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Kampfrichter
Sonntag, 8.2.2009 - 20:21 Uhr

Kampfrichter-Fortbildung in Oberhaching

Regeln, Praxis, Diskussionen

Vom 30. Januar bis 1. Februar 2009 fand in Oberhaching der Fortbildungslehrgang für
BJV-Kampfrichter mit C1-, C- und D1-Lizenz statt. Hier nahmen Kampfrichter aus allen Regierungsbezirken teil und beschäftigten sich intensiv mit den neuen Regelungen.

Nach Anreise und Abendessen fand der erste Praxisteil im Dojo von Oberhaching statt. Schwerpunktthemen waren hier Mattenrandsituationen sowie bewertbare und nicht bewertbare Haltegrifftechniken. In Gruppen wurden Situationen erarbeitet und nachgestellt, die zur Diskussion anregten.



Osae-Komi oder nicht?



Das sieht sehr nach einem gültigen Osae-Komi aus...

Am Abend stand der gesellschaftliche Aspekt im Vordergrund. Hier bot sich die Möglichkeit, sich untereinander besser kennen zu lernen und Erfahrungen im Kampfrichterbereich auszutauschen.

Samstag begann der Tag mit einer Theoriestunde, in der die KR-Obmänner Herbert Eberlein und Ludwig Tradler die alten Kampfregeln auffrischten und die neuen Regeln vorstellten. Auch die Regelinterpretationen sowie die praktische Umsetzung der Regeln auf der Matte wurden erklärt.

Um das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen folgte am Nachmittag nochmals eine Übungsstunde im Dojo. Defensiver Griffkampf, Negativjudo, Hosenbeinfassen, usw. wurden wiederum von einzelnen Teams dargestellt und von den Anwesenden kritisch durchleuchtet.



Kampfrichter-Referent Herbert Eberlein erläutert Feinheiten der Regelauslegung

Ebenfalls fester Bestandteil des dreitägigen Lehrganges ist ein schriftlicher Test, in dem die Kampfrichter ihr Können bezüglich Regelwerk unter Beweis stellen müssen. Nur mit Bestehen dieser Prüfung ist eine Lizenzverlängerung für das laufende Jahr möglich. Alle Kampfrichter haben sich dafür gut vorbereitet und folglicherweise bestanden.

Ein fast festes Ritual ist am Samstagabend der Besuch eines chinesischen Restaurants. Als Überraschung traf man hier den BJV-Präsidenten Gerhard Fleißner. Dieser war auf der Durchreise von der Bayerischen Meisterschaft U20 in Peiting nach Wettstetten zur Bayerischen Meisterschaft FU17 und leistete den Kampfrichtern beim Abendessen Gesellschaft.

Am Sonntag fand als Abschluss des Lehrgangs eine Videoanalyse statt. Die Szenen auf dem Video sorgten des Öfteren für Diskussionen. Auch erfahrene Kampfrichter sind nicht immer einer Meinung.

An dieser Stelle gilt ein herzlicher Dank unseren KR-Obmännern Herbert Eberlein und Ludwig Tradler, für die gute Organisation des Lehrganges sowie für die aufschlussreichen Erklärungen und unzähligen Diskussionen.

Claudia Plötz




Und jetzt noch ein kleines Rätsel, mit dem sich die Lehrgangsteilnehmer zum Teil schwer taten. Ursprüngliche Fragestellung: Wie muss dieser Angriff gewertet werden - außerhalb, innerhalb, Höhe der Wertung?

Ausgangssituation: Uke befindet außerhalb der Kampffläche (hier: rechts der roten Matte), Tori hat einen Arm von Uke gegriffen.



Tori opfert sein Gleichgewicht, um Uke zu Boden zu bringen.



Tori befindet sich nun nahezu vollständig außerhalb der Kampffläche, Uke beginnt zu fallen.



Beide Kämpfer befinden sich jetzt außerhalb der Matte, Uke ist im Fall.



Uke ist gefallen und beide Kämpfer sind am Boden. Gilt also die Aktion als innerhalb der Wettkampffläche begonnen, und wenn ja, wie wird sie bewertet? Sieht ja sehr nach Waza-ari oder Ippon aus, oder...?



Die Lösung:

Die Aktion beginnt zwar am Mattenrand, aber immer noch deutlich innerhalb der Matte. Aber: Sie wird trotzdem nicht bewertet, da der Übergang Stand-Boden mit Ude-Gaeshi (so heißt die Technik) nicht bewertet wird.



Fotos/Bildunterschriften: Gert Langrock


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