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BayernJudo.de: Die Interviewer gnadenlos zugeschwallt
In eigener Sache
Dienstag, 9.12.2008 - 21:32 Uhr

Gert:

Die Interviewer gnadenlos zugeschwallt

Manchmal kann ein Workshop ganz schön ungelegen kommen...

Was für ein Monat! Auf Arbeit ist es ungemütlich, weil wieder mal einige Versuche ums Verrecken nicht klappen wollen, aber längst müssten... Irgendwann, das nächste große Projektmeeting steht vor der Tür, habe ich im Labor alle Fehlerquellen entdeckt und mit einigen 12-Stunden-Tagen bekomme ich meine Experimente in den Griff und brauchbare Ergebnisse. Dazu die üblichen Belastungen. Anfang November das Wochenende in Bayreuth als ehrenamtlicher Helfer verbracht, immer wieder Tätigkeiten für den BJV (kaum einer ahnt, dass auch hinter den Kulissen fleißig gearbeitet wird), viel Harmonie, aber auch ein dicker Streit in der Beziehung, an dem obendrein ich allein schuld bin … über die Zahl der Aufs und Abs im November kann ich mich nicht beklagen.

Der Workshop geistert mir die ganze Zeit im Kopf herum, aber so richtig finde ich nicht die Ruhe, meine Präsentation vorzubereiten. Obwohl ich zum Meeting nach Paris auch meine Workshop-Vorbereitungen mitnehme, habe ich dort auch keine Muße für den Kram. Natürlich, im Kopf entsteht die Präsentation, aber nicht am PC... Also wird mal wieder alles eine last minute-Aktion. Wie so oft bei vielbeschäftigten Menschen.

Vorher aber am Freitagabend noch die Rückreise aus Paris, auf nach Bamberg, dort am Samstagmorgen noch die Generalprobe von Händels „Messias“ gehört, dann wieder eilig nach Hause und Notebook, Beamer und die ausgedruckten Übungen für den Workshop eingepackt, schnell noch im Saturn und Media Markt nach einer Leinwand geguckt (haben die natürlich nicht) und auf nach Gröbenzell. Pünktlich 18 Uhr bin ich bei Nick zu Hause und kurz danach ist Matthias da und wir können erst einmal unsere halbjährliche Ressortsitzung abhalten. Die gerät mit drei Stunden erfreulich kurz. Danach gehen wir essen und ich fahre anschließend ins Hotel. Die 18 Folien für den Workshop sind schnell gemacht und schon um zwei liege ich im Bett. Ziemlich luxuriös, sind Matthias und Nick doch um diese Zeit noch voll im Folienstress.

Am nächsten Morgen bin ich dementsprechend ziemlich frisch, während Nick und Matthias noch etwas zerknittert aussehen. Abgesehen davon, dass die beiden schnell ein Bettlaken als Leinwand-Ersatz auftreiben und aufhängen müssen, haben sie danach noch Zeit, langsam wieder zu sich zu finden, da ich nach der Einführung und der üblichen Vorstellungsrunde den ersten Teil bestreite. Es geht rund um Artikel für die Presse. Ich habe zur Einstimmung erst einmal Zeitungen von der Tankstelle mitgebracht. Von seriöser Tageszeitung bis zu Boulevardblatt ist alles dabei. Nachdem die Teilnehmer des Workshops ein paar Minuten querlesen konnten, fangen wir an, die Artikel zu analysieren: Artikelformen, Struktur, sprachliche Mittel, Länge, Autor, Leser, Fotos. Zu allen Dingen finden sich Punkte, die wir gemeinsam erarbeiten. Einschlafen lasse ich niemanden, denn ich versuche die ganze Zeit, jeden mit einzubeziehen und mit allen über die einzelnen Punkte zu diskutieren. Schade, dass kaum jemand mitschreibt, denn viele nützliche Informationen fallen im Gespräch ab und sind nicht auf den Folien zu finden. Danach systematisiere ich anhand meiner Folien alles ein bisschen und lenke den Blick auf das, was unsere Teilnehmer am ehesten interessieren dürfte. Nämlich die Berichterstattung aus dem Verein.

Da man aus Beispielen am besten lernt, greife ich zu zwei Artikeln, mit denen ich in letzter Zeit zu tun hatte, und lasse sie von unseren Teilnehmern analysieren. Das geht flott und wir finden, wieder im Dialog, viele interessante Punkte. Danach heißt es: Meckern zählt nicht - mach’s besser! Einer der beiden Artikel soll von den Teilnehmern so umgeschrieben werden, dass die angesprochenen Punkte berücksichtigt werden. Das klappt wirklich gut und ich bin von den Ergebnissen unserer Teilnehmer sehr angetan.

