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In eigener Sache
Dienstag, 27.5.2008 - 14:21 Uhr

BayernJudo-Serie: Praktische Tipps für Medienarbeit (Teil 1)

Fakten, Fakten, Fakten

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und auch kein guter Journalist konnte schon immer so berichten, wie er es jetzt tut. Jeder muss erst einmal lernen.
Um Judokas die Medienarbeit zu erleichtern, beginnt BayernJudo mit diesem Beitrag eine Serie in loser Reihenfolge mit praktischen Tipps für eine erfolgreiche Medienarbeit. Im Vordergrund steht das Erstellen von Berichten von Veranstaltungen, aber auch das Schreiben von Porträts, Tipps für gute Fotos oder Hinweise zur Vereinshomepage sollen im Laufe der nächsten Monate besprochen werden.

Es beginnt immer mit einem Fehler - nämlich mit einem "Ja.". Du wirst gefragt, "Kannst Du uns mal schnell einen Bericht vom Turnier am Wochenende schreiben?" Und Du sagst nichtsahnend: "Ja klar, mache ich."

Und damit hast Du Dir viel Arbeit eingehandelt. Denn ein Bericht ist selten mal in 5 Minuten geschrieben. Du musst Dir nämlich zunächst einmal Gedanken machen, worüber Du schreibst und wie Du schreibst. Du sammelst Informationen für Deinen Bericht. Und dann kommt das Problem, alles so zu formulieren, dass ein Leser nicht nach den ersten zwei Sätzen das Interesse verliert oder über Deinem Beitrag einschläft.

Was also tun? Ganz einfach: Du gehst den Bericht systematisch an. Da Du nicht immer im Voraus weißt, wie Dein Bericht aussehen wird und was alles hineinkommt, solltest Du Dich zunächst bemühen, so viele Informationen wie möglich zu sammeln.


Basis-Infos sammeln

Also, trag erst einmal die Basis-Informationen zusammen:

- Datum, Zeit, Ort des Wettkampfes

- Art des Wettkampfes (Vereinsturnier, Liga-Wettkampf, Meisterschaft, etc.)

- Wettkampflisten

- Fotos vom Wettkampf

- Informationen über die Teilnehmer (Zahl der Teilnehmer, teilnehmende Vereine, etc.)

- Gab es besondere Vorkommnisse?

Zögere nicht, Dir helfen zu lassen. Frag also ruhig bei den Ausrichtern nach diesen Informationen nach. Wenn Sie einen Bericht wollen (und das wollen die meisten), helfen sie Dir bereitwillig.


Eindrücke sammeln

Hast Du das alles beisammen, kommt die zeitaufwändigste Informationsgewinnung. Jetzt heißt es nämlich, Augen, Ohren und sonstige Sinne offen halten und einfach Eindrücke sammeln:

- Gut oder schwach besetztes Turnier?

- Wie ist die Atmosphäre in der Halle (Brennt die Luft? Ist es kalt? Oder verläuft sich alles ein bisschen?)?

- Gibt es Abweichungen vom Zeitplan?

- Wie geben sich die anwesenden Judokas (d.h. nicht nur Kämpfer, sondern auch Trainer)? Unterstützen sich die Judokas gegenseitig (diese Frage ist oft bei Liga-Kämpfen nicht einfach zu beantworten...)?

- Welches Judo siehst Du? Nur Rumgerutsche auf den Knien, Abtaucher, etc. oder macht jemand besonders schönes oder intelligentes, strategisch interessantes Judo? Machen die Jugendlichen altersgemäßes Judo oder sticht jemand positiv oder negativ heraus?

- Wer gewinnt mit welchen Techniken oder bekommt wofür Strafen? Das ist besonders bei Liga-Berichten eine häufig wichtige Information.

- Gab es auffällige Ereignisse auf der Matte, die Du gesehen hast (z.B. faire oder unfaire Handlungen)?

- Was macht das Publikum? Geht es beim Wettkampf mit oder ist es mit sich selbst beschäftigt?

- Sind die Funktionäre nur mit sich selbst beschäftigt oder schauen sie auch mal den Kämpfen zu?

- Wie sind die Kampfrichter drauf?

Wenn Du Glück hast oder z.B. als Kämpfer bei einer teilnehmenden Mannschaft bist, kannst Du versuchen, Zitate vom Trainer aufzuschnappen, die Du später weiter verwenden kannst. Ein "Jungs, der erste Durchgang war wohl nichts" könnte sich zum Beispiel sehr gut als Einstieg in Deinen Artikel machen.

All das sind Beispiele von Informationen und Eindrücken, die Du selbst sammeln kannst. Natürlich gibt es noch viel mehr zu beobachten. Sei einfach aufmerksam!


Zitate und Interviews

Auch nach dem Wettkampf kannst Du noch einiges an Informationen von den Teilnehmern bekommen. Frag also einfach die Leute, von denen Du ein Statement haben möchtest, nach ihrer Meinung. Und sag immer gleich dazu, dass Du es eventuell für Deinen Bericht haben möchtest. Diese Statements können von Sportlern, Trainern, Funktionären oder Vereinsvertretern sein. Frag ruhig direkt und bohr ein bisschen nach. Dann bekommst Du die interessantesten Auskünfte. Vergiss aber nicht, noch einmal Deinen Gesprächspartner bestimmte Formulierungen bestätigen zu lassen. Das kann Dir viel Ärger ersparen.


Durchatmen und Informationen verarbeiten

Jetzt hast Du also jede Menge Informationen. Bevor Du anfängst zu schreiben, atme lieber kurz durch und verarbeite all diese Eindrücke erst einmal im Kopf.

Hat Dein Bericht keine Eile, kannst Du auch ruhig drüber schlafen. Nach dieser Phase ergibt sich ein klareres Bild und bestimmte Dinge stechen hervor. Dann bist Du auf dem direkten Weg, Deinen Beitrag anfangen zu können.

Gert Langrock
BJV-Presseteam

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