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BayernJudo.de: Teisendorfer Männer gewinnen die Bayernliga
Sportgeschehen / Liga
Sonntag, 5.7.2009 - 21:39 Uhr

11:8-Sieg gegen Kodokan München

Teisendorfer Männer gewinnen die Bayernliga

Der TSV Teisendorf hat es geschafft: Nach einem hart erarbeiteten 11:8-Sieg im letzten Kampf der Bayernliga gegen die gut eingestellte Mannschaft von Kodokan München sicherte sich die Mannschaft des Trainerduos Manfred Sigel und Thomas Scholz den Titel in der Bayernliga der Männer. Dieser stellt gleichzeitig den größten Mannschaftserfolg in der Geschichte der Judo Abteilung des TSV dar.

Schützenhilfe bekamen die Teisendorfer dabei vom TSV Großhadern II, der selbst lange Zeit Aufstiegsgelüste zeigte, von Teisendorf aber auf eigener Matte besiegt wurde und seine Titelträume begraben musste. Nun sorgten die Großhaderner mit einem Sieg gegen den TSV Mainburg mit für die entscheidenden Veränderungen in der Tabelle. „Natürlich sind wir überglücklich. Wir wussten, dass wir uns mit einem Sieg aus eigener Kraft für die Aufstiegskämpfe in die Regionalliga Süd qualifizieren können. Aber dass es jetzt noch der Titel geworden ist, ist für uns natürlich ein Traum“, freute sich Abteilungsleiter Konrad Gasser, nachdem er von der Niederlage des Mitbewerbers um den Titel erfuhr.

Dabei hatten die Kämpfer des Kodokan München vor rund 150 Zuschauern in der Teisendorfer Schulturnhalle lange Zeit gut mitgehalten. In dem vom Kampfrichtertrio Ludwig Tradler (Palling), Helmut Angerer (Berchtesgaden) und Gerhard Auer (München) souverän geleiteten fairen Kampf kassierte zu Beginn Christian Metzler (-81 kg) den Sieg kampflos, ehe Markus Metzler (-81 kg) nach einer Unachtsamkeit mit einem Würger eine Niederlage erlitt. Der von den Teisendorfer Fans mit viel Beifall beachte Fedor Zyus (+90 kg) holte mit einem Haltegriff einen Sieg, was ihm der bärenstarke Halleiner Polizist Peter Harlander (+90 kg) gleich tat. Niederlagen von Timo Reiter (-66 kg, Haltegriff) und Sebastian Krutzke (-90 kg, Haltegriff) standen Siege von Fritz Gasser (-66 kg, kampflos) und 2 sehenswerte Siege von Richy Hinterseer (-73 kg) und dem für Wolfgang Kettenberger eingesprungenen Herbert Kirchmeier (-73 kg) gegenüber. Dem frenetisch bejubelten Hüftheber Hinterseers musste Kirchmeier offensichtlich gleich eine gelungene Aktion „nachschieben“ und führte den gleichen Griff erfolgreich aus.

Der 2. Durchgang brachte viele erwartete Ergebnisse: Einer Niederlage von Christian Metzler (-81 kg) gegen Gästebetreuer Stefan Hötzinger und ein kampfloser Sieg von Benjamin Huber (-81 kg) folgte ein Unentschieden des aufopferungsvoll kämpfenden Fedor Zyus (+ 90 kg). Nach Max Speckbachers (-66 kg) kampflosem Sieg folgte ein toll gezogener Seoi-Nage-Sieg (Schulterwurf) durch Fritz Gasser (-66 kg). Niederlagen gegen das ersatzgeschwächte Münchner Team, das sich auch in der Niederlage als zäher und stark kämpfender Gegner erwies, mussten dann Bernhard Huber (-90 kg) und der gewichtsmäßig aufgerückte Markus Metzler (beide –90 kg) hinnehmen. Der Kampf war aber bereits zu Gunsten der Teisendorfer entschieden, bevor sich Richy Hinterseer (- 73 kg) wieder mit einer ganz starken Leistung in Szene setzte und entscheidend gewann. So sah es im letzten Kampf des Tages aus in dem Herbert Kirchmeier (- 73 kg) seinem Münchner Gegner Matthias Sipple klar überlegen war, sich aber kurz vor Kampfende „erwischen ließ“ und verlor. „Mit dem Sieg, aber vor allem auch mit der Saison bin ich hoch zufrieden“, zog Abteilungsleiter Gasser gleich nach dem Kampf eine erste Bilanz. Das erfolgreiche Jahr für den TSV könnte nun mit einem erfolgreichen Abschneiden bei den im Herbst folgenden Aufstiegskämpfen in die Regionalliga Süd die Krönung erfahren.



Mit dieser Mannschaft machte Teisendorf am Samstag den Meistererfolg perfekt. Ganz rechts die beiden Trainer Thomas Scholz und Manfred Sigel.




Hintergrund
Der Teisendorfer Erfolg hat viele Namen

Mit dem Titelgewinn in der Bayernliga geht für den TSV Teisendorf die erfolgreichste Saison der vergangenen Jahre zu Ende. Der Erfolg des TSV trägt viele Namen. Das Trainerduo Thomas Scholz und Manfred Sigel hat es verstanden, neben erfahrenen Judoka junge Talente einzubauen. Abteilungsleiter Konrad Gasser hat es verstanden, mit viel Geschick und Umsicht eine Mannschaft auflaufen zu lassen, die Regionalliga-Format hat. Selektive Verstärkungen in einzelnen „Problemklassen“, der Einsatz von Punktegaranten wie Christoph Kronberger, Christian Haas oder Peter Harlander, die Verpflichtung von Sven Helbing, der den Kämpfern sein bundesliga-taugliches Know-how in diversen Trainingseinheiten vermittelte, motivierte Kämpfer – der Teisendorfer Erfolg kennt viele Facetten. Der wichtigste Aspekt des Erfolges scheint aber der Einbau junger regionaler Talente zu sein im Stile von Richy Hinterseer, Simon Angerpointner, Max Speckbacher, Dominik Reiter und vielen anderen Judoka aus der Region. Er verhindert das „Abwandern“ zu anderen Clubs in höheren Ligen. Das kluge Zweitstartrecht im Judo sichert den Einsatz für die Vereine, die die Talente geformt haben, ebenso wie das Kämpfen für den Bayernligisten Teisendorf. Vor diesem Hintergrund kann man im Sinne der Sportler, aber auch der regionalen Judo-Vereine nur hoffen, dass Teisendorf weiter in der Bayernliga oder gar künftig eventuell in der Regionalliga ein gewichtiges Wort mitreden kann.



Hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg des Teisendorfer Teams: Richy Hinterseer, der in der Gewichtsklasse –73 kg in dieser Saison eine optimale Siegausbeute vorweisen kann.



Andreas Wittenzellner

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