Danach übernimmt Nick. Er hat in seiner Nachtschicht schöne und aussagekräftige Folien produziert und vermittelt gute und praktisch anwendbare Tipps fürs Fotografieren. Nach dem Essen und den letzten Folien von Nick jagen wir die Teilnehmer zum Fotografieren, damit erst gar keine Müdigkeit aufkommen kann. Es scheint allen Spaß zu machen und der eine oder andere kommt mit leuchtenden Augen wieder. Vielleicht lag es daran, dass er Nicks teure Fotoausrüstung bedienen durfte. Manch anderer kommt auch nur mit der Erkenntnis wieder, dass gerade Sportfotografie ganz schön schwierig sein kann.

Danach übernehme ich wieder. Unser nächster Schwerpunkt heißt Interview. Nach ein paar einleitenden Worten über Interviews sollen die Teilnehmer, aufgeteilt in kleine Gruppen, einen von uns interviewen. Die Themen für die Fragen lassen wir offen und sind bereit, uns zu allem ausquetschen zu lassen. Nachdem jede Gruppe ihre Fragen ausgearbeitet hat, geht es los. Wir geben zu allen Fragen Antworten, schwallen unsere Interviewer aber dermaßen gnadenlos zu, dass sie Schwierigkeiten haben werden, das Interview in eine kurze schriftliche Form zu bringen. Das wird dann in der Tat Schwerstarbeit und dauert länger als ich eingeplant habe. Aber auch hier kann sich überall das Resultat sehen lassen. Die Interviews sind knapp und prägnant. Mit derartigen Schockerlebnissen im Rücken schreiben sich Artikel von Turnieren und Vereinsveranstaltungen doch gleich viel leichter…

Matthias, der stille Held unseres BJV-Servers, ist an der Reihe. Gute Seiten, schlechte Seiten sind sein erstes Thema und gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmern erarbeitet er Kriterien, nach welchem Muster Internetseiten von Judo-Vereinen inhaltlich und optisch gestaltet sein sollen. Wie es sich für einen Computer-Fachmann gehört, funktioniert dann bei der Vorführung eines eigentlich einfachen Content-Management-Systems etwas nicht und er muss erst einmal am PC einiges nachinstallieren. Das klappt dann irgendwie, und Matthias schafft es, mit seiner Präsentation trotz heftiger Diskussion zu einigen Punkten pünktlich fertig zu werden. So bleibt noch Zeit für die Verkündung der Hausaufgabe, nämlich einem Bericht über den Workshop, und eine kurze Abschlussdiskussion.

Obwohl ich bei der Abschlussrunde ausdrücklich zur Kritik ermuntere, bekommen wir insgesamt viel Lob, und Kritik nur zu speziellen Aspekten, zu hören. Also beschließen Nick, Matthias und ich, mit dem Workshop auch zufrieden zu sein. Und das, obwohl uns klar ist, dass man in einem 1-Tages-Workshop bei weitem nicht alles Interessante und Wichtige vermitteln kann. Aber wir wollten ja vor allem Lust auf eigene Erfahrungen mit Schreiben, Fotografieren oder Internetseiten machen. Schließlich waren wir auch nur Quereinsteiger, die sich wie unsere Workshop-Teilnehmer nach und nach in die Materie eingearbeitet haben. Die Erfahrungen wachsen mit dem eigenen Tun dann ganz automatisch. Und unter diesem Aspekt lief auch der Workshop: Tipps aus der Praxis für die Praxis. Ich denke, das ist ganz gut gelungen.

Ein Teilnehmer schlägt später noch vor, zum Thema „Fotografieren“ einen Extra-Workshop zu veranstalten. Nick findet die Idee gut und wir haben sofort die Bayerische Meisterschaft der Männer und Frauen im nächsten Jahr als Termin im Auge. Hoffentlich klappt es.

Tja, und so endet auch dieser Workshop wie der ganze Monat endet: Gut. Meine Laborergebnisse sind auf dem Meeting akzeptiert worden, auf Arbeit kehrt langsam wieder Ruhe ein und ich kann wieder normal arbeiten. Das Weihnachtsgeld fällt dieses Jahr besonders üppig aus, ich kann die ganzen anderen Sachen für den BJV endlich aufarbeiten und in der Beziehung läuft wieder alles so wunderbar harmonisch und liebevoll wie sonst auch. Love is all around. Weihnachten kann kommen. Hallelujah.

Gert Langrock
BJV-Presseteam

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