Also, erst mal vom Jörg zur Halle fahren lassen. Hab ich alles dabei? Ja, gut. Dann hinein in die Höhle des Löwen. Erst einmal alle begrüßen. Na, die anderen sind ja alle noch aufgeregter als ich. Ah, da ist ja der Stefan. Ein Lächeln, ja, heute sind wir fit. Die Kirchweidacher haben ja wirklich an alles gedacht, essen, trinken, aufwärmen, echt super. Dann mal alle Prüfer begrüßt. Gott sei Dank, wir kennen ja alle. Also umziehen, der Jörg fährt mit der Elisabeth wieder heim, die Prüfungsgebühr bezahlt, Pass abgegeben, jetzt passtÂ’s. Oben im Gang auf und ab gegangen und an den letzten Sätzen für den TTM-Teil gefeilt. Dann noch mal die Linkswürfe, die Würfe außerhalb der Gokyo, die Kombinationen und die Konter durchgedacht, wieso fallen mir nur noch die Hälfte ein? Wenn ich ehrlich bin, wär mir ein Wettkampf lieber. Da weiß ich wenigstens, dass ichÂ’s kann. Mir tut mein Kreuz weh. Die anderen sind unten, die Prüfung für die Kata ist schon losgegangen, ich bleib mal lieber oben, vielleicht fallen mir die fehlenden Sachen wieder ein. In der unteren Halle läuft es ja ganz familiär ab, es sind auch ein paar Zuschauer da. Ja, es kam ja auch im Radio. Jetzt erst einmal was trinken, vielleicht sollte ich doch runter gehen. Aber da kommen ja die Aspiranten für den Nachmittag schon hoch. Also aufwär-men auf der Matte. Die Lenggrieser schwitzen ja schon bei ihrem Bodenrandori. Langen drei Runden laufen nicht schon? Man muss es ja nicht übertreiben. Die Eva schaut auch zu, willst Du auch mal dabei sein, wenn ich dem Stefan – natürlich aus Versehen – weh tue? Sie lacht, und Gott sein Dank war ja auch noch nichts Ernstes. Der Stefan steckt das echt gut weg. Wie war das noch gleich bei Hara-gatame? Ach ja, so. Langsam wird es halb zwölf. Lass uns runtergehen. Ah, gerade die Verkün-dung, alle am Vormittag habenÂ’s geschafft. Noch eine kleine Pause für die Prüfer, und jetzt wirdÂ’s ernst. Mit welchem Linkswurf wollte ich anfangen? So, erst einmal die gemeinsame Begrüßung von uns drei (plus einem Uke), dann die Reihenfolge. O Gott, ich darf anfangen, aber gut, mit dem Stefan abwechselnd, dann der Florian zwischendrin und dann noch der aus Königsbrunn mit der letzten Kata, und dann wieder wir, usw. Also, wir sind aufgerufen. Mit was gehtÂ’s los? Ach ja, Linkswürfe. Gela, los gehtÂ’s. Ein Lächeln noch vom Stefan, keine Spur mehr von Nervosität. De-ashi-barai, er hat geklappt, Oha, beim dritten Wurf daneben getreten, kein Problem, man darf ihn ja wiederholen, jetzt läuftÂ’s aber, ,Â… Nach allen Würfen der Stefan. Das erste Mal gefallen, ja, so ein Schwingboden ist schon was Feines. Puh, jetzt schwitz ich aber, Zeit für eine Pause. Gott sei Dank geklappt, die Prüfer haben mach-bare Würfe abgefragt. Pause vorbei, Kombinationen und Konter sind gefragt, wieder ein Lächeln, die Reihenfolge sitzt, auch beim Stefan, nette Prüfer, sie würden sogar vorlesen, kein Grund zur Aufre-gung. Na super, Nasenbluten, auch das noch, aber mit Stöpsel in der Nase gehtÂ’s schon. Eisbeutel aufÂ’s Hirn, Pause. Mir tut mein Kreuz weh. Nachdenken, jetzt kommt Boden. Ich hasse Boden, aber wir haben ja geübt. Also nichts wie rauf auf die Matte und herzeigen, umso schneller ist es vorbei. Festhalter haben geklappt, aber wieso bin ich beim Ushiro-jime mit dem falschen Arm rein? Seit wann fasst man denn beim Rollbankhebel an den Hals? War wohl der falsche Ansatz, also schnell noch mal. Na also, klappt doch. Juhu, ich hab die leichteren Gruppen abbekommen, Gott sei Dank istÂ’s vorbei. Beim Stefan läuftÂ’s ja wie geschmiert. Also wieder Pause. Jetzt heißtÂ’s konzentrieren auf den TTM-Teil. Der Florian darf anfangen, lieber nicht hinschauen, da weiß ich ja gleich gar nichts mehr. Oder doch mal hinschauen, O Gott, der Sven stellt Fragen. Aber ganz ruhig bleiben, souverän geant-wortet. Gut so, Florian. Ich schlaf gleich ein, jetzt wirdÂ’s Zeit, dass es vorbei ist. Aufruf für uns, kurze Pause noch, wie war doch gleich der erste Satz? So, los gehtÂ’s, war da grad ein Zwischenruf im Publi-kum? Aber nein, wieder konzentrieren und jetzt einfach reden, Gela, das kannst Du. Und vorzeigen, klappt auch, sogar mit Florian als drittem Mann. So, fast fertig, Zwischenfrage vom Sven, ob ich noch was Wichtiges hätte, na, sehr freundlich, aber nein, nur noch ein Satz und ich bin fertig. Also, Stefan, gleich weiter mit Dir, Du kannst das ja. Greifen, fallen, aufstehen, das Ganze noch mal, und schon haben wirÂ’s überstanden. Runter von der Matte, und loslassen. Die Anspannung fällt, mein Kreuz tut kaum noch weh (Großes Lob an den Schwingboden). Kurze Gespräche mit den Zuschauern, alle sind ganz gelöst, endlich istÂ’s vorbei. Manche loben mich, wie toll das war, ja eigentlich, dafür, dass es vorher noch nicht einer ganz gehört hat, war mein TTM-Teil wirklich ganz gut. Warum hab ich mir vorher eigentlich so viele Gedanken gemacht? Und wieder rauf auf die Matte, ein Lächeln zu den beiden anderen, und dann die Erlösung: Wir haben es alle drei mit guten bis hervorragenden Leistungen geschafft. Da haben sich die Mühen der letzten Monate doch gelohnt!

Ergebnisse:
Kata zum 1. Dan bestanden:
FRAUNHOFER Andreas TuS Traunreut
KEIL Martin FC Kirchweihdach
KLUMPNER Bernhard TuS Traunreut
KRUTZKE Sebastian TSV Tittmoning
SPECKBACHER Maximilian FC Kirchweihdach
SPECKBACHER Peter FC Kirchweihdach
STURM, Dr. Werner FC Kirchweihdach
HARNER Frank PolSV Königsbrunn

1. Dan bestanden:
KERWIEN Florian TV Lenggries

2. Dan bestanden:
DRESSLER Angelika TuS Traunreut
MAIER Stefan TuS Traunreut

Gela Dressler

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